Wo geht’s hier zur Mitmach-Revolution?

Hannes Köhler: Götterfunken; Cover: Ullstein

In seinem Anfang August erschienenen Roman Götterfunken erzählt Hannes Köhler die ineinander verflochtenen Geschichten dreier Männer, die in ihren Zwanzigern gemeinsam einen anarchistischen Anschlag in Barcelona geplant und verübt haben. In den späten 2010ern ist von diesem revolutionären Eifer jedoch nur noch eine schemenhafte Grundeinstellung vorhanden und auch ihre Beziehungen untereinander sind so lebendig wie die anarchistische Weltrevolution. Ein wunderbar recherchierter, konstruierter und geschriebener Roman über das Älterwerden von Körpern, Beziehungen und philosophisch-politischen Idealen.

Von CARO KAISER

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Mit der lesBar im römischen Exil

Ein neuer Tourismus, ein überfülltes Land, ein Ausgestoßener, eine kaputte Stadt mit alten Häuschen, ein unflexibles Sternerestaurant, ein Hauch von Heimat, ein bemühter Kellner, ein orangefarbenes Manna und eine gehörige Portion Ironie. Begleiten Sie mich in die Exil-lesBar und freuen Sie sich über ein Stück Deutschland in der Fremde!

von NICK PULINA

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„Im Zweifel für den Angeklagten.“

Ein geistig behinderter Vater wird des Mordes an einem kleinen Mädchen angeklagt. Er wird von seiner Tochter getrennt und zum Tode verurteilt. Kommt es zum Urteil oder geschieht am Ende ein Wunder? Mehmet Ada Öztekins Meisterwerk 7. Koğuştaki Mucize (übersetzt: Wunder in der Gefängniszelle Nummer 7) setzt sich einerseits mit gesellschaftlichen Problemen wie der Todesstrafe oder der Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung auseinander, andererseits löst der Film ein Wechselspiel aus Wut, Freude, Trauer und Frustration beim Zuschauer aus.

von VANESSA MUSZARSKY

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Stoner und das Stück vom Glück

John Williams: Stoner; Cover: dtv

Missouri, erste Hälfte des 20. Jahrhunderts: Ein junger Farmer verliebt sich in die englische Literatur. Anstatt in der Landwirtschaft sieht William Stoner sein Leben an der Universität. John Williams erzählt in seinem Roman Stoner – erstmals 1965 erschienen – über eine Suche nach Glück, den Sinn des Lebens und die Frage, was man aus dem erschafft, was das Leben einem zuteilt.

Von VIKTORIA GORETZKI

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Wenn die Gerechtigkeit ihren Weg nicht findet

Philip Roth, Nemesis; Cover: Hanser

In seinem 2010 erschienenen Roman Nemesis zeigt Philip Roth den Lesenden auf, wie Schuldgefühle und ein übersteigertes Verantwortungsbewusstsein einen Menschen brechen können. Bei dem Roman handelt es sich um den dritten und letzten Teil der Trilogie mit dem unheilvollen Namen Nemeses – der Pluralform der griechischen Rachegöttin Nemesis. In gewohnt düsterem Schreibstil geht Roth diesmal ins Gericht mit Gott. So scheint es zumindest zunächst…

von ISABEL MANTHE

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In der lesBar mit Dorothy Parker und Reichsrat von Buhl

Dorothy Parker: „New Yorker Geschichten“, Zürich/Berlin 2017.

Eine bibliophile Angst, ein Sportschuhproblem, eine Cremesuppe, ein reifer Riesling, eine bitterböse New Yorkerin, eine Orgie in der Buchhandlung, ein mysteriöser Verlust von Zeit und ein fehlgeschlagenes Multitasking. Lernen Sie in der lesBar aus meinen Fehlern!

von NICK PULINA

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Die Variation der Liebe und das Paradox des Todes

Gabriele von Arnim: Das Leben ist ein vorübergehender Zustand; Cover: Rowohlt

In Gabriele von Arnims Das Leben ist ein vorübergehender Zustand darf man die Autorin ein kurzes Stück durch die zehn Jahre begleiten, die sie ihren Mann nach zwei schweren Schlaganfällen pflegt und liebt. Es ist ein trauriger, leiser, mutiger und poetischer Weg mit einer exorbitanten Intensität in der Sprache, den man mit der Autorin geht.

von LISA THEISSEN

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Und es hat Zoom gemacht: Goethe in Zeiten des multimedialen Lockdowns

Werther.Live; Foto: Lotta Schweikert

Dortmund, 20. Mai 2021:  Werther.Live geht in die zweite Runde. Werther liebt Lotte. Lotte weiß nicht so recht. Die Handlung von Goethes Die Leiden des jungen Werther (1774) kennt wohl fast jeder aus der Schule. Werther verliebt sich in Lotte, in der er alle Ideale einer für ihn perfekten Frau sieht. Dass diese bereits verlobt ist, hält ihn nicht davon ab, sich in diese Liebe und seine Gefühle reinzusteigern. Er verliert sich in sich selbst, was ihn letztendlich in den Selbstmord treibt.  Soweit, so Goethe.

Von FLORENTINE MARTIN

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Ein Spiel, das Rekorde brach

Grand Theft Auto V; Cover: Rockstar Games

Mit seinen 140 Millionen Einheiten ist Grand Theft Auto V eines der am meisten verkauften Videospiele. Der Spieler taucht in das Leben dreier Krimineller aus Los Santos ein. In der überzeichneten und gesellschaftskritischen Version von Los Angeles sind Konflikte mit Straßengangs, der Polizei oder weiteren Regierungsorganisationen allgegenwärtig. Sowohl die verwobene Story der drei Ganoven als auch die bahnbrechende Open World machen das Werk von Rockstar Games zu einem der besten Videospiele jemals – und das ist nicht streitbar.

von JAN-NIKLAS DALLEY

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How to: Einsamkeit überwinden

Benedict Wells: Vom Ende der Einsamkeit; Cover: Diogenes

Ergreifend. Einfühlsam. Sensibel. In Vom Ende der Einsamkeit erzählt Benedict Wells auf berührende und philosophische Weise über das Leben, den Tod und die damit verbundene Trauer, die für die Hinterbliebenen unausweichlich ist. Eine Geschichte über die Hürden des Lebens und wie man sie überspringt.

von VIKTORIA GORETZKI

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