Schuster, bleib bei deinen Leisten

b.36 Schwanensee an der Deutschen Oper am Rhein Foto: Gert Weigelt

b.36 Schwanensee an der Deutschen Oper am Rhein Foto: Gert Weigelt

Ausgerechnet im Jahr von Marius Petipas 200. Geburtstag bringt die Oper am Rhein einen Schwanensee auf die Bühne, der kaum noch etwas mit dem ikonischen Ballettklassiker gemein hat. Während sich das Risiko tänzerisch voll und ganz auszahlt, fehlt der Inszenierung vor allem in den berühmten weißen Akten das Tempo. Martin Schläpfer beweist mit seinem Handlungsballettdebüt, dass seine Leistung als Regisseur noch nicht an sein Schaffen als Choreograf heranreicht.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

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Mutige Moderne und recycelte Zuschauermagnete

"10 By Ben" am Aalto-Theater Essen Foto: Bettina Stöß

„10 By Ben“ am Aalto-Theater Essen Foto: Bettina Stöß

Mit 10 By Ben feiert Ben Van Cauwenbergh nicht nur sein Schaffen der vergangenen zehn Jahre am Essener Aalto-Ballett als Choreograf und Ballettintendant, sondern auch sich selbst. Hierbei wird jedoch deutlich: Der Star ist ganz eindeutig das Ensemble. In Van Cauwenberghs Jubiläums-Show glänzen vor allem die erstklassigen Solisten des Essener Aalto-Balletts. Und das meist in Werken, die eben nicht von ihrem Intendanten choreografiert wurden. 

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Vivat Venezia!

Johann Strauß' "Eine Nacht in Venedig" am Aalto-Theater Essen Foto: Jörg Landsberg

Johann Strauß‘ „Eine Nacht in Venedig“ am Aalto-Theater Essen Foto: Jörg Landsberg

Altmodisch, zu brav, anspruchslos – die Operette gilt manchem als überholte Gattung. Dass sie quicklebendig ist, zeigt Bruno Klimek mit seiner Inszenierung von Johann Strauß’ Eine Nacht in Venedig am Essener Aalto-Theater in einem Abend voller Witz, Lust(barkeit) und unterhaltsamer Gegenwartskritik.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Ein amerikanisches Heimspiel in Essen

Leonard Bernstein Foto: Jack Mitchell

Leonard Bernstein Foto: Jack Mitchell

Die Philharmonie Essen hat im Rahmen seiner Konzertreihe Leonard Bernstein zum 100. Geburtstag Grammy-Preisträgerin Hilary Hahn zusammen mit der Houston Symphony eingeladen, sich vor einem der wichtigsten Komponisten des vergangenen Jahrhunderts zu verneigen. Der kolumbianische Dirigent Andrés Orozco-Estrada präsentiert ein Programm, das neben Bernsteins sicher größtem Hit auch ein unbekannteres Werk aus dem Œuvre des Ausnahmemusikers beinhaltet. Abgerundet wird der Abend durch Antonín Dvořáks siebte Sinfonie. Während Beginn und Finale des Konzertabends voll und ganz überzeugen, ist ausgerechnet der Auftritt der berühmten Solistin weniger bemerkenswert.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Ein Bergbau-Märchen als Opernrarität

Heinrich Marschners "Hans Heiling" am Aalto-Theater Essen Foto: Thilo Beu

Heinrich Marschners „Hans Heiling“ am Aalto-Theater Essen Foto: Thilo Beu

Das Aalto-Musiktheater traut sich was: Nach Meyerbeers Le Prophète in der letzten Spielzeit bringt es jetzt eine Neuinszenierung der ebenfalls selten zu erlebenden Oper Hans Heiling von Heinrich Marschner auf die Bühne. Die Essener Philharmoniker werden von Frank Beerman, einem profunden Kenner des romantischen Randrepertoires, ausdifferenziert und klangmächtig durch den Abend geführt, während die Inszenierung von Andreas Baesler den lokalpatriotischen Bezug zu Aufstieg und Fall der Zechenkultur – etwas zu konsequent – deutlich macht.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Der sterbende Schwan erlebt seine Auferstehung

