Ab in den Kaninchenbau

Francis Nenik: E. Oder Die Insel; Cover: Voland & Quist

Die deutsche Geschichte zwischen 1933 und 1945 ist tot erzählt, künstlerisch überaufgearbeitet, für nichts Neues mehr zu gebrauchen? Pah! Francis Nenik zeigt mit seinem bereits im Mai erschienenen Roman E. oder Die Insel, dass die deutsche Vergangenheitsbewältigung weiterhin mit Themen und Geschehnissen aufwarten kann, die im kollektiven Gedächtnis noch nicht ihren festen Platz gefunden haben. Und das ganz ohne kitschige Familiengeschichten! Das größte Mysterium: Warum ist der Roman nicht für den Deutschen Buchpreis 2021 nominiert?

von CARO KAISER

Sachsen, April 1945: Der namenlose Protagonist und Ich-Erzähler des Romans hockt in einem Gebüsch auf einer kleinen Insel. Er beobachtet das Dorf am gegenüberliegenden Ufer, kritzelt seine Gedanken und Beobachtungen mit einem Bleistift auf die Rückseiten eines Stapels Akten. In der Ferne sind Kampfgeräusche zu hören – im Westen die vorrückenden US-Amerikaner, im Osten die Rote Armee. Unser Protagonist ist gerade zu Fuß aus dem 50 Kilometer entfernten, zerbombten Leipzig in den kleinen sächsischen Ort gewandert, um endgültig zu seiner Frau und seinen drei Kindern zurückzukehren. Sie leben seit anderthalb Jahren in dem Dorf, während er bisher unter der Woche immer für seine Arbeit nach Leipzig gependelt ist. Doch seine Familie ist nicht zu Hause, nur das unangerührte Abendessen vom Vortag steht noch auf dem Tisch – wurden sie entführt? Unser Protagonist ist sich sicher: Wo auch immer seine Familie ist, ihr Verschwinden hat etwas mit ihm selbst zu tun. Also zieht er sich auf die kleine Insel zurück, um nicht gefunden zu werden. Warum sollten Leute ihn gefangen nehmen wollen? Das müssen sich die Lesenden aus den Aussagen und Erinnerungen zusammenpuzzeln, die der Protagonist in seinem Tagebuch auf den Aktenrückseiten festhält. Er erwähnt, dass er mächtige Kollegen hat, mit denen er nicht übereinstimmt; dass er einmal vor 1933 in eine Prügelei mit SA-Leuten geraten ist; dass er gegen den Krieg ist; dass er generell mit dem kriegerischen Gehabe der Nationalsozialisten nichts anfangen kann, ja, es sogar abstoßend findet. Ein unangepasster Antifaschist, vielleicht sogar ein Widerstandskämpfer? Schwer zu sagen, denn der Ich-Erzähler bleibt zunächst vage mit Informationen zu sich selbst. Besonders über seine Arbeit im mondlandschaftlichen Leipzig, das „nur noch aus Gerüchten und brennenden Akten“ besteht, hüllt er sich zunächst in Schweigen. Doch je näher die feindlichen Armeen von West und Ost anrücken, je höher der Wasserpegel des Flusses steigt und die Insel zu versenken droht, desto mehr fängt unser Protagonist an, über sich, seine Ansichten und auch seine Arbeit zu sprechen – und sich zu rechtfertigen. Die Lesenden merken: der Ich-Erzähler ist weniger vertrauenswürdig, als er zunächst erscheint, und: Sie befinden sich auf einer Reise in einen tiefen, sehr tiefen Kaninchenbau moralischer Abgründe.

Spoilern oder nicht spoilern, das ist hier die Frage!

Francis Neniks dritter Roman ist eines dieser Werke, bei denen man sich als Rezensentin nie sicher sein kann, wie viel Information zu viel Information ist. Wer jetzt denkt: „Aha! Die moderne ,Spoilerkultur‘ – wo jede vorab geleakte Laktoseintoleranz als massiver Eingriff in den Lese- und Anschauspaß verschrien wird!“, dem sei an dieser Stelle gesagt: Keine Sorge. Hier wird nachher noch ordentlich vorweggenommen. Ich selbst habe den Roman „gespoilert“ gelesen und bin trotzdem begeistert. Die meisten großen deutschsprachigen Medien erzählen in ihren Rezensionen ziemlich viel von dem, was man erst in der zweiten Hälfte des Romans erfährt und das Leseerlebnis deutlich verändert. Nichtsdestotrotz möchte ich Lesenden mit chronischer Spoilerunverträglichkeit keine Magenkrämpfe bereiten, deswegen hier die Bewertung der literarischen Qualität zuerst: Der Roman ist gut. Ziemlich gut sogar. Meiner Meinung nach sogar so gut, dass ich es als Schande empfinde, dass der Roman nicht auf irgendeiner Long-, Short- oder Mediumlist des Deutschen Buchpreises aufgetaucht ist. Der Roman besticht nicht nur (aber auch!) durch die Themen, die er bespricht und aufarbeitet – mehr dazu gleich im „Spoilerbereich“ –, und der offensichtlichen Tiefe, der zugrunde liegenden Recherchen. Er besticht ebenfalls durch die Präsentationsweise seiner Geschichte: Das Tagebuch eines unzuverlässigen Erzählers eignet sich perfekt, um den langsamen Abstieg in Wahn und moralische Abgründe zu präsentieren. Dabei stellt Nenik eine hohe sprachliche Fertigkeit zur Schau. „Hohe sprachliche Fertigkeit“ soll hierbei nicht Prosa à la Thomas Mann heißen, sondern dass der Ich-Erzähler trotz der abgeschmackten (Er hat seine Frau ganz doll lieb!) und der absolut entsetzlichen Dinge (Spoiler), die er ab und an schreibt, trotzdem einen angenehmen, gleichzeitig aber auch faszinierenden Schreibstil besitzt. Bei ihm können die Sätze „Es war ihre Art, mir ihre Liebe zu zeigen.“ und „Sie waren verbrannt, und ihre kleinen Körper dampften noch in der Kälte.“ nur wenige Sätze voneinander entfernt stehen, ohne dass es sich wie ein pubertärer Schock-um-des-Schockes-willen-Trick anfühlt. Anja Kümmel stellt in ihrer Rezension für die „Zeit“ fest, dass der Roman „sich einem wie eine Schlinge um den Hals [legt] und […] sich von Seite zu Seite fester zu[zieht]“. An dieser Stelle muss ich meine eigene Unfähigkeit eingestehen: Besser kann ich es nicht formulieren. Worin genau diese „Schlinge“ besteht? Zur Beantwortung dieser Nachfrage müssen wir uns zu den Spoilern begeben. Weiterlesen also auf eigene Gefahr!

„Rassenhygiene“ – Möchtegern-Anti-Nazi-Edition

Nach einem knappen Viertel des Buches erfahren wir, dass der Ich-Erzähler von Beruf Arzt ist. Das erklärt, warum er sich so gut mit chemischen Stoffen und ihrer Wirkung auf den menschlichen Körper auskennt. Nach etwas über der Hälfte des Romans erfahren wir, was für ein Arzt der Ich-Erzähler ist – Hardcore-Eugeniker und Euthanasie-Enthusiast, Spezialgebiet: Kindermedizin. Aber der Erzähler ist doch Kriegsgegner und Nazi-Skeptiker? Jaja, und aus was für Gründen! „Es lässt sich einfach nicht bestreiten, dass der Krieg den genetischen Grundlagen eines jeden Volkes, das sich an ihm beteiligt, schwersten Schaden zufügt!“ Den Krieg sieht er als eine Art umgedrehte, pervertierte Form der natürlichen Selektion: Anstatt dass die Starken überleben und die Schwachen sterben, würden die Starken sich gegenseitig ermorden, während die Schwachen und Kranken hinter der Front überlebten und ihr minderwertiges Erbmaterial in nachfolgende Generationen weitertrügen. Kurz gesagt: Der Erzähler ist ein so harter Eugeniker, dass er die Nazis rechts überholt. Dass es allein der Krieg ist, der dem Erzähler den Nationalsozialismus madig macht, wird an seiner Sichtweise zur Rolle des „um die Erbgesundheit seines Volkes besorgten“ Arztes deutlich: „Wenn der Krieg einmal im Gange ist, kann der Arzt also nur noch das Ungleichgewicht bekämpfen, das durch das Abschlachten der besten Männer entsteht. Dann ist es geradezu seine Pflicht, die hoffnungslosen Geschöpfe in den Kliniken und Anstalten zu erlösen, weil sonst das ganze Land in die Hoffnungslosigkeit verfällt.“ Feinstes NS-Sprech vom angeblichen Anti-Nazi! Der Tod als Erlösung, Euthanasie als Wunsch von Mordenden und Ermordeten zugleich. Es ist vor allen Dingen diese zugleich kalt-rationale und schwärmerisch-emotionale Denkweise, mit der der Erzähler versucht, seine Ansichten und seine Taten – dieser Familienvater hat Kinderblut an den Händen – zu rechtfertigen und als einzig „richtige“ Handlungsweise darzustellen, die dem Roman in seiner zweiten Hälfte eine unheimliche (im eigentlichen Sinne des Wortes) Sogkraft verleiht.

