Ein Roman wie eine furchtbar lange Kurzgeschichte

Cover_Olga Grjasnowa_Unschärfen einer Ehe_ HanserDie juristische Unschärfe einer Ehe führt den Leser tief ins Hinterland des Kaukasus und wohl möglich genauso tief in die „russische Seele“ – was auch immer das sein mag. Olga Grjasnowas zweiter Roman changiert zwischen Stereotypen, Vorurteilen, privaten Missverständnissen und Völkerunverständigung.

von ANNA-LENA THIEL Weiterlesen

Prosanova autopoietisch

Prosanova Bücher-Origami   Foto: Sylvia KokotEine große Narration bzw. ein großer Plot rankt sich um das diesjährige Prosanova-Festival und stellt damit scheinbar auch die zentrale Frage oder Anklage, je nach dem, von welcher Seite aus man es betrachtet: Die „Blasen“-Debatte, auch „Frühjahrsschreibschuldebatte“ oder auch Literatur-„Planeten“-Debatte.

von SYLVIA KOKOT

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Prosanova also! Hildesheim also!

Stallgespräch mit Clemens Meyer   Foto: Sylvia KokotSamstag: Es ist noch nicht neun, auf dem Weg zum Auto, um noch dies und das zu holen (Schuhe, Getränke, Kaugummi, was man halt so vergisst in der Eile des Ausladens am Abend zuvor, viel zu spät ankommend). Hildesheim erwacht. Wie viele andere mittelgroße Städte dieses Formats.

von SYLVIA KOKOT

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Zum Tod von Urs Widmer – Ein persönlicher Abschied

Urs Widmer   Quelle: Wikimedia User DontworryVorweg: Dies ist kein klassischer Nachruf. Wer den erwartet, dem empfehle ich die Texte von Gregor Dotzauer und Richard Kämmerlings. Dies ist auch kein literaturwissenschaftlicher Text, der das Œuvre eines Autors betrachtet. Dies ist eine kleine Liebeserklärung einer zwar ausgebildeten Literaturwissenschaftlerin, aber vornehmlich Leserin, an einen ihrer Lieblingsautoren.

von KATHARINA RICHTER

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Leipzig liest

Logo: Leipziger Buchmesse 13.–16.3.2014Seit Donnerstag lädt die Leipziger Buchmesse zu einem Schaulaufen der Bibliophilen: Verleger, Autoren und diejenigen, die es gerne sein würden, feiern das Buch und seine Vielfalt. In verschiedenen Sachgebieten zeigt die Messe neuen Lesestoff vom Comic bis zum Klassiker und ermöglicht bei zahlreichen Lesungen und in einem spannenden Rahmenprogramm die Begegnung zwischen Leser und Autor.

 von LARA THEOBALT

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Saša Stanišić gewinnt den Preis der Leipziger Buchmesse

Preis der Leipziger Buchmesse   LogoIm Jubiläumsjahr 2014, dem 10. Jahr der Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse, geht der Belletristik-Preis an Saša Stanišić, der 1978 in Višegrad, einer kleinen Stadt im östlichen Bosnien, geboren wurde. In der Kategorie Übersetzung gewinnt Robin Detje, und Helmut Lethen konnte die Jury in der Kategorie Sachbuch überzeugen.

von NADINE HEMGESBERG

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Sarrazins Samen trägt Früchte

Sibylle Lewitscharoff beim Literaturfest in München 2012   Quelle: Wikimedia User LiteraturkreisAm 2. März hielt die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff im Dresdner Schauspielhaus eine Rede, in der sie die moderne Apparatemedizin kritisierte, über die richtige Haltung zum Tod nachdachte – und Kinder, die mithilfe künstlicher Befruchtung auf die Welt gekommen sind, als „Halbwesen“, welche bei ihr „Horror“ und „Abscheu“ hervorriefen, bezeichnete. Der Dramaturg des Hauses antwortete mit einem offenen Brief, weil er die Würde des Menschen angetastet sieht. Ein Kommentar.

von LINA BRÜNIG

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Große Preise werfen ihre Schatten voraus

John Morgan: Gentlemen of the Jury (1861)   Quelle: WikimediaEntscheidungen über Auszeichnungen, Preise und ihre Träger sind häufig strittig, aber ebenso umstritten sind auch die Entscheidenden. Das gilt nicht nur für DSDS oder GNTM, sondern im Grunde immer, wenn sich eine Experten-Jury berufen fühlt oder berufen wird, also auch für die Buchbranche. Seien wir also gespannt auf weitere Verkündigungen im diesjährigen Literaturpreis-Catchen.

von SYLVIA KOKOT

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Hey Billy, what’s your cure for pain?

Christiaan Tonnis ~ William S. Burroughs 3 / Oil on Canvas / 61 x 72.8 inches / 1999 Quelle: WikimediaProvokant, kriminell, abartig, genial? Von William S. Burroughs kann man halten, was man will. Doch dass er sowohl in literarischer und künstlerischer, als auch in gesellschaftlicher Hinsicht ein Pionier war, steht außer Frage. Zum 100. Geburtstag des vielseitigsten Vertreters der Beat-Generation.

von ESRA CANPALAT

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Warum es keine Kolumnenvertretung geben kann, 3. KW

Die Vertretung brütet über dem Notizbuch   Foto: Sylvia KokotWas ist eine Kolumne? Etymologisch auf den Begriff der „Säule“ zurückführbar, handelt es sich im Druck lediglich um eine Satzspalte. Der Textumfang richtet sich also eigentlich nach Gestaltung und Maß des jeweiligen Presseerzeugnisses und nicht nach dem Gutdünken des sie produzierenden Autors. Das ändert sich natürlich mit den modernen Druckverfahren, spätestens mit dem Eintritt in das digitale Zeitalter – wann auch immer dieser passiert sein soll – und lässt ggf. eine gewisse Laxheit im Umgang mit der Zeichenzahl, auch in diesem Texterzeugnis, erkennen, was jedoch nicht unbedingt störend sein muss.

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