Eine Reise durch Russland

Die Essener Philharmoniker präsentieren bei ihrem 7. Sinfoniekonzert neben der Uraufführung eines Konzerts für Violoncello und Orchester zwei hin- und mitreißende Beispiele für russische Kompositionskunst des 19. Jahrhunderts. Boris Gurevichs Neukomposition hat trotz seiner fast cineastischen Dramatik Schwierigkeiten, neben Glinka und vor allem Tschaikowski zu bestehen.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

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Im Spiegelstadium

In seinem neuen Film Der andere Liebhaber wühlt der französische Ausnahmeregisseur François Ozon tief in der psychoanalytischen Mottenkiste. Mit dem Doppelgängermotiv und einem Spiegelkabinett im Gepäck will Ozon die weibliche Psyche ergründen – mit fragwürdigem Ausgang.

 von LEONARD MERKES Weiterlesen

Every Frame a Painting

Dorota Kobiela und Hugh Welchman haben das gemacht, was zwar nach einer sehr naheliegenden Idee klingt, aber trotzdem noch nie versucht wurde: Sie haben mit Loving Vincent einen Animationsfilm über Vincent van Gogh kreiert, in dem sie alle Figuren und Schauplätze Kunstwerken des niederländischen Malers entnommen haben. Das sieht nicht nur verdammt gut aus, sondern tröstet auch über die eher magere Handlung hinweg.  

von CARO KAISER Weiterlesen

Der sterbende Schwan erlebt seine Auferstehung

"Schwanensee" am Aalto-Theater Essen Foto: Bettina Stöß

„Schwanensee“ am Aalto-Theater Essen Foto: Bettina Stöß

2018 wäre Marius Petipa 200 Jahre alt geworden. Ben Van Cauwenbergh verbeugt sich mit seiner Version des Schwanensees im Essener Aalto-Theater vor einem der wichtigsten und wohl auch schönsten Ballette Tschaikowskis und lässt große Teile der ikonischen Choreografie Petipas unangetastet. Das Konzept geht auf und sorgt für viele begeisterte Zwischenrufe und einen frenetischen Schlussapplaus. 

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Jetzt hätte es eigentlich losgehen sollen

Richard Wagners "Die Walküre" an der Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Richard Wagners „Die Walküre“ an der Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Die Deutsche Oper am Rhein hat sich in dieser und in der kommenden Spielzeit vorgenommen, Wagners Mammut-Epos Der Ring des Nibelungen neuinszeniert vom Starregisseur Dietrich W. Hilsdorf auf die Bühne zu bringen. Mit Das Rheingold begann der insgesamt etwa 16 Stunden lange Wagner-Ritt im vergangenen Jahr mit dem sogenannten „Vorabend“, nun steht der „Erste Tag des Bühnenfestspiels“, Die Walküre, auf dem Programm des Düsseldorfer Opernhauses. Während die Sänger glänzen, holt sich Regisseur Hilsdorf bei der Premiere vor allem Buh-Rufe ab.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Verschobene Dichtkunst, die herausragt

Adam Zagajewski: Asymmetrie. Gedichte. Cover: Carl Hanser

Adam Zagajewski unternimmt in seinem Gedichtband Asymmetrie den Versuch einer inkongruenten Ästhetik. Thematisch variieren seine Gedichte zwischen zumeist biografisch angelegten Charakterisierungen von Größen aus Kunst und Wissenschaft, hochpersönlichen Erzählungen sowie nicht zuletzt metaphorisch aufgeladenen Lobeshymnen auf seine literarischen Vorbilder. Zagajewskis pointenreiche Sprache geleitet durch ein exzellentes Zeugnis engagierter Literatur.

von THOMAS STÖCK Weiterlesen

Ein Mann und sein Bettlaken

Ist die Vorherrschaft der durchsichtigen Männer und kleinen, gruseligen Mädchen gebrochen? In seinem neuen Film A Ghost Story entscheidet sich Regisseur David Lowery dazu, Geister wieder ganz klassisch darzustellen: Bettlaken, zwei Gucklöcher. Aber Vorsicht: Was nach Horror-Komödie klingt, ist in Wirklichkeit ein melancholisches Drama über Tod und Erinnerung.  

von CARO KAISER  Weiterlesen

Was passiert im Bilderbuch?

Kerstin M. Schuld/Sandra Grimm – Ravensburger mini steps: Was passiert im Kindergarten? Cover: Ravensburger

Die unschuldigen Verpackungen sind die perfidesten. Kerstin M. Schuld und Sandra Grimm haben ein liebliches Buch über Jungen und Mädchen vorgelegt, das auf die Faust beißen lässt.

von CHRISTIAN A. BACHMANN Weiterlesen

La Le Lu – Nur die Frau im Mond schaut zu

"Frau Luna" an der Oper Dortmund Foto: Björn Hickmann

„Frau Luna“ an der Oper Dortmund Foto: Björn Hickmann

In der vergangenen Spielzeit entführte die Oper Dortmund ihre Zuschauer mit Paul Abrahams Operette Die Blume von Hawaii auf eine paillettenbesetzte Glitzerversion des beliebten Reiseziels und überzeugte damit Kritik und Besucher gleichermaßen. Die Erwartungen an die diesjährige Operetten-Premiere waren also hoch und die Vorzeichen standen gut. Paul Linckes Revue-Operette Frau Luna sollte das Publikum auf einen schillernden Ball auf dem Mond entführen. Doch der Erdtrabant zeigt sich in Erik Petersens Inszenierung leider nicht von seiner Schokoladenseite.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

„Über den Schatten einer Wolke, über das Lied eines Gedankens“

Vladimir Nabokov – Briefe an Véra Cover: Rowohlt

Liest man die Briefe eines Menschen, so erfährt man Grundlegendes über seine Persönlichkeit. Nabokovs Briefe an seine Frau sind Liebesbekundung, Reisebericht, und Zeitporträt in einem. Was sich als Konstante durch sein Leben zieht, ist die Liebe zu seiner Frau Véra. Ihr Verhältnis wird in den nun erstmals in deutscher Sprache veröffentlichten Briefen an Véra dokumentiert. Im unverkennbar brillanten Nabokov-Duktus eröffnen sie die Tür zu der vertrauten Atmosphäre einer über 50 Jahre währenden Beziehung.

von ALINA WOLSKI Weiterlesen