Eugeniker aller Länder, vereinigt euch!

Abgesehen von dieser – für Feingeistigere vielleicht plump anmutenden – Faszination des Bösen, erweist sich der Eugenik-Diskurs der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als ergiebiges und in der Öffentlichkeit bis heute erschreckend unterbeleuchtetes Thema. Denn was vielen vielleicht nicht so präsent ist: Nicht nur die Nationalsozialisten fanden Eugenik klasse. Die „Erbgesundheitslehre“ – und mit ihr die Vorstellungen einer „Rassenhygiene“ – hatte in Europa und Nordamerika bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs und der damit einhergehenden Aufarbeitung der NS-Verbrechen nicht denselben Schmuddelruf mit Assoziationen von Ermordungen und Zwangssterilisationen wie heute. Gerade in den USA – aber auch in so sympathischen „Good-Guy“-Staaten wie den nordischen Ländern – waren Maßnahmen zur Lenkung der Fortpflanzung der Bevölkerung beliebt. Da ist es wenig verwunderlich, dass die Nazis sich für ihre Rassenpolitik bereits existierende Gesetze in den USA zum Vorbild nahmen, und bis zum Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg Ende 1941 eine wohlwollende Wanderausstellung zur NS-Eugenik durch die Vereinigten Staaten tourte. Neniks Protagonist ist sich all dieser rassenhygienischen Verstrickungen der Alliierten natürlich bewusst und benutzt sie, um sich und die Eugenik insgesamt als Bauernopfer in einem ideologischen Kampf darzustellen, der nun federführend von den US-Amerikanern gegen den Nationalsozialismus geführt würde. Dass es gerade Leute wie der NS-Arzt und seine Weggefährten gewesen sind, die die ohnehin schon auf moralisch wackligem Boden stehende Eugenik über jegliche ethischen Bedenken hinweg radikalisiert haben, ist für ihn nicht von Bedeutung. Er glaubt vielmehr, dass die US-Amerikaner selbst gerne die Eugenik so rücksichtslos bis zur Euthanasie zu Ende gedacht hätten und es nur nicht tun konnten, weil ihr Kriegsgegner es schon vor ihnen getan hat. Die Thematisierung von Eugenik und „Rassenhygiene“ jenseits NS-Deutschlands ist für den Erzähler lediglich ein Feigenblatt, das seine kruden Ansichten über „Erbkranke“ und „schöne“ (Kinder-)Tode als vermeintlichen internationalen Konsens verkaufen sollen. Nichtsdestotrotz hilft sie aber auch, die Euthanasie-Morde und den „Rassegesundheits“-Fetisch der Nazis zu kontextualisieren. Ähnlich wie der Antisemitismus in Deutschland (sowie im sonstigen Europa und in Nordamerika) nicht aus dem Nichts mit den Nazis aufgeploppt ist, ist auch die Eugenik kein NS-Original, sondern ein Gedankengut, das bereits zuvor den Boden fruchtbar gemacht hat für menschenverachtende medizinische Experimente und Massenermordungen.

