Zuhause in Moabit?!

Lesung in der Reihe "Hauser und Tiger"   Foto: Anna KrewerthDie Literaturreihe Hauser und Tiger kündigt einen Abend mit „Wohnzimmeratmosphäre“ an und hält, was sie verspricht: Maruan Paschen liest aus seinem Erstlingswerk Kai. Eine Internatsgeschichte und Rike Scheffler lässt ihre Texte an der Loopstation zu Klanggebilden erwachsen. Dazu gibt es Suppe, Kurt-Tucholsky-Cocktails und Gespräch – wer sich das entgehen lässt, ist selber schuld.

Von ANNA KREWERTH und EMILY MATSCHKE

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Mindestens drei Gründe, Irmina zu lesen

Barbara_Yelin: Irmina_Verlag: ReproduktMit Gift schaffte Barbara Yelin den Durchbruch als Comiczeichnerin. Nun erscheint die erste Graphic Novel, bei der auch das Szenario von ihr stammt: Irmina ist die typisch-untypische Geschichte einer deutschen Frau – beginnend in den 1930er Jahren. Yelin gelingt ein differenziertes Porträt ihrer Protagonistin, das zum Nachdenken anregt.

von MONIKA SCHMITZ-EMANS Weiterlesen

Die Einzigartigkeit einer Nicht-Metropole

Jörg Albrecht ist jung, vielbeschäftigt mit unzähligen und weitreichenden Ideen, auch über Text- und Genregrenzen hinweg. So bedeutete die Veröffentlichung seines neuen Romans Anarchie in Ruhrstadt beispielsweise nicht, dass es sich um ein abgeschlossenes Kapitel handelt. Vielmehr wurde das Konzept erweitert und Albrecht organisierte im September zusammen mit mehreren Performancegruppen zwischen Mühlheim und Oberhausen die Ur- und gleichzeitig Letztaufführung der dynamischen Theatertour 54. Stadt.

literaturundfeuilleton traf den Romanautor während einer Probenpause in Oberhausen, im Roman das Zentrum des als Ruhrstadt zusammengeschlossenen Ruhrgebiets. Wir sprachen u.a. über seine Projekte, den Kulturbetrieb und den Strukturwandel im Ruhrgebiet.

von PIA ALEITHE und NADINE HEMGESBERG Weiterlesen

Viel Federlesen um Thomas Hettche

Thomas Hettche: Pfaueninsel   Cover: Kiepenheuer und WitschIn Die Pfaueninsel erzählt Thomas Hettche ein Märchen des 19. Jahrhunderts und findet damit, wonach der junge Walter Benjamin suchte: Die ersehnte Trophäe, hier ist sie.

von SIMONE SAUER-KRETSCHMER Weiterlesen

Ein Roman wie eine furchtbar lange Kurzgeschichte

Cover_Olga Grjasnowa_Unschärfen einer Ehe_ HanserDie juristische Unschärfe einer Ehe führt den Leser tief ins Hinterland des Kaukasus und wohl möglich genauso tief in die „russische Seele“ – was auch immer das sein mag. Olga Grjasnowas zweiter Roman changiert zwischen Stereotypen, Vorurteilen, privaten Missverständnissen und Völkerunverständigung.

von ANNA-LENA THIEL Weiterlesen

Poetisch apokalyptisch

Lucy Fricke - Takeshis Haut   Cover: RowohltDie Dusche spricht, die Skyline blinkt und der Weltuntergang scheint nah. In Lucy Frickes nachhallendem neuem Roman Takeshis Haut erlebt eine Geräuschemacherin zufällig das Beben vor der japanischen Küste mit, das die Region um Fukushima 2011 zu einem zweiten Tschernobyl machte. Doch das ist nicht die einzige unerhörte Begebenheit.

von KARIN BÜRGENER

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Am Ende darf gelacht werden

Foto: Johannes PuchLesetag drei beim Bachmann-Preis in Klagenfurt. Nach dem Schweizer Block am Freitag beschert uns das Los nun zwei heitere Texte von Katharina Gericke und Tex Rubinowitz. Am Ende des Bewerbs steht ein fast einhelliger Verriss von Georg Petz’ überladenem Metaphernmix Millefleurs. Ein klarer Favorit zeichnet sich noch nicht ab.

von LINA BRÜNIG und FABIAN MAY

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Anleitung für einen Verriss

Vishniou Brennesselhaus   Quelle: luxbooksSetzt man voraus, dass eine Rezension in erster Linie ein Ausdruck der Marktlogik ist und infolgedessen jeder Leser wie ein Konsument behandelt wird, dem man klar machen muss, inwiefern sich die Investition von Geld (und Zeit) lohnen wird, dann erfüllt der Verriss die Funktion einer Warnung: Wer dieses Buch kauft, könnte sein Geld genauso gut verbrennen! Am Beispiel von Zmicier Vishnious Roman Das Brennesselhaus soll gezeigt werden, warum man die aufgerufenen zweiundzwanzig Euro und achtzig Cent sparen sollte.

 

von KAI FISCHER

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The Catcher in the Großstadt

Lesung Tigermilch

Alles SAD ? Foto: Jan Frederik Bossek

Tigermilch, das Gemisch aus Milch, Maracujasaft und Mariacron, das dem Debütroman von Stefanie de Velasco seinen Titel gibt, wurde bei der Lesung am 27. März 2014 in der Heldenbar des Grillotheaters in Essen leider nicht verköstigt – dies wäre aber auch wirklich eine zu große Sauerei gewesen! Die Ausschnitte des Textes der Oberhausener Schriftstellerin, vorgetragen von Tobias Roth, Anne Schirmacher und Silvia Weiskopf, verdeutlichten einmal mehr die Stärke dieses Romans, der die Situation der gegenwärtigen urbanen Gesellschaft Berlins und die Spannungen zwischen den dort ansässigen Kulturkreisen im Rahmen eines Coming-of-age-Romans zu verbinden weiß.

von JAN FREDERIK BOSSEK

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„Krieg ist, wenn die Mettwurst knapp wird“

Zaimoglu Isabel Quelle: Kiepenheuer und Witsch Feridun Zaimoglu verbannt die Hauptfigur seines neuen Romans mitten hinein in den Aussatz der Gesellschaft. Isabel mischt sich unter die Pfandsammler, Irren, Obdachlosen, Selbstmörder und Psychopathen Berlins. Seit Döblins Berlin, Alexanderplatz zeigte sich die Hauptstadt selten glanzloser, trister und erbarmungsloser.

von KARIN BÜRGENER

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