„Hier endet das Menschlichsein, und damit das Menschsein“

Ljuba Arnautović: Julischnee; Cover: Hanser Verlag

In Junischnee thematisiert Ljuba Arnautović das abrupte Ende ihrer eigenen Kindheit durch den Beginn des Zweiten Weltkriegs und dessen Schrecken. Nüchtern berichtet sie dabei vom Werdegang ihres Vaters und der von den Grauen überschatteten Beziehung ihrer Eltern. Als Leser fragt man sich: Wie konnte eine Ideologie das Leben und die Zukunft so vieler Menschen in kürzester Zeit unumkehrbar verändern und welche Gefühle muss dieses langjährige Geschehen ausgelöst haben?

von SELINA WAHLEN

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Die Realität eines Bildungsversprechens

Deniz Ohde, Streulicht; Cover: Suhrkamp

Deniz Ohde schaffte es mit ihrem Debütroman Streulicht direkt auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2020. Und das zurecht: Ruppig und doch feinsinnig schreibt sie über erlebte Ungleichheiten im Bildungssystem, über Zuschreibungen als Arbeiterkind oder Kind einer Migrantin und den Drang, sich davon zu befreien. Unausweichlich hinterlässt der Roman die Frage: Was bedeutet der Bildungsgedanke heute?

von ALINA BRAUCKS

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Eine Argonauten-Reise bis an Europas Grenzzäune

Argonauten am Schauspiel Köln   Foto: Martin MiseréRegisseur Simon Solberg bringt Argonauten auf die Bühne des Schauspiels Köln. Seine (antiken) Helden werden von sechs Studierenden der Leipziger Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelsson Bartholdy“ dargestellt, die am neuen Kölner Schauspielstudio die Sage um Jason und seine Suche nach dem Goldenen Vlies mit viel Dynamik und teilweise überforderndem Medieneinsatz ins 21. Jahrhundert transportieren.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen