Zwischen Spaß, Tragik und Trivialität

"Unendlicher Spaß" bei den Ruhrfestspielen 2018 Foto: David Baltzer / Agentur Zenit

„Unendlicher Spaß“ bei den Ruhrfestspielen 2018 Foto: David Baltzer / Agentur Zenit

Mit Unendlicher Spaß erschuf David Foster Wallace 1996 wohl den Roman der Postmoderne: ein geniales Konglomerat aus wahnwitziger Zukunftsvision, einem gigantischen Netz aus nach Sinn- und Wahrhaftigkeit suchenden Figuren, ganz vielen Abhängigkeiten und noch viel mehr Fußnoten. Doch kann man das alles angemessen auf die Bühne bringen? Thorsten Lensings Inszenierung beantwortet diese Frage mit einem klaren Jein und präsentierte die Romanadaption mit tollem Starensemble bei den Ruhrfestspielen.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Das Bild ist der Text ist das Bild ist der Text

Collage aus der Serie STRANGELAND #2_BILD: Mihau PollakFernab vom künstlerischen, meist im institutionellen Rahmen stattfindenden Trubel in Hildesheim macht Mihau Pollak seine Kunst: Aus alten Büchern und Fotobänden fertigt er in Handarbeit Collagen an, die den Betrachter staunen lassen, ihn manchmal aber auch beunruhigen. Auch seine Malerei besteht, dem Objet trouvé oder den Readymades ähnelnd, aus zufällig gefundenen Fotografien, die er mit Farbe verfremdet. literaturundfeuilleton sprach mit ihm über seine Arbeiten, über deren Entstehung und wie gleichzeitig das Bild den Text und der Text das Bild fundiert.

von ESRA CANPALAT Weiterlesen

Willst du eine krasse Geschichte hören?

"Kurze Interviews mit fiesen Männern" am Schauspielhaus Bochum   Foto: Diana KüsterKurze Interviews mit fiesen Männern liest sich wie das Tagebuch eines Psychologen, in dem die intimsten, gemeinsten und niederträchtigsten Geschichten festgehalten sind, die Patienten jemals erzählt haben: Geschichten voller Verzweiflung, Selbsthass und Selbstbeschiss, aber auch voll von ehrlichem Streben nach Anerkennung, Liebe und Mitgefühl. Geschichten, in denen der Mensch sein wahres Gesicht zeigt – und sich im Spiegel zulacht. Seit beinahe zwei Jahren läuft das von Monika Glies adaptierte Stück schon am Schauspielhaus Bochum – höchste Zeit also, es all denen zu empfehlen, die bisher versäumt haben, es anzusehen.

von STEFANIE KÄHNE Weiterlesen

Auf ein literarisches Surf ’n’ Turf, KW 9

Jonathan Lethem beim National Book Critics Circle Award   Foto: Wikimedia User David ShankboneHerzlich Willkommen zur dritten Woche über amerikanische Essays! Mein Name ist Fischer und ich bin heute wieder Ihr Reiseleiter. Ich hoffe, Sie halten Ihre Bordkarten bereit, damit wir zügig los kommen. Den ersten Stopp legen wir heute in Claremont, Kalifornien, ein, wo Jonathan Lethem am Pomona College Creative Writing lehrt. Und da wir schon mal in Kalifornien sind, fahren wir danach die Küste entlang Richtung Santa Cruz und treffen hoffentlich Jonathan Franzen. Vorausgesetzt er ist nicht unterwegs, um Vögel zu beobachten. Also, packen Sie ein paar Cracker ein, denn es wird eine lange Etappe.

von KAI FISCHER

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Auf ein literarisches Seafood-Omelette, KW 8

