Über Männer im Wochenbett, Transvestiten und die indische Freiheitsbewegung

Aufmarsch von NS-Studenten vor dem Institut für Sexualwissenschaft unmittelbar vor dessen Plünderung und Zerstörung am 6. Mai 1933

Aufmarsch von NS-Studenten vor dem Institut für Sexualwissenschaft unmittelbar vor dessen Plünderung und Zerstörung am 6. Mai 1933 Quelle Wikimedia

Hirschfeld (1868-1935): Der Sexualforscher begibt sich auf Weltreise, um Eherituale, Familientraditionen und Sexualkrankheiten verschiedener Kulturen kennenzulernen. Dabei steht ein Besuch im Prostitutionsviertel von Tokyo oder von Phallussymbolen in Indonesien ganz oben auf der Liste. Zurück in Europa konnte der Vordenker sexueller Bewegungen aus Furcht vor den Nazis nie wieder deutschen Boden betreten.

Von MAXI GÖDEL

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Am Rande des Schreibverbots

Friedo Lampe - Am Rande der Nacht   Cover: WallsteinFriedo Lampe schaffte es zwar, schreibend im Dritten Reich zu leben, doch sein schriftstellerisches Leben stand im Schatten des Nationalsozialismus. Nur vier Wochen nach Erscheinen seines Debütromans Am Rande der Nacht wird er zu Beginn des Jahres 1934 von den Nationalsozialisten verboten und hat keine Chance, von der Presse und dem zeitgenössischen Lesepublikum wahrgenommen zu werden.

von ANNIKA MEYER

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Morgen um neun – Scheidungsroman einer fast vergessenen Autorin

Morgen um neun   Foto: Lina NiermannAm 10. Mai dieses Jahres 1933 wurden meine Bücher in Berlin öffentlich verbrannt, zusammen mit denen von über dreißig anderen Autoren. Nie zuvor war ich in besserer Gesellschaft gewesen. (Kaus 1990: S. 151)

Mit diesen Worten kommentiert die österreichische Schriftstellerin Gina Kaus die Verbrennung ihrer Werke im Rahmen der nationalsozialistischen „Aktion wider den undeutschen Geist“ in ihrer erstmals 1979 erschienenen Biografie Und was für ein Leben … mit Liebe und Literatur, Theater und Film. Unter den verbrannten Büchern befand sich auch ihr Scheidungsroman Morgen um neun, in dem Kaus das Lebensgefühl der 1920er und beginnenden 30er Jahre in der Kulturmetropole Wien einfängt: Ein Roman, so unkonventionell wie seine Autorin.

von LINA NIERMANN

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Die Hoffnung stirbt zuletzt

Gedenktafel Else Lasker-Schülers in Berlin Quelle: User OTFW WikimediaMit einer schauerlichen Geschichte, vorgetragen an einem Weihnachtsabend, beginnt die 1932 im Rowohlt Verlag erschienene Erzählung Arthur Aronymus von Else Lasker-Schüler. Hierin erzählt sie nicht nur von der Verfolgung und Diskriminierung der Juden, sondern auch von der Möglichkeit der Versöhnung.

von ESRA CANPALAT

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Tucholskys Schloss Gripsholm

Tucholsky Gripsolm Cover - 1931Ein sich neckendes Pärchen und die Pein und Folter eines Waisenkindes

Der deutsche Journalist und Schriftsteller Kurt Tucholsky, geboren am 9. Januar 1890 in Berlin, stammte aus einer gutbürgerlich-jüdischen Familie. Sein Vater Alex Tucholsky arbeitete sich vom einfachen Bankkaufmann zum Direktor der Berliner Handelsgesellschaft (BHG) hoch, so dass Kurt Tucholsky in wohlhabenden Verhältnissen aufwuchs (vgl. Hepp 2008: S.8).

von CHRISTOPH BÜRGENER

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Die Unvollendete: Irmgard Keun

Quelle: User OTFW Wikimedia

Quelle: User OTFW Wikimedia

Verglichen mit anderen deutschen Exilautoren ist Irmgard Keun eine ambivalente, schwierig zu fassende Persönlichkeit: ein Star in der Weimarer Republik, im Exil mit literarischen Größen wie Stefan Zweig und Egon Erwin Kisch bekannt, Geliebte von Joseph Roth – und doch über weite Strecken als zwar talentierte, aber harmlose Unterhaltungsschriftstellerin abgetan.

von LINA BRÜNIG

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Joseph Roths Hiob – Ein Roman zwischen Krise und Wunder

Flickr.de; Quelle kellerabteil

Flickr.de; Quelle kellerabteil

Zusammen mit seinem Radetzkymarsch bildet der 1930 erschienene Roman Hiob. Roman eines einfachen Mannes das Hauptwerk Joseph Roths. Moses Joseph Roth (1894-1939) stammt aus einer ostgalizischen Kleinstadt, doch verkehrt schon früh in den Metropolen Europas. Bereits in seinen Erfolgsjahren zeichnet sich sein späterer sozialer Abstieg ab. Roths Werk ist gleichermaßen geprägt vom aktuellen Krisenbewusstsein und der Hoffnung auf ein Wunder.

von LARA THEOBALT

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Eine Anleitung zum Widerstand: Anna Seghers gefährliche Gefährten

Anna Seghers    Quelle: Bundesarchiv, Bild 183F01140204003  Hochneder, Christa  CC BY SANoch bevor ihre Werke bei der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 dem Feuer und der nationalsozialistischen „Aktion wider den undeutschen Geist“ zum Opfer fielen, flüchtete die Schriftstellerin Anna Seghers (1900 – 1983) kurz nach der Machtergreifung Hitlers und nach einer Verhaftung durch die Gestapo aus ihrer deutschen Heimat.

von PIA ALEITHE

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Nicht überflüssig

Berlin, Opernplatz, Bundesarchiv, Bild 10214597  CC-BY-SA

10. Mai 1933 auf dem Opernplatz in Berlin Quelle: Bundesarchiv, Bild 10214597 CC-BY-SA

Zum 80. Jahrestag der Bücherverbrennung bringt literaturundfeuilleton eine neue Serie heraus: Studierende der Ruhr-Universität Bochum rufen die historischen Geschehnisse in Erinnerung und lassen teils vergessene Bücher wieder auferstehen.

Von ESRA CANPALAT und ANNIKA MEYER

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