Francis Nenik: E. oder Die Insel

Voland & Quist, 290 Seiten

Preis: 24,00 Euro

ISBN: 9783863912413

9 Gedanken zu „Ab in den Kaninchenbau

    • Mich würde interessieren, ob der Roman überhaupt eingereicht worden ist für den Buchpreis. Leider wird keine Liste mit allen eingereichten Werken veröffentlicht (soweit ich das herausfinden konnte). Andererseits – vielleicht war der Jury das Sujet auch einfach ein bisschen zu heiß. Der Roman liest sich gerade im letzten Drittel sehr oft wie ein ziemlich grausiges Vernichtungspamphlet.

      Viele Grüße,
      Caro

      • Hmm… zu heiß? Sehe da eigentlich kaum Empörungspotential, das hätte ich (jeweils von der anderen Seite des großen Grabens) eher bei Identitti oder bei Strunks Schmalspur-Houellebecq gesehen. Und nach solchen Themen-Texten suchen diese Marketing-Preise doch geradezu. Dass es nicht eingereicht wurde ist für mich schwer vorstellbar… Da hat ein Verlag ja eigentlich nur Vorteile von?

        • Ich kann mir eigentlich auch nicht vorstellen, dass Voland&Quist den Roman nicht eingereicht haben, gerade weil er ja doch sehr positiv besprochen worden ist. Ein Blick in die konkreten Teilnahmebedingungen könnte allerdings ein paar Anhaltspunkte liefern:
          Erstens, Verlage dürfen nur maximal zwei Titel direkt für den Buchpreis einreichen, und fünf weitere „empfehlen“. Vielleicht hat man bei Voland&Quist darauf spekuliert, dass es Neniks Roman auch nur als Empfehlung in die engeren Auswahl schafft, und stattdessen zwei „schwächere“ Romane direkt eingereicht. Der britische Booker-Prize hat ein ähnliches Auswahlverfahren, und da kommt es ab und an vor, dass sicher geglaubte Finalisten gar nicht erst in die engere Auswahl kommen, weil die Verlage ihre Einreichungen für andere Romane genutzt haben.
          Zweitens, die Verlage müssen ein Porträtfoto des Autoren einreichen. Nenik ist aber so etwas wie der deutsche Thomas Pynchon, will heißen, es gibt absolut keine Fotos von dem Mann oder auch sonst irgendwelche näheren Informationen über seine Person. Nicht einmal seinen richtigen Namen. Eventuell hat Nenik sich tatsächlich dafür entschieden, seine Anonymität über den Marketingwert des Deutschen Buchpreises zu stellen.
          Vielleicht hat die Nicht-Nominierung aber auch einen ganz banalen Grund: persönliche Präferenzen der Jurymitglieder.

          Liebe Grüße,
          Caro

          • Ich habe auch nach Fotos von Nenik gesucht, aber ebenfalls nichts gefunden. Selbst bei Audible, wo Nenik einen Podcast betreibt (offenbar von Audible selbst produziert) und wo es sonst immer Fotos der Beteiligten gibt, ist absolut nichts zu finden. Ich frage mich allerdings: Muss man beim Anna-Seghers-Preis nicht auf der Bühne erscheinen? Die werden ihm ja nicht den Preis ohne Anwesenheit geben (oder schon gegeben haben?)

            PS: Man müsste Voland & Quist fragen, um wegen der Preissache für Klärung zu sorgen.

