Sex und Sühne

Nino Haratischwili – Die Katze und der General Cover: Frankfurter Verlagsanstalt

Nino Haratischwili gelingt es, das bewegende Schicksal einer vergewaltigten und ermordeten Tschetschenin zu den zwei Fragen verkommen zu lassen, wer mit wem in die Kiste hüpft und wann endlich mal Tacheles geredet wird.  Die hölzern wirkenden Figuren drucksen mehrheitlich um den heißen Brei herum. Übrig bleibt der perfekte Roman – für jeden, der sich an plumper Unterhaltungslektüre ergötzen kann.

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Ein Kinderspiel mit dem Zitate-Mosaik

María Cecilia Barbetta – Nachtleuchten Cover: S. Fischer

María Cecilia Barbettas Nachtleuchten ist wohl der Traum eines jeden Literaturwissenschaftlers. Die argentinisch-deutsche Autorin kombiniert autoreferenzielle und intertextuelle Bezüge zu einem Textgewebe, welches aus unzähligen roten Fäden gleich einen ganzen roten Teppich entstehen lässt. Dabei spielt sie gekonnt mit Wörtern, den Möglichkeiten eines veränderbaren Schriftbildes und auf inhaltlicher Ebene mit grausam-grotesken Anwandlungen eines Landes zwischen Diktatur und Demokratie.

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Die Federn des Bösen

Susanne Röckel – Der Vogelgott Cover: Jung und Jung

Susanne Röckel entführt ihre Leser in die Abgründe des menschlichen Verstandes. Durch die Entdeckung eines naturvölkischen Glaubens gerät Familie Weyde in den Sog des Schrecklichen – von Erzählungen und Darstellungen eines mysteriösen Vogelgottes sind sie ebenso fasziniert wie abgestoßen. Dabei sehen sich die Figuren einer feindlichen Umwelt ausgesetzt, deren Atmosphäre Röckel sprachlich auf faszinierende Weise ausstaffiert. Der Vogelgott: ein Schauerroman mit einer Familie zwischen Genie und Wahnsinn.

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Am Anfang war das Ende

Inger-Maria Mahlke – Archipel Cover: Rowohlt

Inger-Maria Mahlke widmet sich in Archipel einhundert ereignisreichen Jahren dreier Familien auf dem spanischen Eiland Teneriffa. Das interessante Konzept einer in der Zeit zurückwandernden Erzählung krankt jedoch an einer zu großen Anzahl verschiedener Handlungsstränge, die inhaltlich schlichtweg uninteressant sind und sich in offenen Enden verlieren. Dabei stolpert die Autorin über sprachliche Unzulänglichkeiten, während die wechselhafte spanische Geschichte zum bloßen Hintergrundgeräusch verkommt.

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Sechs Kosmopoliten suchen einen Mörder

Maxim Biller – Sechs Koffer Cover: Kiepenheuer & Witsch

Sechs Koffer ist wahrlich alles andere als Unterhaltungslektüre. Das Vermächtnis des Großvaters Schmihl und die Widerfahrnisse der Familie Biller auf dem Weg aus Prag in den Westen zeichnen das Porträt einer nicht gerade sympathischen Familie, die den teils lebensbedrohlichen Schikanen des Kommunismus zu entrinnen sucht. Mit seinem direkten – man ist dazu verleitet zu sagen: beinahe ordinären – Sprachstil bewegt sich Maxim Biller irgendwo zwischen Krimi, Agententhriller und Familientragödie.

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Die Kurzliste

Logo Deutscher Buchpreis 2014Heute wurde sie bekanntgegeben, die Shortlist des Deutschen Buchpreises: Vier Autoren und zwei Autorinnen haben nun noch die Chance am 6. Oktober für den besten Roman ausgezeichnet zu werden.

von NADINE HEMGESBERG

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Das Beste aus der Uckermark

Sasa Stanisic - Vor dem Fest   Cover: LuchterhandGestatten Hemgesberg, hier nun das Beste vom Feste. Vieles ist geschrieben worden über den Roman Vor dem Fest von Saša Stanišić. Ein gutes Buch ist es, zudem auch noch prämiert: Im März bekam Stanišić den Preis der Leipziger Buchmesse zuerkannt. Der Deutsche Buchpreis, auf dessen Longlist Vor dem Fest sich befindet, könnte folgen. Eine Nachlese zu einem Buch eines großartigen jungen Erzählers, der über den Tod, das kollektive Gedächtnis, den Krieg, das Leben und eine Fähe schreibt.

von NADINE HEMGESBERG

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Auf eine literarische Empörung KW. 33

Offizielles Logo des Deutschen Buchpreies 2014Gestatten Hemgesberg. Am Mittwoch wurde die alljährliche Longlist mit den 20 Anwärterromanen für den Deutschen Buchpreis veröffentlicht. Eben jene Liste führte zu allerlei Reaktionen seitens des Feuilletons, größtenteils keine guten. Wo sind die Frauen? Wo ist der Herbst? Wo sind die Indies? Warum? Wieso? WTF?

von NADINE HEMGESBERG

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Normandie-Melancholie

Mirko Bonné - Nie mehr Nacht   Cover: SchöfflingIn Nie mehr Nacht erzählt Mirko Bonné von einem Künstler am Rande einer Zeichenblockade – und das mittels einer malerischen und stimmungsvollen Sprache, die aus seinen Worten Bilder macht.

von STEFANIE KÄHNE

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Deutscher Buchpreis für Terézia Mora

Logo Deutscher Buchpreis 2013, PressefotoWer hätte das gedacht? Terézia Mora gewinnt den Deutschen Buchpreis 2013 mit Das Ungeheuer und setzt sich gegen Mirko Bonné, Reinhard Jirgl, Clemens Meyer, Marion Poschmann und Monika Zeiner durch. Ein „perspektivenreicher Nekrolog“ und eine „lebendige Road-Novel“ hat also am Ende die Nase vorn.

von NADINE HEMGESBERG

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