Zwischen Spartakus und Bonaparte

Sudhir Hazareesingh: Black Spartacus; Cover: C. H. Beck

Sudhir Hazareesinghs Biografie Black Spartacus porträtiert den Mann, der in der französischen Kolonie Saint-Domingue die schwarze und kreolische Bevölkerung aus der Sklaverei in die Freiheit führte und der damit den Weg ebnete für die Unabhängigkeit des heutigen Haiti: Toussaint Louverture. Hazareesingh zeigt auf, dass es Toussaint als fähigem General gelang, nacheinander Franzosen, Briten und Spanier bittere Niederlagen zuzufügen. Auch politisch konnte „der schwarze Spartakus“ häufig seinen Willen durch geschicktes und weitsichtiges Handeln durchsetzen, wobei er jedoch seine republikanischen Ideale für die eigene Machtposition verriet. Eine durch ihren Detailreichtum beeindruckende Biografie, die zugleich die Stärken und Schwächen dieses geschichtswissenschaftlichen Genres aufzeigt.

von THOMAS STÖCK

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Zwischen Kaiserreichkitsch und Politikerleichen, oder: Ein Samstag in Weimar

Thomas Hüetlin: Berlin, 24. Juni 1922; Cover: Kiepenheuer & Witsch

Mehr als pünktlich zum 100. Jahrestag des Mordes am damaligen deutschen Außenminister Walther Rathenau veröffentlicht Kiepenheuer & Witsch mit Berlin, 24. Juni 1922 ein rasant erzähltes und geschriebenes Sachbuch zu diesem Attentat, das bis heute noch nicht so recht in den Köpfen der Deutschen präsent ist. Journalist und Autor Thomas Hüetlin führt uns in die einsam-elitäre Welt Rathenaus, aber auch in die Köpfe derjenigen, die ihn am helllichten Tag auf offener Straße äußerst brutal und blutig ermordet haben. Außerdem: teutonische Rührseligkeit, beleidigte Terroristenliteraten und Liebesbriefe auf Hakenkreuzpapier.

von CARO KAISER

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Böse Bücher, böse Lektüre

Lise Allirand et al. (Hg.): Literatur und das Böse; Cover: Christian A. Bachmann Verlag

Eine etwas andere Rezension: Anlässlich des 10. Jubiläums des Studierendenkongresses der Komparatistik richtete die Fachschaft Komparatistik der Ruhr-Uni Bochum 2019 – und dabei auch meine Wenigkeit – selbigen Kongress zum Thema Literatur und das Böse aus. Der nun erschienene gleichnamige Band vereint 19 der damals vorgetragenen Redebeiträge und führt uns zu Grenzfällen der Literatur: zu Büchern, die ihre Autoren ins Gefängnis bringen; zu Lektüren, die in den Wahnsinn treiben; und zu der Frage, was Literatur leisten darf, soll und muss.

von THOMAS STÖCK

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