David Foster Wallace at All Saints Church 2006   Bild: wikimedia   User BjorneOfDanmarkWelcome aboard flight 22162! This is your captain speaking. Schön, dass Sie sich die Zeit nehmen, unsere gemeinsame Reise durch die Gefilde der neueren amerikanischen Essayistik fortzusetzen. Nachdem ich Ihnen letzte Woche einen Überblick über die Tradition des Essays gegeben habe, werden wir heute gemeinsam bei einem der bekanntesten Schriftsteller Nordamerikas landen: David Foster Wallace (im Folgenden und ganz in seinem Sinne als Akronym: DFW). Wenn Sie so freundlich wären, das Anschnallzeichen zu beachten, wir setzen dann zum Sinkflug an.

von KAI FISCHER

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Auf ein literarisches American Breakfast KW 7

Titelblatt zu den Essais von Michel de Montaigne    Quelle: WikimediaCommons User LewensteinGestatten: Fischer. Und hiermit sollen die Gemeinsamkeiten zwischen meiner Kolumne und der von Frau Hemgesberg auch schon enden. Ich möchte Sie hier und heute zu einem Ausflug einladen, der uns jetzt und in den vier folgenden Kolumnen in die Vereinigten Staaten führt. Ok, jetzt aber wirklich anders. Wie angekündigt soll es um die Tradition des Essays gehen, allerdings muss ich das an dieser Stelle bereits einschränken, da ich ausschließlich gegenwärtige amerikanische Autoren vorstellen werde. Also, wenn Sie das interessiert, stellen Sie das Rauchen ein und bringen Sie Ihren Sitz in eine aufrechte Position. Wir heben dann ab.

von KAI FISCHER

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Auf einen literarischen Windbeutel KW 4

Windbeutel   Foto: flickr Userin Astrid Kopp CC BY-NC-SA 2.0Gestatten: Hemgesberg. Ich lade Sie hier und heute auf ein aufgeblasenes Häppchen, oder – wie man so schön im Nachbarland Österreich sagt – Brandteigkrapferl der vergangenen Woche ein. Setzen Sie sich, es ist genug geschehen in dieser Welt der fanatischen Fanboys und Fangirls, damit wir ein wenig plaudern können: Die Arno-Schmidt-Mania zum 100.

von NADINE HEMGESBERG

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Auf einen literarischen Dominostein KW 51

Leckere Dominosteine   Quelle: Wikimedia User Daniel SchwenGestatten: Hemgesberg. Ich lade Sie hier und heute auf ein schokoladiges Häppchen, den Dominostein der vergangenen Woche ein – den geschichteten Weihnachtsschmaus aus dem Literaturbetrieb. Setzen Sie sich, es ist genug geschehen in dieser Welt der Soap-LiteraturkritikerInnen und ListenschreiberInnen, damit wir ein wenig plaudern können: Verbotene Liebe – Elke Heidenreich hat es wieder getan, das Feuilleton zieht Bilanz für das Jahr 2013, Lisbeth hackt weiter und David Foster Wallace wird verfilmt.

von NADINE HEMGESBERG

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L’ennui, c’est moi!

DAvid Foster Wallace - Der Bleiche König   Cover KiWiWelches Schicksal muss einen Menschen ereilen, damit er freiwillig den langweiligsten Job der Welt am langweiligsten Ort der Welt erledigt? Der Bleiche König, der letzte Roman von David Foster Wallace, stellt einen Platz vor, um den die meisten lieber einen großen Bogen machen: die US-amerikanische Bundessteuerbehörde.

von KARIN BÜRGENER

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Der Bestseller-Umweltaktivist

C_978-3-498-02132-0.inddNach seinem Erfolg mit Freiheit legt Jonathan Franzen nun mit Weiter weg einen Essayband vor, der erneut seine Fähigkeit zeigt, feinfühlig Menschen zu beobachten und detailgetreu Beobachtungen in Worte zu fassen. So wundervoll sein Erzählen auch ist, scheint sich sein Leben und Schreiben nicht von einem Thema lösen zu können: Vögel.

von SARAH HERHAUSEN

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