        • Mir scheint, dass die Preisjurys eher nach „politisch korrekten“ bzw. angesagten Themen suchen, die dann aus sich heraus bei einigen (Kritikern) Empörung prodzuieren, eben weil sie nicht aus literarischen, sondern aus politischen Gründen nominiert werden, was dann wiederum für Aufmerksamkeit sorgt.
          Ich wüsste jetzt aktuell kein Buch aus den letzten zwei, drei Jahren, das auf einer größeren Preisliste stand und das – wie hier z.B. – konsequent aus der Täterpersepktive erzählt oder Ähnliches macht. Gerade die Täterperspektive wird ja immer wieder als problematisch angesehen (was sie in meinen Augen nicht ist). Aber vielleicht habe ich da ja auch einiges an „heißer“ Literatur auf den entsprechenden Listen übersehen in den vergangenen Jahren.
          Nenik selbst hat sich übrigens in seinem „Tagebuch eines Hilflosen“ detailliert (und auch kritisch) mit political correctness auseinandergesetzt und dabei vor allem die amerikanischen Diskurse beleuchtet. Ich erinnere mich auch an einen Artikel der amerikanischen Autorin Lionel Shriver, die 2018 im „Guardian“ schrieb: „“politically correct censorship‘ risks turning the world of fiction into a ‚timid, homogeneous, and dreary‘ place, and called on her fellow novelists to take a stand against it.“
          Aber das ist ein anderes Fass, das ich hier gar nicht weiter aufmachen will. Die Frage der Preisauswahl ist spannend genug. Es ist im Grunde bezeichnend, dass heute bei vielen Preisen erstmal die Geschlechterverteilung der Nominierten genannt wird und dann die Bezugnahme auf aktuelle Diskurse in den Büchern erwähnt werden, bevor man die literarische Qualität analysiert. Zumindest ist das mein Eindruck – und es ist kein guter.

          • Ich finde es auch manchmal etwas befremdlich, dass bei der medialen Berichterstattung über die Shortlist des Buchpreises meistens schon direkt in der Schlagzeile die Nominierten schon fein säuberlich nach Geschlecht aufgeteilt werden, als ob das irgendetwas über den Buchpreis aussagen würde. Dass sich neu erschienene Romane mit aktuellen Themen und Diskussionen auseinandersetzen, und dies auch von Preisjurys und den Medien hervorgehoben wird, finde ich weniger problematisch. Literatur ist ein Medium zur Reflexion der Gegenwart und viele Werke, die wir heute als „Klassiker“ oder „Weltliteratur“ bezeichnen, waren zum Zeitpunkt ihrer Erscheinung Reaktionen auf und Beiträge zu zeitgenössischen Diskursen. Momentan habe ich (noch) nicht, dass Gefühl, dass es beim Deutschen Buchpreis hauptsächlich (oder gar ausschließlich) darauf ankommt, den Roman mit den „angesagtesten“ und „politisch korrektesten“ Ansichten zu finden und dabei literarische Qualität über Bord zu werfen. Ich hoffe sehr, dass das auch in Zukunft so bleibt. Dass Neniks Roman vom deutschsprachigen Feuilleton so positiv aufgenommen wurde und seine Täterperspektive nicht von vorneherein als „problematisch“ verschrien wurde, stimmt mich aber vorsichtig optimistisch. Mal schauen, was es nächstes Jahr so auf die Shortlist schafft.

            Liebe Grüße,
            Caro

  1. Ich habe den Roman nach der Rezension in der „Zeit“ gelesen und fand ihn auch brilliant. Vor allem die Erzählweise, wie man als Leser erstmal Sympathie hat mit der Hauptfigur, und dann in die Vernichtungshölle geführt wird, das ist literarisch stark – aber eben „moralisch“ in der Tat auch ziemlich „heiß“. Für mich dennoch bzw. gerade deswegen eines der stärksten Bücher der Saison. Und ein kleiner Ausgleich zur Nicht-Nominierung für den Buchpreis ist es, dass Nenik dieses Jahr den Anna-Seghers-Preis erhält. Ob für dieses Buch oder sein bei Matthes & Seitz im April 2021 veröffentlichtes „Tagebuch eines Hilflosen“ weiß ich zwar nicht, aber beides sind – wenn auch auf ganz verschiedene Weise – großartige Bücher.

    • Die „Zeit“-Rezension war bei mir auch der ausschlaggebende Punkt, den Roman zu lesen. Ich stimme dir auf jeden Fall zu: gerade weil der Roman kontroverse Themen in drastischer Art und Weise diskutiert, finde ich, dass er einer der lesenswertesten dieses Jahr ist. Aber immerhin wurde Nenik jenseits der großen, medial gehypten Literaturpreise preislich bedacht.

      Liebe Grüße
      Caro

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