Auf dem Weg zu Herrn Lehmann

Sven Regener - Wiener Straße Cover: Galiani Berlin

Sven Regener – Wiener Straße Cover: Galiani Berlin

November 1980 in Berlin-Kreuzberg: Noch sprechen ihn alle mit seinem Vornamen Frank an. Bis er als Herr Lehmann bekannt sein wird, werden noch einige Jahre vergehen. Doch jetzt muss er sich erst einmal seinen Platz zwischen Kneipen, Künstlern und Hausbesetzern suchen. Ob er ihn auf der Wiener Straße finden wird? Zum mittlerweile vierten Mal schreibt Sven Regener über seinen liebenswürdigen Antihelden und dessen Weg zu sich selbst.

von GREGOR J. REHMER Weiterlesen

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La Le Lu – Nur die Frau im Mond schaut zu

"Frau Luna" an der Oper Dortmund Foto: Björn Hickmann

„Frau Luna“ an der Oper Dortmund Foto: Björn Hickmann

In der vergangenen Spielzeit entführte die Oper Dortmund ihre Zuschauer mit Paul Abrahams Operette Die Blume von Hawaii auf eine paillettenbesetzte Glitzerversion des beliebten Reiseziels und überzeugte damit Kritik und Besucher gleichermaßen. Die Erwartungen an die diesjährige Operetten-Premiere waren also hoch und die Vorzeichen standen gut. Paul Linckes Revue-Operette Frau Luna sollte das Publikum auf einen schillernden Ball auf dem Mond entführen. Doch der Erdtrabant zeigt sich in Erik Petersens Inszenierung leider nicht von seiner Schokoladenseite.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

„Über den Schatten einer Wolke, über das Lied eines Gedankens“

Vladimir Nabokov – Briefe an Véra Cover: Rowohlt

Liest man die Briefe eines Menschen, so erfährt man Grundlegendes über seine Persönlichkeit. Nabokovs Briefe an seine Frau sind Liebesbekundung, Reisebericht, und Zeitporträt in einem. Was sich als Konstante durch sein Leben zieht, ist die Liebe zu seiner Frau Véra. Ihr Verhältnis wird in den nun erstmals in deutscher Sprache veröffentlichten Briefen an Véra dokumentiert. Im unverkennbar brillanten Nabokov-Duktus eröffnen sie die Tür zu der vertrauten Atmosphäre einer über 50 Jahre währenden Beziehung.

von ALINA WOLSKI Weiterlesen

Hauptsache, es knallt

Mozarts "Titus" am Essener Aalto-Theater Foto: Thilo Beu

Mozarts „Titus“ am Essener Aalto-Theater Foto: Thilo Beu

Ausgerechnet am fünften Doch-Nicht-Geburtstag des Berliner Pannen-Flughafens lädt das Essener Aalto-Theater zur letzten Premiere seiner diesjährigen Spielzeit. Regisseur Frédéric Buhr siedelt die antike Geschichte um den milden Kaiser Titus (zufällig?) an einem stylishen Flughafen in unserer Gegenwart an und präsentiert eine bemüht aktuelle Mozart-Interpretation, die seine Holzhammermethode nicht nötig gehabt hätte, um Aktualität widerzuspiegeln.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Sisyphosticated

VenusTransit_Cover_neu_WebHamed Eshrats Venustransit bringt Berliner Zeitgeist und alte Erzähltraditionen zusammen. Die erste umfassende Graphic Novel des deutsch-iranischen Künstlers überzeugt auf allen Ebenen.

von LINA BRÜNIG Weiterlesen

Selfie mit Hitlerbärtchen

COVER_Funk_Winternähe_SFischerEin Selfie erlaubt es, einen Blick auf sich selbst zu werfen. In Mirna Funks Debütroman Winternähe wird ein Selfie der Protagonistin Lola zum Ausgangspunkt für einen Blick auf ihre Identität, auf Berlin, Tel Aviv und auf Fragen nach der deutsch-jüdischen Vergangenheit und dem Nahost-Konflikt. Überschattet wird das alles durch ein fieses kleines rechteckiges Bärtchen.

von GREGOR J. REHMER Weiterlesen

Starke Themen im Konfettiregen

BAAL von Frank Castorf   Foto: Thomas Aurin

Baal von Frank Castorf Foto: Thomas Aurin

Am 17. Mai ging das 52. Theatertreffen im Haus der Berliner Festspiele mit der umstrittenen und nach dieser Aufführung verbotenen Baal-Inszenierung von Frank Castorf zu Ende. Die Zuschauer feierten die Aufführung mit Standing Ovations und nicht enden wollendem Jubel. Ein denkwürdiges Finale für die drei spannenden, abwechslungsreichen und sehr politischen Wochen, die hinter dem Berliner Publikum liegen.

von ALINE PRIGGE

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Zwischen Lachen und Weinen

"Common Ground" von Yael Ronen   Foto: Thomas Aurin

„Common Ground“ von Yael Ronen Foto: Thomas Aurin

Es ist wohl der persönlichste Abend, den viele Zuschauer im Theater je erlebt haben. Der bewegendste beim Theatertreffen 2015 ist er allemal, wenn Yael Ronen zu Common Ground einlädt. Selten wird im Theater an einem Abend so viel gelacht und geweint wie hier, wo ein bunt zusammengewürfeltes postmigrantisches Schauspieler-Septett gnadenlos mit dem Jugoslawienkonflikt und der eigenen Identität abrechnet.

von ALINE PRIGGE

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Mut zur Ungemütlichkeit

Berliner FestspieleStefan Wipplinger und Alexander Manuiloff eröffnen den Stückemarkt des Theatertreffens 2015 mit Hose, Fahrrad, Frau und Der Staat (The State) und zeigen, wie wenig das Theater braucht, um zu überzeugen.

von ALINE PRIGGE Weiterlesen

Zuhause in Moabit?!

Lesung in der Reihe "Hauser und Tiger"   Foto: Anna KrewerthDie Literaturreihe Hauser und Tiger kündigt einen Abend mit „Wohnzimmeratmosphäre“ an und hält, was sie verspricht: Maruan Paschen liest aus seinem Erstlingswerk Kai. Eine Internatsgeschichte und Rike Scheffler lässt ihre Texte an der Loopstation zu Klanggebilden erwachsen. Dazu gibt es Suppe, Kurt-Tucholsky-Cocktails und Gespräch – wer sich das entgehen lässt, ist selber schuld.

Von ANNA KREWERTH und EMILY MATSCHKE

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