Türchen 1: Das Weihnachtswunder goes international!

Auf 80 Seiten um die Welt – zumindest um einen kleinen Teil. Die Reclam-Reihe … durch die Weihnachtszeit macht es möglich! Wer durch Weihnachtsgeschichten anderer Länder schmökern und dabei seine Fremdsprachenkenntnisse auffrischen möchte, erlebt mit der Reclam-Reihe einen Streifzug durch die westeuropäischen Gepflogenheiten für die Zeit vom ersten Advent bis zu den Heiligen Drei Königen – mit überraschend praktischem Nutzen.

von THOMAS STÖCK

„Frohe Weihnachten!“ Der Klang dieser Worte ist den meisten sicherlich nicht nur in seiner deutschen Variante, sondern auch in einigen internationalen Entsprechungen bekannt. Dass eines der höchsten christlichen Feste rund um den Globus feierlich begangen wird, muss eigentlich nicht mehr erwähnt werden. Doch dass nach wie vor kleine wie große Unterschiede in der Begehung der Weihnachtszeit selbst in nahestehenden Kulturräumen existieren, ist da schon etwas überraschender. Wusstet ihr beispielsweise, dass in Frankreich häufig „la bûche de Noël“ an Weihnachten serviert wird, eine Biskuit-Roulade in Form eines Holzscheits? Ebenso werden in der Reclam-Reihe … durch die Weihnachtszeit die Ursprünge gemeinsamer Traditionen aufgezeigt, etwa das Aufstellen einer Krippe (ital.: „presepe“ oder „presepio“), das erstmals in Neapel 1025 belegt ist. In kurzen Texten werden die Gebräuche und Traditionen der westeuropäischen Länder vorgestellt, anbei findet sich stets ein Vokabular (die Bücher entsprechen der Sprachniveaustufe B1–B2) der wichtigsten Begriffe rund um das Weihnachtsfest.

Warmherzige Worte – und solche, die durch den Magen gehen

Ein Schwerpunkt dieser Bände ist aber auch das Erzählen von Weihnachtsgeschichten in den europäischen Ländern. Da darf natürlich nicht das Lukas-Evangelium in seiner jeweiligen Übersetzung fehlen, zu dem sich aber auch Autoren wie Charles Dickens, Guy de Maupassant, Dante sowie Lope de Vega gesellen. Ob kurze Erzählung, Gedicht oder Volkslied – beim Lesen des einen oder anderen Weihnachtswunders wird einem zwangsläufig warm ums Herz. Ein besonderes Highlight war für mich persönlich die französische Version von O Tannebaum: Mon beau sapin. Nicht nur wecken die Texte Erinnerungen an die heimischen Familienabende vergangener Weihnachtsfeste, sondern auch an die vielen Festivitäten in der Schule (im Englisch- und Französischunterricht) sowie in den Sprachkursen an der Uni. Die Bücher der Reihe schließen zudem stets mit einigen Schmankerln aus der Landesküche, die zu Weihnachten kredenzt werden. Fans kulinarischer Raffinessen sind also eingeladen, den internationalen Gaumenschmus in die heimische Küche zu holen. Wohl bekomm’s!

Andrew Williams (Hg.): Merry Christmas. Auf Englisch durch die Weihnachtszeit; Cover: Reclam

Andrew Williams (Hg.): Merry Christmas. Auf Englisch durch die Weihnachtszeit
Reclam Taschenbuch, 80 Seiten
Preis: 6,00 Euro
ISBN: 978-3-15-019635-9

Elisabeth Profos-Sulzer (Hg.): Joyeux Noël. Auf Französisch durch die Weihnachtszeit
Reclam Taschenbuch, 80 Seiten
Preis: 6,00 Euro
ISBN: 978-3-15-019636-0

Elisabeth Profos-Sulzer (Hg.): Buon Natale. Auf Italienisch durch die Weihnachtszeit
Reclam Taschenbuch, 80 Seiten
Preis: 6,00 Euro
ISBN: 978-3-15-019636-0

Michaela Schwermann (Hg.): Feliz Navidad. Auf Spanisch durch die Weihnachtszeit
Reclam Taschenbuch, 80 Seiten
Preis: 6,00 Euro
ISBN: 978-3-15-019640-3

7 Gedanken zu „Türchen 1: Das Weihnachtswunder goes international!

    • Liebe Tala,

      genau, zumindest innerhalb dieser Reihe existiert keine deutsche Variante. Das vielleicht beste Äquivalent aus dem Hause Reclam ist „Reclams Hausbuch zur Weihnachtszeit“, das mit 28 Euro aber auch preislich etwas üppiger ausfällt als die fremdsprachigen Taschenbücher. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass ähnliche Bücher zu den verschiedenen deutschsprachigen Regionen existieren, ich habe bisher aber nur Bücher über einzelne Regionen finden können. Mich würde es sehr interessieren, wie sich schlesische Weihnachten von bayerischen unterschieden oder welche Geschichten man im Elsass oder Siebenbürgen erzählt und was für einzigartige Rezepte man dort kredenzt. Wer weiß – vielleicht nimmt sich ja ein Verlag dieses Projekts an?

      Weihnachtliche Grüße
      Thomas

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