„Wer noch Milchzähne hat, den könnt ihr laufenlassen.“

Stephan Thome – Gott der Barbaren Cover: Suhrkamp

In seiner Erzählung Gott der Barbaren über den Taiping-Aufstand im China des 19. Jahrhunderts stilisiert Stephan Thome seinen Roman zu einer Kulturgeschichte des Fremden. Inmitten von politischen Würdenträgern, gewaltenthemmten Kriegern und unaussprechlichem Leid versucht der Deutsche Philipp Johann Neukamp, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Doch während die Gewaltexzesse in immer grausamere Taten kulminieren, geht dem Roman selbst ein wenig die Puste aus.

von THOMAS STÖCK Weiterlesen

Werbeanzeigen

Die letzten 90 Minuten im Leben der Emma Bovary

Madame Bovary bei den Ruhrfestspielen_Foto: Thomas Dashuber

Madame Bovary bei den Ruhrfestspielen Foto: Thomas Dashuber

Mateja Koležniks Inszenierung von Madame Bovary (nach dem gleichnamigen Roman von Gustave Flaubert, in der Bearbeitung von Albert Ostermaier) beginnt mit dem Ende der Protagonistin: Emma Bovary hat sich mit Arsen vergiftet. Ihr Todeskampf ist lang und qualvoll. Ihr Mann und der Doktor sind zwar bei ihr, können aber nichts mehr für sie tun. Sie nimmt deren Anwesenheit auch nicht mehr wahr, da ihr Leben in kurzen Fragmenten an ihr vorbeizieht. Und so wird das Publikum des Kleinen Theaters während der Ruhrfestspiele in Recklinghausen Zeuge des Beginns ihres Dramas.

von VERENA SCHÄTZLER Weiterlesen

Viel Federlesen um Thomas Hettche

Thomas Hettche: Pfaueninsel   Cover: Kiepenheuer und WitschIn Die Pfaueninsel erzählt Thomas Hettche ein Märchen des 19. Jahrhunderts und findet damit, wonach der junge Walter Benjamin suchte: Die ersehnte Trophäe, hier ist sie.

von SIMONE SAUER-KRETSCHMER Weiterlesen

„Wer bin ich?“

Umberto Ecos Der Friedhof in Prag führt den Leser in das späte 19. Jahrhundert in Frankreich. Es ist eine Zeit des politischen Umbruchs, in welcher der Protagonist lebt. Der Hauptmann Simonini begibt sich auf die Suche nach seiner Identität, derer er sich nicht mehr sicher ist. Die Frage, ob seine Persönlichkeit gespalten ist, soll sich über die Rekonstruktion der vergangenen Jahre in einem Tagebuch klären, da Simonini zu allem Überfluss auch sein Gedächtnis verloren hat.

von SARAH PLATH

Weiterlesen