Who the Fuck is Harald Rutzen…

Harald Rutzen - Es gibt immer mal wieder Leute...   Cover: Laputa Verlag…mögen Sie jetzt fragen. Eins steht fest: Harald Rutzen ist ein Menschenkenner. In seiner „Groteske in 61 Fragmenten“ Es gibt immer mal wieder Leute … nimmt er so ziemlich jede Befindlichkeit von jedermann auf die Schippe. Das ist vorrangig amüsant, mitunter entlarvend bis verstörend, in jedem Fall aber ein kurzweiliges Lesevergnügen.

von ANNA KREWERTH Weiterlesen

Von Freiheit und Verlust

Cover_KarenKoehler_Wir haben Raketen geangelt_Carl HanserFast täuscht der Titel über die Ernsthaftigkeit der Erzählungen hinweg. Aber Wir haben Raketen geangelt versammelt Geschichten, die nicht bloß in lieben Erinnerungen schwelgen, sondern sich erzählend solchen Situationen annehmen, die zwischen dem Alltäglichen und dem Extremen aufgespannt werden. Indianer und Vespafahrten, Familienportraits und Eremiten sind Themen und formgebende Elemente dieser Kurzgeschichten, denen gemeinsam ist, dass ihre Protagonisten und Erzählerinnen sich der Aufgabe stellen, sich am eigenen (Kinder-)Anspruch zu messen.

von SOLVEJG NITZKE Weiterlesen

Entschlossen maritim: Mathias Jeschkes melancholisch-ironische Gedichte

Mathias Jeschke: Der Fisch ist mein Messer Quelle: edition AZURDer Fisch ist mein Messer heißt rätselhafterweise dieser Band, und der Titel ist Programm, nicht nur, weil er es schafft, gleichzeitig auf den biblischen Hebräerbrief (4,12) und Hans Benders berühmt gewordene Poetik-Anthologie Mein Gedicht ist mein Messer von 1961 anzuspielen, sondern auch, weil diese Gedichte das mehrmalige Um-die-Ecke-Denken bei Leser und Leserin unbedingt einfordern.

von STEPHANIE HEIMGARTNER

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Das Leben – Agonie der Untröstlichen?

Margarita Kinstner - Mittelstadtrauschen   Cover: DeutickeAlles rauscht dahin: unser Leben, die Tage, die Jahre, die Menschen, die Stadt. Ist das Schicksal? Wo bleibt das Glück? Und die Liebe? In ihrem Debütroman Mittelstadtrauschen berichtet Margarita Kinstner über das Dahinplätschern des Alltags in einer Welt, in der wir uns scheinbar nichts mehr zu sagen haben.

von KATJA PAPIOREK

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Dies ist nicht mehr meine Zeit

Christa Wolf - Ein Tag im Jahr im neuen Jahrhundert   Cover: Suhrkamp1960 erscheint ein Aufruf in der Moskauer Zeitung Iswestija, Schriftsteller „mögen einen Tag dieses Jahres, nämlich den 27. September, so genau wie möglich beschreiben.“ Diese Idee ist nicht neu, sie geht zurück auf das Projekt Ein Tag der Welt von Maxim Gorki aus dem Jahr 1935. Christa Wolf folgt dem Aufruf – und schreibt weiter. Immer wieder protokolliert sie bis zu ihrem Tod im Jahr 2011 ihren 27. September. Sie schreibt gegen das Vergessen, über das Ich „eingebettet in, gebunden an seine Zeit.“

von KATJA PAPIOREK

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Die Piñata des Grauens

Jenny Lawson - DAs ist nicht wahr, oder?   Cover: MetrolitLesen Sie mein Buch, denn ich bin Teil einer grassierenden Pest!” So oder so ähnlich würde Jenny The Bloggess Lawson wahrscheinlich auf Marie Schmidts Rezension in der ZEIT reagieren. Das Phänomen der Buch gewordenen, ehemals webbasierten Tagebuchkritzeleien mag inflationär sein, sollte einen jedoch nicht dazu verleiten, zum Lachen in den Keller zu gehen. Denn mit Das ist nicht wahr, oder? zeigt sich Lawson als Meisterin der kleinen Form.

Von NADINE HEMGESBERG

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