"Schwanensee" am Aalto-Theater Essen Foto: Bettina Stöß

„Schwanensee“ am Aalto-Theater Essen Foto: Bettina Stöß

2018 wäre Marius Petipa 200 Jahre alt geworden. Ben Van Cauwenbergh verbeugt sich mit seiner Version des Schwanensees im Essener Aalto-Theater vor einem der wichtigsten und wohl auch schönsten Ballette Tschaikowskis und lässt große Teile der ikonischen Choreografie Petipas unangetastet. Das Konzept geht auf und sorgt für viele begeisterte Zwischenrufe und einen frenetischen Schlussapplaus. 

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Alle Jahre wieder

"Der Nussknacker" am Aalto-Theater Essen Foto: Bettina Stöß

„Der Nussknacker“ am Aalto-Theater Essen Foto: Bettina Stöß

Das Essener Aalto-Theater setzt auch in diesem Winter auf eine sichere Bank für ein ausverkauftes Haus. Insgesamt nur drei Mal steht Ben Van Cauwenberghs Nussknacker-Interpretation von 2015 auf dem Spielplan. Weniger Essens Hauschoreograf als vielmehr die exzellenten Tänzer und die fabelhaften Essener Philharmoniker entlocken auch dem größten Weihnachtsmuffel besinnliche Gefühle.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Märchenmusik mit Knusperhexe

Humperdincks "Hänsel und Gretel" am Aalto-Theater Essen Foto: Saad Hamza

Humperdincks „Hänsel und Gretel“ am Aalto-Theater Essen Foto: Saad Hamza

In der (vor-)weihnachtlichen Regie der Mezzosopranistin Marie-Helen Joël bringt das Essener Aalto-Theater Hänsel und Gretel kindgerecht auf die Bühne. Die musikalische Qualität des Abends führt einmal mehr vor Augen, dass Humperdincks Märchenspiel in drei Bildern durchaus keine Banalität ist, sondern ein ernst zu nehmendes Werk des post-wagnerianischen Musiktheaters.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Folklore mit Schwung oder: Die böhmische Pechmarie

Smetanas "Die verkaufte Braut" am Essener Aalto-Theater Foto: Matthias Jung

Smetanas „Die verkaufte Braut“ am Essener Aalto-Theater Foto: Matthias Jung

Zur Eröffnung der Spielzeit 2017/18 präsentiert das Essener Aalto-Musiktheater den vielleicht größten Klassiker des tschechischen Musiktheaters, Smetanas Die verkaufte Braut, auf Deutsch. Während das junge Regieduo SKUTR inszenatorisch nur wenige Akzente setzt, lässt der Abend in musikalischer Hinsicht beinah keinen Wunsch offen. Vor allem Jessica Muirhead in der Titelpartie und Tomáš Netopil an der Spitze seiner Essener Philharmoniker sorgen für genussvolle Momente.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Hauptsache, es knallt

Mozarts "Titus" am Essener Aalto-Theater Foto: Thilo Beu

Mozarts „Titus“ am Essener Aalto-Theater Foto: Thilo Beu

Ausgerechnet am fünften Doch-Nicht-Geburtstag des Berliner Pannen-Flughafens lädt das Essener Aalto-Theater zur letzten Premiere seiner diesjährigen Spielzeit. Regisseur Frédéric Buhr siedelt die antike Geschichte um den milden Kaiser Titus (zufällig?) an einem stylishen Flughafen in unserer Gegenwart an und präsentiert eine bemüht aktuelle Mozart-Interpretation, die seine Holzhammermethode nicht nötig gehabt hätte, um Aktualität widerzuspiegeln.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen