Gluck statt Wagner oder: Orpheus als Corona-Bezwinger?

Orfeo | Euridice, Aalto-Musiktheater Essen

Eigentlich heißt Glucks bekannteste Oper Orfeo ed Euridice – Orpheus und Eurydike –, das Essener Aalto-Musiktheater inszeniert den Klassiker jedoch unter dem Titel Orfeo | Euridice. Soll diese Trennungswand womöglich den Infektionsschutz symbolisieren? Man mag darüber grübeln, sollte jedoch nicht den Blick davor verschließen, dass es – endlich – wieder hochkarätige Opernkunst gibt, die nicht als Stream, sondern ganz physisch daherkommt. Eine gekürzte und angepasste azione teatrale zwar, dank Tomáš Netopils musikalischer Leitung jedoch ein Genuss.

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Barocker Brudermord

Alto-Theater Essen

Dietrich W. Hilsdorf, in NRW und vor allem in Essen längst eine Opernregielegende, kehrt mit einem Barockwerk ans Aalto-Theater zurück: Il primo omicidio Der erste Mord von Alessandro Scarlatti. Für diesen Abend rund um Kain und Abel hat sich das Warten allemal gelohnt: Hilsdorfs farbenreiche Bühnenästhetik passt zum Stoff, während die Essener Philharmoniker, obgleich sie nicht auf historischen Instrumenten spielen, die sinnliche, gleichermaßen lyrische und schroffe Musik unter der Leitung von Rubén Dubrovsky zum Leuchten bringen.

 

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Barock vor „Game of Thrones“-Kulisse

Händels "Alcina" am Theater Münster Foto: Oliver Berg

Händels „Alcina“ am Theater Münster Foto: Oliver Berg

Opern- und Musicalregisseur Sebastian Ritschel inszeniert am Theater Münster Georg Friedrich Händels Alcina und eröffnet damit die „Tage alter Musik“. Während die Bühne mit so mancher effektvollen Überraschung aufwartet, bleibt das musikalische Geschehen aber trotz des beherzten Dirigats Attilio Cremonesis auf einem mittleren Niveau.

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