„I’m every woman“

Nam-Joo Cho: Kim Jiyoung, geboren 1982; Cover: Kiepenheuer & Witsch

In Südkorea hat Cho Nam-Joos Roman Kim Jiyoung geboren 1982 bereits im Jahr 2016 große gesellschaftspolitische Wellen geschlagen. Seit diesem Jahr können sich auch deutschsprachige Leser:innen an Cho Nam-Joos internationalen Bestseller erfreuen, der mittlerweile ein zentraler Text der feministischen Bewegung in Südkorea geworden ist und zahlreiche Frauen auf die Straße geholt hat.

von ALINA BRAUCKS

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Vom Wahnsinn der Diskriminierung

Nam-Joo Cho: Kim Jiyoung, geboren 1982; Cover: Kiepenheuer & Witsch

Nam-Joo Cho erzählt in ihrem Roman Kim Jiyoung, geboren 1982 von der gleichnamigen Protagonistin und Momenten aus ihrem Leben, in denen sie sich mit Diskriminierung und Benachteiligung aufgrund ihres Geschlechts auseinandersetzen muss. Der Roman berichtet in einem sachlichen Erzählstil von einer Realität, mit der sich viele Frauen tagtäglich konfrontiert sehen und deckt auf, wie tief Diskriminierung im Alltag verankert ist.

Von CELINA FARKEN

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Die Realität eines Bildungsversprechens

Deniz Ohde, Streulicht; Cover: Suhrkamp

Deniz Ohde schaffte es mit ihrem Debütroman Streulicht direkt auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2020. Und das zurecht: Ruppig und doch feinsinnig schreibt sie über erlebte Ungleichheiten im Bildungssystem, über Zuschreibungen als Arbeiterkind oder Kind einer Migrantin und den Drang, sich davon zu befreien. Unausweichlich hinterlässt der Roman die Frage: Was bedeutet der Bildungsgedanke heute?

von ALINA BRAUCKS

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Mindestens drei Gründe, Irmina zu lesen

Barbara_Yelin: Irmina_Verlag: ReproduktMit Gift schaffte Barbara Yelin den Durchbruch als Comiczeichnerin. Nun erscheint die erste Graphic Novel, bei der auch das Szenario von ihr stammt: Irmina ist die typisch-untypische Geschichte einer deutschen Frau – beginnend in den 1930er Jahren. Yelin gelingt ein differenziertes Porträt ihrer Protagonistin, das zum Nachdenken anregt.

von MONIKA SCHMITZ-EMANS Weiterlesen

Die Odyssee als Urtext der Diskriminierung

SCHAUSPIEL ESSEN: "Die Odyssee oder 'Lustig ist das Zigeunerleben Foto: Thilo BeuDas Essener Grillo-Theater eröffnet die neue Spielzeit politisch: In Die Odyssee oder „Lustig ist das Zigeunerleben“ nimmt sich Regisseur Volker Lösch der Ausgrenzung von Roma und Sinti an. Sie stehen in seiner Inszenierung exemplarisch für „die Anderen“, für alles, was das bürgerliche Selbstverständnis im Zuge seiner Selbstfindung hinter sich gelassen und getötet hat. Löschs Agenda ist ehrenwert, die Schaulust bleibt jedoch auf der Strecke.

von FABIAN MAY

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Auf einen literarischen Alptraum, 14. KW

Are you fucking kidding me?   Foto: flickr User Daniel K.B. Schmidt CC BY-NC-SA 2.0

Are you fucking kidding me? Foto: flickr User Daniel K.B. Schmidt CC BY-NC-SA 2.0

Gestatten Hemgesberg. Mir bleibt gerade die Spucke weg. Er hätte besser der Krimikatzenvatti bleiben sollen: Akif Pirinçci hetzt gegen Migranten, Frauen, Homosexuelle und die „versiffte rot-grüne Politik“ – nicht nur in seinem Buch Deutschland von Sinnen. Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer, sondern auch im ZDF Mittagsmagazin.

von NADINE HEMGESBERG

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Wie viel können wir ertragen?

Anfang des 20. Jahrhunderts macht sich eine Gruppe von Japanerinnen auf den Weg nach Kalifornien, um dort japanische Einwanderer zu heiraten. Ihre zukünftigen Ehemänner kennen sie nur von Fotografien. Voller Neugier, aber auch Trauer und Unsicherheit teilen die Frauen in nächtlichen Gesprächen ihre Hoffnungen und Träume. Als sie endlich in Amerika ankommen, merken sie nicht nur, dass ihre Männer in keinster Weise den Abbildern entsprechen, sondern auch, dass ihre Träume an der Realität zerbrechen werden. Julie Otsuka verleiht in Wovon wir träumten diesen Frauen eine (!) Stimme.

von ESRA CANPALAT

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