Eisenbahnen und Holocaust

Thomas Josef Wehlim: Eisenbahnzüge Quelle: Edition Rugerup

Lars Müller hat ein Haus am Rhein geerbt. Das Haus seines Onkels ist „ziemlich viel wert“, wie sein Freund Steffen, Immobilienmakler von Beruf, sofort feststellt. Doch hinter der Tür erwartet die beiden eine Überraschung: eine Modellbahnanlage, die sich über das ganze Haus erstreckt und zum Leben keinen Platz lässt.

von PETER GOSSENS

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Wer wir sind und wie wir waren

Cover: "Alle Nähe fern" André Herzberg Quelle: Ullstein

 

In seinem neuen Roman Alle Nähe fern gelingt André Herzberg, bekannt als Sänger der DDR-Band Pankow, ein lakonischer – und vermutlich gerade deshalb besonders eindrucksvoller – Abriss deutsch-jüdischer Geschichte im 20. Jahrhundert.

von KATJA PAPIOREK

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Zwischen Massenmord und Alltagsproblemen

Martin Amis - Interessengebiet Cover: PiperThomsen, der obstruktive Mitläufer, Paul Doll, der Kommandant des Kat Zets, und Szmul, der Sonderkommandoführer – in einem namenlosen Konzentrationslager versuchen alle drei ihre Interessen zu wahren: Sand ins Getriebe werfen, Sex mit der eigenen Frau und ein reibungsloser Ablauf der Selektion, oder einfach nur blankes Überleben. In seinem neuen Roman Interessengebiet berichtet Martin Amis aus den sehr unterschiedlichen Ich-Perspektiven dieser drei Männer.

von GREGOR J. REHMER Weiterlesen

Eine Hochzeit und zig Todesfälle

"Leas Hochzeit" am Schauspielhaus Bochum Foto: Hans Jürgen LandesNein, ganz so makaber geht es in Leas Hochzeit nicht zur Sache. Doch Judith Herzbergs Stück thematisiert den Holocaust und die Folgen für die Überlebenden auf bitterböse und doch erstaunlich leichtfüßige Art und Weise. Regisseur Eric de Vroedt zeigt nun in seiner Inszenierung in den Bochumer Kammerspielen Figuren, die zwischen Verdrängung und Verarbeitung changieren und denen es nur schwerlich gelingt, gute Miene zum bösen Spiel zu machen.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Unsterbliche Vergangenheit

Katja Petrowskaja: Vielleicht Esther   Quelle: Suhrkamp VerlagKatja Petrowskaja geht in Vielleicht Esther den Geschichten ihrer ursprünglich jüdischen Familie auf den Grund: Berichte ihrer Recherchen in Warschau, Mauthausen, Auschwitz und ihrer Heimatstadt Kiew verbindet sie kunstvoll mit eigenen Erinnerungen. Trotz der schweren Thematik gelingt ihr so ein verblüffend leichtgewobenes Textgeflecht – der Versuch, die großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts und deren Auswirkungen auf Einzelschicksale in eine dichte, berührende Erzählung zu binden.

von LINA BRÜNIG

 

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Wer einmal seine Augen öffnet, kann nicht mehr ruhig schlafen

„WENN MIR DER BUS – wo ich mich für einen Platz auf der Plattform entscheide – auch sehr viel lieber ist als die Metro, so gehe ich doch am liebsten zu Fuß. Ständig von allem, was sich meinem Blick darbietet, in Versuchung geführt, ignoriere ich auf meinem Nachhauseweg mit Vergnügen jeder Abkürzung.“

von JOELLE SCHAMANN

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