Auf einen literarischen Scherzkeks KW 49

Scherzkekse   Foto: Sylvia KokotGestatten: Hemgesberg. Ich lade Sie hier und heute auf ein gemeines Stück Gebäck, den Scherzkeks der vergangenen Woche ein – die knusprige und humoristische Knabberei aus dem Literaturbetrieb. Setzen Sie sich, es ist genug geschehen in dieser Welt der technischen Prothesen und bibliophilen Seelen, damit wir ein wenig plaudern können: Amazon möchte per Drohne liefern und J. D. Salingers unbekannte Kurzgeschichten werden geleakt.

von NADINE HEMGESBERG

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Irgendwann werden wir wieder so lesen

„Es gibt, Dinge die können gleich erzählt werden, und manche sind unsagbar.“, so heißt es im Debütroman von Daniela Krien. Doch die Leipziger Autorin widerlegt sich selbst: „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“ (Graf Verlag) wartet und zögert nicht, sondern erzählt geradeheraus die Geschichte zwischen Marie und dem Henner, bei der vieles verschwiegen und dennoch alles erzählt wird. Kriens Erstlingswerk kreist um die Liebe im Verborgenen, das große Schweigen, und das auf eine Weise, wie wir es lange nicht mehr gelesen haben: Aufrichtiges Erzählen von aufrichtigen Gefühlen.

von LARA KIRFEL

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Ödipus und DDR-Vergangenheit

In ihrem neuen Roman Sturz der Tage in die Nacht nimmt Antje Rávic Strubel, deren vorangegangene Romane bereits mit zahlreichen Preisen wie dem Hermann-Hesse-Preis ausgezeichnet wurden, den Leser mit auf eine Reise auf eine Insel in Schweden und erzählt die Liebesgeschichte zwischen einem jungen Mann und einer sechzehn Jahre älteren Ornithologin und einem Geheimnis, das auf tragische Weise mit der Geschichte der beiden Protagonisten verknüpft ist. Enttäuschenderweise stürzen hier nicht nur die Tage in die Nacht und die von Inez beobachteten Vögel von den Klippen, auch die Lektüre hat wenig mit einem Höhenflug zu tun.

von LOUISA HACKMANN

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Irgendwo zwischen Kapitalismus und Kleist

„Genausogut könnte ich auf den Balkon treten mit der Absicht zu fliegen. Ich bin überzeugt, dass der das kann, der einfach losfliegt, ohne lange zu fragen, ob das nach den Naturgesetzen auch geht“, sagte A. einmal, als er überlegte, ob er bedingungslos lieben könne. Aber A. ist jetzt tot.

von ANDREA SCHAUMLÖFFEL

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„Es regnet Scheiße, doch vom Himmel fällt sie nicht.“

Angelika Klüssendorfs neuer Roman Das Mädchen lässt uns bereits in den ersten Sätzen erahnen, was uns erwartet, und so zieht sich das Elend, in dem das Mädchen aufwächst, wie ein roter Faden durch das Buch.

von ALINE PRIGGE

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Angewandter Darwinismus

Der Autorin Judith Schalansky gelingt mit ihrem jüngsten Werk Der Hals der Giraffe ein Bildungsroman auf den unterschiedlichsten Ebenen: Der Nukleus der Geschichte, verkörpert durch die Lehrerin Inge Lohmark, beeinflusst den Orbit des Lesers, der sich an die eigenen Jahre in der Institution Schule zurückerinnert. Er wird umkreist vom komplexen Zusammenhang der Evolutionsgeschichte und ist eingebettet im System sozialer sowie politischer Umbrüche und aktuellen, gesellschaftlichen Diskussionsthemen. Doch am Ende wird die hierarchische Ordnung in Frage gestellt.

von CHRISTINA SCHABERT

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