Modernes Theater geht auch ohne schockierende Effekte

„Eugen Onegin“ im Opernhaus Dortmund Foto: Anke Sundermeier

Puschkins Eugen Onegin gilt als der typisch russische Versroman des 19. Jahrhunderts. Das literarische Werk über die Rolle von Literatur, den überflüssigen Menschen und die Frage nach dem richtigen Augenblick für das wahre Glück verwandelte Tschaikowski 1878 in die gleichnamige Oper. An diese russische Komposition wagt sich die Oper Dortmund nun erfolgreich und künstlerisch innovativ. Als vollkommen überzeugend kann sie jedoch nicht bezeichnet werden; dazu verliert sie den russischen Ursprung des Werks ein wenig zu stark aus dem Blick.

von ALINA WOLSKI Weiterlesen

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Der ganz alltägliche Wandel

Doris Anselms Kurzgeschichtenband und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus erzählt von jenen Momenten, die das Leben entscheidend verändern. Die Autorin schildert diese gezielt und lässt dabei weder Kinder, noch Businessmen oder Hausfrauen aus: Unterschiedlichste Personen treten nacheinander in den Mittelpunkt, werden dem Leser jedoch nicht nahegebracht, sondern verwundern zunächst und lassen ihn einen Großteil der Figuren negativ und realitätsfremd wahrnehmen. Ein Kurzgeschichtenband, der die Stimmung eines verregneten Herbsttages heraufbeschwört, trostlos und negativ.

von VIVIANE SCHWERTFEGER  Weiterlesen

Leise Töne – Große Wirkung

COVER_Jess Jochimsen_Abschlussball_dtvJess Jochimsen kreiert in Abschlussball die kleine, abgeschottete Welt eines zerbrochenen Mannes im großen München. Die Flucht des Beerdigungstrompeters in die Musik zeichnet der Autor mit melancholisch matten Akkorden und schafft dadurch eine passende, traurige Grundharmonie. Die einfachen, leisen Töne, die im Alltag häufig ungehört bleiben, finden in diesem Roman ihren Platz.

von ALINA WOLSKI Weiterlesen