Sechs Kosmopoliten suchen einen Mörder

Maxim Biller – Sechs Koffer Cover: Kiepenheuer & Witsch

Sechs Koffer ist wahrlich alles andere als Unterhaltungslektüre. Das Vermächtnis des Großvaters Schmihl und die Widerfahrnisse der Familie Biller auf dem Weg aus Prag in den Westen zeichnen das Porträt einer nicht gerade sympathischen Familie, die den teils lebensbedrohlichen Schikanen des Kommunismus zu entrinnen sucht. Mit seinem direkten – man ist dazu verleitet zu sagen: beinahe ordinären – Sprachstil bewegt sich Maxim Biller irgendwo zwischen Krimi, Agententhriller und Familientragödie.

von THOMAS STÖCK Weiterlesen

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Showdown in Nordkorea

Jean Echenoz – Unsere Frau in Pjöngjang Cover: Hanser Berlin

In Zeiten neuer Spannungen zwischen den USA und Nordkorea, in denen selbst vor nuklearen Drohungen per Tweet nicht mehr zurückgeschreckt wird, kommt Jean Echenoz’ gewitzter neuer Roman Unsere Frau in Pjöngjang wie gerufen. Der französische Geheimdienst schickt eine attraktive Frau in die abgeschirmte „Volksrepublik“, um die dortigen Machthaber auszuhorchen. Am Ende läuft alles aus dem Ruder, und selbst der Erzähler verliert die Übersicht – Spionage könnte kaum unterhaltsamer sein.

 

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

An der Destruktion gescheitert

Schnell, mit aller Gewalt, im Takt fliegender Projektile zieht Adams Fuge in die Schlacht und versucht, alles zu attackieren, was als sicher und gewiss gilt, letztendlich aber doch nur auf tönernen Füßen steht. Wenn nichts mehr festzustehen scheint und betonierte Grundpfeiler wie Gut und Böse, Freund und Feind, Familie, Glaube, Nationalität und Nationalismus, Liebe und Sexualität einfach nicht standhalten, so muss die Idee der eigenen Identität zusammenbrechen. Mutig probt Steven Uhly mit seinem zweiten Roman den Aufstand und scheitert – nicht nur an der Gewaltigkeit des Unterfangens.

von TOBIAS WEIßENBORN

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