Die Redaktion empfiehlt…

Mit 2020 liegt ein äußerst bewegtes Jahr hinter uns. COVID-19 hat unseren Alltag auf den Kopf gestellt. Auch für 2021 werden durch die Pandemie notwendig gewordene Einschränkungen unseren Alltag langfristig bestimmen. Zugleich gibt es jedoch einen Hoffnungsschimmer am Horizont mit den zugelassenen mRNA-Impfstoffen, sodass vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft eine Normalisierung unseres Lebens beginnen kann. Doch ist da ja noch der Lockdown, dessen Verlängerung immer wahrscheinlicher scheint. Um die Zeit zu Hause ein wenig vergnüglicher zu machen, hat sich unsere Redaktion deshalb einige Empfehlungen für diese aufregende Zeit einfallen lassen. Wir wünschen Euch einen angenehmen Start in das neue Jahr, beste Gesundheit und natürlich viel Vergnügen bei der Lektüre!

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„So spendet Segen noch immer die Hand“

Friedrich Christian Delius: Die Birnen von Ribbeck; Rowohlt

30 Jahre ist es schon her, dass die Berliner Mauer geöffnet wurde. Anhand des beschaulichen Dörfchens Ribbeck im Havelland und Theodor Fontanes bekannter Ballade porträtiert Friedrich Christian Delius 100 Jahre deutscher Geschichte. Ein wahrer Wortschwall ergießt sich so aus dem vielstimmigen Kreis der DDR-Bürger, deren Erinnerungen zwischen Erleichterung und Vorfreude respektive Resignation und Angst vor der Zukunft changieren.

von THOMAS STÖCK Weiterlesen

Ein neues Dorf für die Weltliteratur

Bela B Felsenheimer: Scharnow Cover: Wilhelm Heyne Verlag

Bela B Felsenheimer: Scharnow Cover: Wilhelm Heyne Verlag

Bela B Felsenheimers Scharnow ist ein Romandebüt, das es in sich hat: Reichlich konfus, voller comicartiger Effekte, Lyrismen, Thriller- und Science-fiction-Anklänge zeichnet der Ärzte-Drummer das sprachliche Panorama einer fiktiven Kleinstadt in Brandenburg, deren Bewohner sich einem Strudel rätselhafter Ereignisse ausgesetzt sehen. Leser, die bereit sind, ihren hermeneutischen Scharfsinn zu vernachlässigen und sich auf einen unterhaltsamen Trip zu begeben, werden begeistert sein.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Hinter der Mauer lauern Liebe und Hass

Shakespeares "Romeo und Julia" am Schauspielhaus Bochum Foto: Thomas Aurin

Shakespeares „Romeo und Julia“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Thomas Aurin

Marius von Mayenburg inszeniert am Schauspielhaus Bochum den wohl bekanntesten Theaterklassiker überhaupt: Romeo und Julia. Was ihn am Stoff fasziniert, ist aber weniger die „Love Story“ als die düstere Omnipräsenz des Todes. Dank interessanter Regieeinfälle und engagierter Darsteller gelingt ein starker, unverschnörkelt-eindringlicher Shakespeare-Abend auf Niveau der besten Schaubühnen-Produktionen.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Wer wir sind und wie wir waren

Cover: "Alle Nähe fern" André Herzberg Quelle: Ullstein

 

In seinem neuen Roman Alle Nähe fern gelingt André Herzberg, bekannt als Sänger der DDR-Band Pankow, ein lakonischer – und vermutlich gerade deshalb besonders eindrucksvoller – Abriss deutsch-jüdischer Geschichte im 20. Jahrhundert.

von KATJA PAPIOREK

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Große Gesten?

PM Hoffmann/Bernd Lindner: Herbst der Entscheidung Verlag: Ch. Link

PM Hoffmann/Bernd Lindner: Herbst der Entscheidung Verlag: Ch. Link

 

Ende 1989 gerät die DDR durch friedliche Massenproteste der Bevölkerung ins Wanken, plötzlich öffnet sich der Weg zur Wiedervereinigung. Alle (5) Jahre wieder erinnern verschiedene Medien daran, zunehmend auch Comics. Im Reigen der Wende-Comics ist PM Hoffmanns und Bernd Lindners Herbst der Entscheidung allerdings eine Enttäuschung.

von CHRISTIAN A. BACHMANN

 

 

 

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Ästhetik der Zahnschmerzen, oder: wie einmal Nuss-Nougat-Creme die Mauer zu Fall brachte

Mönch/Lahl/Kahane: Treibsand Quelle: Metrolit VerlagMax Mönch, Alexander Lahl und Kitty Kahane erzählen in Treibsand eine Geschichte der Wende und zeigen damit en passant, wie man historische Comics richtig gut macht.

von CHRISTIAN A. BACHMANN

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Stasi in Elspe

Rolf Bauerdick - Pakete an Frau Blech   Cover: DVA

„‚Scheiße‘, war das einzige Wort, das mir über die Lippen kam.“ In diesem Ausdruck von Selbsterkenntnis muss man wohl den kathartischen Moment in Rolf Bauerdicks Roman Pakete an Frau Blech erkennen, einem Unterhaltungsroman über die deutsch-deutsche Geschichte und ihre Nachwehen. In zwei eng miteinander verwobenen Erzählsträngen verbindet der Autor die Lebensgeschichte des Maik Kleine und die Zeitläufe des bundesdeutschen Weltgeschehens miteinander. Doch Vorsicht: Diese unscheinbare Geschichte ist ein vergiftetes Geschenk.

von PETER GOSSENS Weiterlesen

Standbild eines Männerlebens

Vaterjahre von Michael Kleeberg Quelle: DVAVaterjahre ist der zweite Teil von Michael Kleebergs geplanter Charly-Renn-Trilogie. Der Verlag verspricht ein Buch über den „Weltalltag unserer Epoche“ und die Geschichte eines modernen „Jedermanns“. Gehalten wird das wohl – vom Psychoduell beim Golf bis zum Liebesleben eines Enddreißigers, vom Nazi-Großonkel bis zur angeheirateten DDR-Verwandtschaft. Aber muss man das lesen? Nur das letzte Kapitel, denn der Rest des Romans wird beherrscht von geschwätzigen, langweiligen Passagen.

von FABIAN MAY

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Die schöne Welt der Scheinheiligen

Uwe Kolbe - Die Lüge Cover Quelle: S. FischerUwe Kolbe gelingt mit seinem Roman Die Lüge ein seltenes Meisterstück – ein Buch, das aufwühlt ohne je die strenge Linie seiner Nüchternheit und Kühle zu verlassen; ein faszinierendes Psychogramm zweier Männer, die bewundert gehören für ihre Gradlinigkeit und verabscheut für ihre Moral. Es ist die Geschichte einer Suche nach der Wahrheit, die man am Ende – wie so oft – lieber nicht wahr haben möchte …

von ANNA KREWERTH

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