Des Rätsels Lösung – der Spannung Verfall? 

Marie Benedict: Mrs. Agatha Christie; Cover: Kiepenheuer & Witsch

Nimmt man eine der bekanntesten Krimiautorinnen als Protagonistin des eigenen Romans, gleicht das Schreiben eines solchen dem Spiel mit dem Feuer. Die Erwartung an den Roman Mrs Agatha Christie selbst, aber auch Marie Benedicts Schreibweise ist hoch. Kann der Roman dem gerecht werden und das bis heute ungelöste Rätsel um das kurzzeitige Verschwinden der Autorin einen spannenden Roman entwickeln oder lodert die Flamme der Erwartung zu stark?  

von SASKIA BRÜNGER

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Agatha Christie, Queen of Crime

Agatha Christie (1890–1976); Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

Sie gilt als die meistgelesene und -verlegte Schriftstellerin aller Zeiten, übertroffen wird sie nur von der Bibel und William Shakespeare – Grund genug, über Agatha Christie zu sprechen. Doch nicht nur ihr Werk, auch ihre Biografie ist einen Blick wert. Denn die ist für eine Frau, die im späten 19. Jahrhundert auf die Welt kam, mindestens als ungewöhnlich zu bezeichnen. Ihren Beinamen Queen of Crime verdankt sie den insgesamt 66 Kriminalromanen, die sie im Laufe ihres Lebens verfasst hat. Doch Christie konnte nicht nur Krimi – sie veröffentlichte auch zahlreiche Kurzgeschichten und Theaterstücke.

von REEMDA HAHN 

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Der verführerische Klang rostiger Wasserrohre

Tove Ditlevsen: Gesichter; Cover: Aufbau

Nachdem 2021 mit der hochgelobten Kopenhagen-Trilogie (Kindheit, Jugend und Abhängigkeit) ein regelrechtes Tove-Ditlevsen-Jahr im deutschsprachigen Feuilleton gefeiert wurde, ging es im Februar dieses Jahres schon mit der nächsten Neuübersetzung und Veröffentlichung aus dem Œuvre der 1976 verstorbenen dänischen Autorin weiter. Gesichter (dän. Originaltitel: Ansigterne, erstmals veröffentlicht 1968) erzählt die Geschichte einer gefeierten Kinderbuchautorin mit Schreibblockade, Eheproblemen – und jeder Menge schauriger Paranoia.

von CARO KAISER

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„Mein Geist verlangte nach einer kleineren Welt“

Ottessa Moshfegh: Der Tod in ihren Händen; Hanser Berlin

Ottessa Moshfegh wagt mit ihrem neuen Roman Der Tod in ihren Händen einen Vorstoß in die Welt der unzuverlässigen Erzähler und schafft eine Protagonistin, deren einsamer Alltag durch den Fund eines Zettels durchbrochen wird, der von einem vermeintlichen Mord berichtet. Was zunächst nach dem Anfang eines klassischen Whodunit-Krimis aussieht, bekommt sehr schnell einen bitteren Beigeschmack. Geht es hier wirklich um die Aufklärung eines Mordes oder sollte eigentlich etwas ganz anderes aufgearbeitet werden?

von NICK PULINA

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