Mord auf der Principal

Lluís Llach - Die Frauen von La Principal Cover: Insel

Lluís Llach – Die Frauen von La Principal Cover: Insel

Das Weingut La Principal ist das größte Anwesen in Ríus, einer kleinen spanischen Provinzstadt. 1940 wird hier ein alter Mordfall aufgerollt, während zugleich eine ungewöhnliche Liebesgeschichte beginnt. Lluís Llachs Die Frauen von La Principal handelt von Unabhängigkeit, Moral und von neuen Wegen, die in der tiefsten Provinz Spaniens während der Herrschaft des Franco-Regimes beschritten werden.

von ANNA BREIDENBACH Weiterlesen

Prophetisches Spektakel

Giacomo Meyerbeers "Le Prophète" am Essener Aalto-Theater Foto: Matthias Jung

Giacomo Meyerbeers „Le Prophète“ am Essener Aalto-Theater Foto: Matthias Jung

Zum ersten Mal in der Geschichte des Essener Aalto-Theaters wird eine Oper von Giacomo Meyerbeer aufgeführt: Le Prophète. Dass der im selben Jahr wie Rossini geborene Komponist samt seiner gewaltigen historischen Sujets so lange in Vergessenheit geraten ist, erscheint nach diesem fünfstündigen Abend fast unbegreiflich, denn die Inszenierung von Vincent Boussard erweist sich – gerade im Musiktheater keine Selbstverständlichkeit – als echter zeitgemäßer Hingucker.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Blasses Leuchten

Martin Suter - Elefant Cover: Diogenes

Martin Suter – Elefant Cover: Diogenes

Ein rosa leuchtender Minielefant, ein Obdachloser, eine Tierärztin und ein burmesischer Tierpfleger auf der Flucht vor einem profitgierigen Genforscher in chinesischem Auftrag. Die fantastische Ausgangssituation in Martin Suters neuem Roman verspricht viel, die Handlung bleibt trotzdem blass. Dennoch ist ein unterhaltsames Buch dabei herumgekommen.

von SOLVEJG NITZKE Weiterlesen

Hinter der Mauer lauern Liebe und Hass

Shakespeares "Romeo und Julia" am Schauspielhaus Bochum Foto: Thomas Aurin

Shakespeares „Romeo und Julia“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Thomas Aurin

Marius von Mayenburg inszeniert am Schauspielhaus Bochum den wohl bekanntesten Theaterklassiker überhaupt: Romeo und Julia. Was ihn am Stoff fasziniert, ist aber weniger die „Love Story“ als die düstere Omnipräsenz des Todes. Dank interessanter Regieeinfälle und engagierter Darsteller gelingt ein starker, unverschnörkelt-eindringlicher Shakespeare-Abend auf Niveau der besten Schaubühnen-Produktionen.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Wenn sich der Tod ins Leben verliebt

Thees Uhlmanns "Sophia, der Tod und ich" am Schauspiel Essen Foto: Martin Kaufhold

Thees Uhlmanns „Sophia, der Tod und ich“ am Schauspiel Essen Foto: Martin Kaufhold

Am Schauspiel Essen feiert eine Romanadaption Weltpremiere: Sophia, der Tod und ich nach dem Bestseller des Singer-Songwriters Thees Uhlmann. Mit nur fünf Schauspielern und ein wenig Musik gelingt ein kurzweiliger Abend, der ein sehr dunkles, Ängste evozierendes Thema ungewohnt leichtfüßig behandelt und die angetanen Zuschauer mit einem warmherzigen Plädoyer für das Leben nach Hause schickt.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Hacker oder Beherrschte?

Pola Oloixarac - Kryptozän Cover: Verlag Klaus Wagenbach

Pola Oloixarac – Kryptozän Cover: Verlag Klaus Wagenbach

Es scheint, als ob trotz wiederholter Hackerangriffe, Wikileaks-Skandale und Geheimdienstenthüllungen noch immer kein umfassendes Bewusstsein über die Überwachung, die unser alltägliches Leben durchdringt, besteht. Mag es daran liegen, dass schlicht die wenigsten verstehen, was hinter den zahlreichen Bildschirmen passiert, die uns umgeben? Wissen wir überhaupt, wie es so weit gekommen ist? Oder ist das Problem noch einfacher: Sind Hacker und ihre Geschichten einfach nicht sexy genug? Mit Kryptozän legt Pola Oloixarac eine Geschichte des Netzes und seiner Akteure vor, die Sicherheit(en) umfassend infrage zu stellen vermag.

von SOLVEJG NITZKE Weiterlesen

Die Tragik des verfluchten Clowns

Verdis "Rigoletto" im Essener Aalto-Theater Foto: Matthias Jung

Verdis „Rigoletto“ im Essener Aalto-Theater Foto: Matthias Jung

Der Horror-Clown hat nicht nur einen Weg aus den USA nach Europa, sondern auch ins Ruhrgebiet gefunden: Mit Verdis Rigoletto sind auf der Bühne des Essener Aalto-Theaters eine Menge maskierter Fratzen zu sehen und verzerren das Bild des einst harmlosen Spaßmachers. Regisseur Frank Hilbrich zeigt eine größtenteils gelungene Kombination aus der Tragik einer ‚self-fulfilling prophecy‘, Horrormotiven sowie klugen Metaebenen – und eine Menge Luftballons.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Von Junkies, Stalkern und Betrügern

cover_waldis_marktplatz-der-heimlichkeiten_piperMarktplatz der Heimlichkeiten ist weniger ein Roman als eine Sammlung von Porträts, die dem Leser wie bei einem Museumsrundgang begegnen. Die Menschen auf den Gemälden sind sehr verschieden, und doch haben alle zwei Dinge gemeinsam: Sie arbeiten für ein großes schweizerisches Medienunternehmen – und sie hüten ein Geheimnis. Niemand führt das Leben, das er vor Kollegen, Vorgesetzten oder Untergebenen präsentiert. Angelika Waldis zeigt Abgründe hinter mühsam errichteten Fassaden und beschreibt ihre Figuren so virtuos, dass der rote Faden der Handlung zwischen den Seiten verloren zu gehen droht.

von ANNA BREIDENBACH Weiterlesen

Unterhaltsame Relevanz im Operettengewand

"Die Blume von Hawaii" an der Oper Dortmund   Foto: Björn Hickmann, Stage Picture

„Die Blume von Hawaii“ an der Oper Dortmund Foto: Björn Hickmann, Stage Picture

Wie schön muss es sein, in einer Operettenwelt zu leben? Man umgibt sich mit fröhlichen und herzzerreißenden Melodien, alles ist bunt und glitzert, und man beschäftigt sich den ganzen Tag mit verwirrenden Liebesdreiecken und vielen Happy Endings. Die Oper Dortmund versucht nun, den Besuchern einen Einblick in ebendiese, vordergründig rein fröhliche, Operettenwelt zu geben und zeigt Paul Abrahams Die Blume von Hawaii. Während Spaß, Goldregen und Showtreppen den Hauptteil des Abends einnehmen, überraschen die Dortmunder doch auch immer wieder mit erstaunlich tiefgreifenden und nachdenklichen Szenen und bieten so einen Operetten-Abend, der abwechslungsreicher kaum sein könnte.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Barock vor „Game of Thrones“-Kulisse

Händels "Alcina" am Theater Münster Foto: Oliver Berg

Händels „Alcina“ am Theater Münster Foto: Oliver Berg

Opern- und Musicalregisseur Sebastian Ritschel inszeniert am Theater Münster Georg Friedrich Händels Alcina und eröffnet damit die „Tage alter Musik“. Während die Bühne mit so mancher effektvollen Überraschung aufwartet, bleibt das musikalische Geschehen aber trotz des beherzten Dirigats Attilio Cremonesis auf einem mittleren Niveau.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen