Frauenleichen zu verkaufen

Yukio Mishima: Leben zu verkaufen; Cover: Kein & Aber Verlag

Mehr als 50 Jahre nach seiner Erscheinung in Japan gibt es nun erstmals eine deutsche Übersetzung von Yukio Mishimas spätem Roman Leben zu verkaufen. Die skurrile Geschichte um einen jungen Mann, der sein Leben an andere Menschen verkauft, bleibt leider unter den Möglichkeiten seiner ungewöhnlichen Prämisse. Außerdem: weibliche Pos.

Von CARO KAISER

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Revolution in Kinderschuhen

Volha Hapeyeva: Camel Travel; Droschl Verlag

In ihrem Roman Camel Travel lässt die belarussische Autorin Volha Hapeyeva Kindheitserinnerungen aus der Sowjetunion der 80er und 90er Jahre wieder aufblühen, und lässt den Leser dabei an dem Leben eines kleinen Mädchens teilhaben, welches seine ganz eigene Revolution führt. Zwanzig kurze Erzählungen zeichnen ein Bild von dem Leben eines Kindes, das zwischen individuellem Bewusstsein und sowjetischen Idealen steht – und somit einen Drahtseilakt zwischen kollektiven Kindheitserinnerungen sowie sowjetischen Eigenheiten vollführt.

von KRISTINA KUBITZA

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Ein feministisches Plädoyer an die Macho-Männer

Isabel Allende: Was wir Frauen wollen; Cover: Suhrkamp Verlag

In ihrem autobiografischen Buch Was wir Frauen wollen gewährt Isabel Allende dem Leser intime Einblicke in ihr Leben als Feministin, was – wie sie sagt – bereits im Kindergartenalter begann. Das Werk selbst versteht sich als ein Sachbuch über gelebten Feminismus, Geschlechterungleichheit und – vor allem – der Selbstbestimmung der Frauen. In unaufgeregtem Plauderton berichtet die Bestsellerautorin in Anekdoten, was es bedeutet, eine Frau zu sein.

von ISABEL MANTHE

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Marcel, der Mensch

Thomas Anz: Marcel Reich-Ranicki. Sein Leben; Insel Taschenbuch

Am 2. Juni 2020 würde Marcel Reich-Ranicki seinen 100. Geburtstag feiern. In Erinnerung geblieben ist der bedeutendste deutsche Buchkritiker der Nachkriegszeit als „Literaturpapst“, für seine Verrisse war er berühmt-berüchtigt. Thomas Anz setzt mit seiner Biografie Marcel Reich-Ranicki. Sein Leben dem 2013 Verstorbenen ein lesenswertes Denkmal für sein Lebenswerk. Fakten und Anekdoten über Reich-Ranickis Leben, literarische Querverweise auf seine eigenen Werke und die Auseinandersetzung mit der Kritik am Kritiker zeigen ihn in seinen zahlreichen Facetten.

von THOMAS STÖCK Weiterlesen

Komik ist Tragik in Spiegelschrift

COVER_Meyerhoff_Lücke_KiWiJoachim Meyerhoff gelingt mit Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke erneut der Spagat zwischen hochkomischer Familiengeschichte und einfühlsamer Trauerbewältigung. Mehr noch als im Vorgänger Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war, pendelt er gekonnt zwischen künstlerischer Selbstbetrachtung und der Darstellung längst verstorbener Verwandter.

von LINA BRÜNIG Weiterlesen

Auf der Suche nach Besserland

Alexandra Friedmann - Besserland   Cover: UllsteinAlexandra Friedmann trifft mit ihrem autobiografischen Roman Besserland auf eine hochaktuelle Thematik. Doch ihre biografische Odyssee durch Europa enttäuscht im Angesicht der aktuellen Flüchtlingsproblematik.

von ALINE PRIGGE Weiterlesen

Brave Men Run (In Her Family)

Kim Gordon - Girl in a Band   Cover: Kiepenheuer & WitschIn ihrer Autobiografie Girl in a Band strotzt die ehemalige Sonic Youth-Bassistin Kim Gordon nur so vor Selbstbewusstsein. Der eher als still und schüchtern geltende Rockstar plaudert ungewohnterweise aus dem Nähkästchen. Dabei erzählt sie nicht nur Details aus ihrem turbulenten Künstler- und Musikerleben: Gordon packt richtig aus und macht aus ihren Memoiren ein Enthüllungsbuch.

von ESRA CANPALAT Weiterlesen

Nachsitzen mit Karl Ove Knausgård

Leben von Karl Ove Knausgard Quelle: LuchterhandGanz egal, wie sehr man sich auch bemüht, irgendeine ‚literarische Entdeckung‘ verpasst man immer. Falls einem das unfreiwillige Versäumnis später bewusst wird, gibt es bereits eine Vielzahl von Kommentaren zum Text, die einem die eigene Meinungsfindung nicht unbedingt erleichtern. Karl Ove Knausgårds sechsbändiges Mammutprojekt Min Kamp, das dem autobiographischen Schreiben der Gegenwart zumindest quantitativ eine neue Dimension verleiht, ist genau so ein Fall für mich. Aber: das literarische Feuilleton, Interviews mit dem Autor und die hauptsächlich in Amerika geführte Debatte, ob Knausgård gar der neue Proust sei, kennen nur eine Konsequenz – Selbst lesen.

von SIMONE SAUER KRETSCHMER

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Auf eine literarische Wurstkrokette KW 42

Liegen schwer im Magen: Brocken aus dem Literaturbetrieb und Wurstkroketten Quelle: User Kawu Wikimedia

Gestatten: Hemgesberg. Ich lade Sie hier und heute auf die literarische Wurstkrokette der vergangenen Woche ein – geteilt in kleine, fettige Häppchen aus dem Literaturbetrieb. Setzen Sie sich, in der Katerwoche nach der Messe ist genug geschehen in dieser Welt der LiteratInnen und „Ich habe da noch etwas in der untersten Schublade, ja, die mit den Spinnweben, aber das können wir jetzt mal raushauen, die Leute kaufen ja eh jeden Schund“-AutorInnen, damit wir ein wenig plaudern können: eine Neuseeländerin im Höhenflug, Authentizitätsplaudereien, Liebe und Sex, Paul Auster und das Leistungsschutzrecht.

von NADINE HEMGESBERG

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