Narben der Erde

Esther Kinsky: Rombo; Cover: Suhrkamp

Das schicksalhafte Beben im Jahre 1976 erschütterte den italienischen Friaul bis ins Mark. Die Spurenlese dieser Naturkatastrophe betreibt Esther Kinskys Roman Rombo. Ihre Erinnerungsfunde gliedert sie ein in eine natürliche Poetik, die von menschgemachten Narben geziert ist. Zugleich bedeutet das Beben das Ende der traditionellen Lebensweise der Bewohner der Berge Friauls. Eine spannende Nominierung für den Deutschen Buchpreis, aber ob es für den Sieg reicht?

von THOMAS STÖCK

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Viel Federlesen um Thomas Hettche

Thomas Hettche: Pfaueninsel   Cover: Kiepenheuer und WitschIn Die Pfaueninsel erzählt Thomas Hettche ein Märchen des 19. Jahrhunderts und findet damit, wonach der junge Walter Benjamin suchte: Die ersehnte Trophäe, hier ist sie.

von SIMONE SAUER-KRETSCHMER Weiterlesen

Angewandter Darwinismus

Der Autorin Judith Schalansky gelingt mit ihrem jüngsten Werk Der Hals der Giraffe ein Bildungsroman auf den unterschiedlichsten Ebenen: Der Nukleus der Geschichte, verkörpert durch die Lehrerin Inge Lohmark, beeinflusst den Orbit des Lesers, der sich an die eigenen Jahre in der Institution Schule zurückerinnert. Er wird umkreist vom komplexen Zusammenhang der Evolutionsgeschichte und ist eingebettet im System sozialer sowie politischer Umbrüche und aktuellen, gesellschaftlichen Diskussionsthemen. Doch am Ende wird die hierarchische Ordnung in Frage gestellt.

von CHRISTINA SCHABERT

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