Geschichten, die das Leben schreibt

Geschichten aus dem Alltag, so betitelt Ursula März die 19 Kurzgeschichten, in ihrem 2011 erschienenen Buch Fast schon kriminell, die alle ihr Ende vor Gericht finden. In den neunzehn Kurzgeschichten, die alle 7 bis 10 Seiten umfassen, geht es mal mehr und mal weniger kriminell zu. Das gibt nicht nur der Richterspruch am Ende jeder Geschichte vor, diese Entscheidung trifft der Leser selbst.

Von NORA BERK

Es geht um Personen aus dem Alltag, wie den Zuhälter Mustafa, den Kleinkriminellen Bernd Mühlborn, der beim verkaufen seiner Hehlerware an den falschen Käufer gerät, oder Werner Rembaus, der im Dienst als Ladendetektiv, den falschen Dieb beim Klauen erwischt, denn während der Befragung zieht dieser einer Waffe.

„Werner Rembaus starb eine Viertelstunde nachdem sein Lebensweg und der des Russen Alex Smirno sich an der Ladentür des Geschäfts gekreuzt hatten“.

Edgar Dietz, genannt Euro-Eddi, landet den Coup seines Lebens, das denkt er zumindest, als er eines Freitags die Bank in der er arbeitet um 3,2 Millionen Euro bestiehlt. Schnell muss er lernen, dass das Betrügerleben auszufüllen keine seiner Stärken ist, denn bis dato, führte er ein nach Außen unauffälliges und ereignisloses Leben. Im Laufe seiner eher ungewöhnlichen Flucht,die ihn schließlich nach Dänemark führt,  findet er sich wieder im Kleinbürgerleben ein, geht einer geregelten Arbeit nach und knüpft neue Kontakte in der Gemeinde. Es scheint alles gut zu gehen, bis ihn die Kellnerin, an die er sein Herz verloren hat, vermutlich aus Eifersucht bei der Polizei anschwärzt.

Alle vorgestellten Personen im Buch, geraten in absurde Situationen,treffen spontane aber folgenschwere Entscheidungen,die ihren und den Alltag der Nebenfiguren Kopf stehen lassen.

Der Band verarbeitet die Gerichtskolumnen, die Ursula März in den neunziger Jahren für die Frankfurter Rundschau geschrieben hat. Die Geschichten stammen aus der Realität, jedoch weichen sie in in der Wahl der Schauplätze und in ihren narrativen Abläufen davon ab.

Dabei beweist Ursula März ein herausragendes Gespür für Komik, das dem Leser zeigt, wie stark das Leben von Impulsen, Zufällen und Affekten abhängt und wie sehr sich diese womöglich  auf den Rest des Lebens auswirken können.

Sie beweist einen lakonischen Humor, der sich durch das gesamte Werk zieht. Auch ihre schnörkellose Art des Schreibens mach es einfach den Geschichten zu folgen. Dieses Buch ist ,mit seinen 189 Seiten, zwar alltagstauglich, jedoch würde ich nicht empfehlen, es an einem Stück zu lesen, da es auf die Dauer doch etwas ermüdend ist und die Geschichten alle ähnlich konstruiert sind und wirkliche Spannungshöhepunkte ausbleiben. In vielen Fällen, handelt es sich um Bagatelldelikte, wie bei dem Schwulen Nagelpfleger, der aus Liebeskummer eine Schaufensterscheiben beschädigt, oder der Fall der Büroangestellten, die wegen des Diebstahls eines Druckers gekündigt wird.

 

Ursula März: Fast schon kriminell
Hanser, 192 Seiten
Preis: 17,90 Euro
ISBN 978-3-446-23749-0

 

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Ein Gedanke zu „Geschichten, die das Leben schreibt

  1. In Deiner Rezension sind leider viele Komma- und Flüchtigkeitsfehler zu finden, die das Lesen etwas erschweren. Außerdem hast Du ab und zu die gleiche Wortwahl in aufeinander folgenden Sätzen, auch das hemmt ein wenig den Lesefluss. Genaueres Korrekturlesen in Deiner Gruppe könnte sowas vielleicht vermeiden.
    Den Absatz über die Information, dass die Geschichten wahren Gerichtsprozessen entsprungen sind, hätte ich weiter nach vorne gesetzt, damit der Leser diesen doch entscheidenden Punkt direkt beim weiteren Lesen berücksichtigt.
    Ich frage mich außerdem, wieso Du als dritten Absatz ein Zitat geschrieben hast. Zitate sind generell nicht verkehrt, sollten aber zum vorangegangenem Geschriebenen einen konkreteren Bezug haben und nicht nur einmal in der gesamten Rezension vorkommen, das wirkt etwas willkürlich.

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