Unterhaltsame Relevanz im Operettengewand

"Die Blume von Hawaii" an der Oper Dortmund   Foto: Björn Hickmann, Stage Picture

„Die Blume von Hawaii“ an der Oper Dortmund Foto: Björn Hickmann, Stage Picture

Wie schön muss es sein, in einer Operettenwelt zu leben? Man umgibt sich mit fröhlichen und herzzerreißenden Melodien, alles ist bunt und glitzert, und man beschäftigt sich den ganzen Tag mit verwirrenden Liebesdreiecken und vielen Happy Endings. Die Oper Dortmund versucht nun, den Besuchern einen Einblick in ebendiese, vordergründig rein fröhliche, Operettenwelt zu geben und zeigt Paul Abrahams Die Blume von Hawaii. Während Spaß, Goldregen und Showtreppen den Hauptteil des Abends einnehmen, überraschen die Dortmunder doch auch immer wieder mit erstaunlich tiefgreifenden und nachdenklichen Szenen und bieten so einen Operetten-Abend, der abwechslungsreicher kaum sein könnte.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Barock vor „Game of Thrones“-Kulisse

Händels "Alcina" am Theater Münster Foto: Oliver Berg

Händels „Alcina“ am Theater Münster Foto: Oliver Berg

Opern- und Musicalregisseur Sebastian Ritschel inszeniert am Theater Münster Georg Friedrich Händels Alcina und eröffnet damit die „Tage alter Musik“. Während die Bühne mit so mancher effektvollen Überraschung aufwartet, bleibt das musikalische Geschehen aber trotz des beherzten Dirigats Attilio Cremonesis auf einem mittleren Niveau.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Liebe Kinder, wer nicht faul ist, kann nichts schaffen!

"Die Abenteuer des starken Wanja" im Ringlokschuppen Ruhr Foto: Stephan Glagla

„Die Abenteuer des starken Wanja“ im Ringlokschuppen Ruhr Foto: Stephan Glagla

Die neueste Inszenierung von vorschlag:hammer in Kooperation mit dem Ringlokschuppen Ruhr widmet sich, wenn auch nicht ausschließlich, den Kleinsten unter uns. Mit Witz, Fantasie und am Ende gar einem Fünkchen Bürokratie ist Otfried Preußlers Die Abenteuer des starken Wanja nicht nur ein gelungenes Familienstück, sondern auch eine Kampfansage an den Arbeitszwang und Leistungsdruck unserer Zeit.

von SILVANA MAMMONE Weiterlesen

Mein lieber Schwan!

Wagners "Lohengrin" am Essener Aalto-Theater Foto: Forster

Wagners „Lohengrin“ am Essener Aalto-Theater Foto: Forster

„Nie sollst du mich befragen, noch Wissens Sorge tragen, woher ich kam der Fahrt, noch wie mein Nam‘ und Art.“ Nein, das Essener Aalto-Theater hat in dieser Spielzeit keine Vertonung der Grimmʼschen Rumpelstilzchen-Geschichte im Programm. Jedenfalls nicht direkt. Dieses zentrale Zitat stammt aus Richard Wagners Oper Lohengrin, die seit Anfang Dezember das Essener Publikum spaltet.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

So hip kann man gar nicht sein: Thomas Meinecke legt „Selbst“ auf

Thomas Meinecke - Selbst Cover: Suhrkamp

Thomas Meinecke – Selbst Cover: Suhrkamp

Im „verwilderten Gestrüpp neben dem Hintereingang zum Institut für vergleichende Irrelevanz“ ereignen sich Dates zwischen Menschen, die offensiv mit ihrer geschlechtlichen Identität spielen: Das ist Programm, aber ist es mehr?

von STEPHANIE HEIMGARTNER Weiterlesen

Befreiung aus dem Gefängnis des Geistes

Hubert Dreyfus und Charles Taylor - Die Wiedergewinnung des Realismus Cover: Suhrkamp

Mit ihrem Gemeinschaftswerk Die Wiedergewinnung des Realismus mischen sich zwei der bedeutendsten Philosophen unserer Tage, Hubert Dreyfus und Charles Taylor, in die Debatte um das gegenwärtige Wiederaufleben des Realismus – oder sollte man besser sagen: der Realismen ? – ein. Ihr Buch gehört zweifellos zu dem Besten, was man zu diesem Thema lesen kann.

von BERNHARD STRICKER Weiterlesen

„Gib alles was du hast auf deine Zunge“

COVER_Sebastian_23_Hinfallen_LektoraHinfallen ist wie Anlehnen, nur später, ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, Gedichten und allem, was sich dazwischen bewegt. Sebastian 23, einer der bekanntesten Poetry Slammer Deutschlands, entzieht sich als Poet, Gesellschaftskritiker und Kabarettist jeglicher Einordnung. Sein Buch kann wie eine Tragikomödie über diese Welt gelesen werden: In den lustigen, ernsten, häufig ironischen Texten blickt der Leser auf die Gegenwart wie durch ein Kaleidoskop und entdeckt ihre schillerndsten Farben.

von ANNA BREIDENBACH Weiterlesen

Ecce homo caesaris – Porträt des Kaisers als armes Geschöpf

John Williams - Augustus Cover: dtv

John Williams – Augustus Cover: dtv

„Ich bin ein Mensch und so dumm und schwach wie alle Menschen“, konstatiert der mittlerweile Augustus genannte römische Kaiser am Ende seines Lebens und blickt zurück auf ein Reich, das in der Weltgeschichte seinen ersten Höhepunkt erreichte. John Williams zeigt uns in Augustus das lange, traurige Leben eines Menschen, der sich seinen staatlichen Pflichten widmet wie ein Vater seinen Kindern – und unglücklich und zufrieden zugleich ankommt in der Erfüllung seines Schicksal.

von JONAS PODLECKI Weiterlesen

So long, Leonard

leonard_cohenDer kanadische Songwriter, Sänger und Dichter Leonard Cohen ist am 7. November im Alter von 82 Jahren verstorben. Mit einem seiner besten Alben, dem erst vor wenigen Wochenerschienenen You Want It Darker, nimmt er Abschied. Seine unverwechselbare Stimme wird noch lange nachhallen – in unseren Ohren und in unseren Herzen.

von BERNHARD STRICKER Weiterlesen

Eine Idee von NYC in NRW

George Balanchine: Mozartiana © The George Balanchine Trust FOTO © Gert Weigelt

George Balanchine: Mozartiana © The George Balanchine Trust FOTO © Gert Weigelt

Das New York City Ballet ist untrennbar mit zwei Namen verbunden: George Balanchine und Jerome Robbins. Jeweils ein Werk der wegweisenden Choreografen wurde nun ausgewählt, um für Martin Schläpfers Uraufführung Konzert für Orchester einen mehr als stimmungsvollen Rahmen zu bilden. Schläpfer schmückt sich bei seinem Ballettabend b.29 mit zwei der wichtigsten Vertreter des Neoklassischen Balletts und schafft es dennoch, hervorzustechen.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen