Neues von Schnitzler

Arthur_Schnitzler_Später Ruhm_Peter ZsolnayEduard Saxberger hatte eigentlich schon vergessen, dass er mal ein Dichter war. Erst der junge Mann, den er eines Tages in seinem Wohnzimmer vorfindet, bringt die Erinnerung zurück. Wolfgang Meier, Vertreter des literarischen Vereins „Begeisterung“, überschüttet den alten Mann mit ebensolcher und weckt in ihm den längst verloren geglaubten Wunsch nach Anerkennung. Schnitzlers nun erstmals veröffentlichte Novelle Später Ruhm nähert sich der Diskrepanz zwischen Dichtung, Kunststreben und Geltungswunsch mit einigem Humor und sieht dank seiner scharfsinnigen Darstellung der Literaturszene der Wiener Moderne alles andere als alt aus.

von SOLVEJG NITZKE Weiterlesen

Wesentliche Worte werden gesucht!

RuhrpoetenIch bedaure es zunächst etwas, die sommerliche Wärme dieses Samstagabends nicht mehr auskosten zu können, als ich in die bunkerhaften Räumlichkeiten des Consol Theaters in Gelsenkirchen hinabsteige. Doch das warme gelbe Licht und die südamerikanischen Gitarrenklänge bringen einen Hauch von Sommer in den verdunkelten Raum hinein. Die Ruhrpoeten stellen sich vor.

von Esra Canpalat

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Die Unvollendete: Irmgard Keun

Quelle: User OTFW Wikimedia

Quelle: User OTFW Wikimedia

Verglichen mit anderen deutschen Exilautoren ist Irmgard Keun eine ambivalente, schwierig zu fassende Persönlichkeit: ein Star in der Weimarer Republik, im Exil mit literarischen Größen wie Stefan Zweig und Egon Erwin Kisch bekannt, Geliebte von Joseph Roth – und doch über weite Strecken als zwar talentierte, aber harmlose Unterhaltungsschriftstellerin abgetan.

von LINA BRÜNIG

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Von Dichtern und Heringen

Island, 1912: Wiesen, Schafe Holzhütten und betrunkene Dichter. Die Übersetzung von Thórbergur Thórdarsons Roman Islands Adel (S. Fischer) öffnet ein Fenster in ein längst vergangenes Leben. Ein Ausschnitt aus dem Leben eines Protagonisten, der zufällig den Namen des Autors trägt und schreibt: Ich.

von MARCEL WIDJAJA

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