Blutleere Orestie

Aischylos' "Orestie" am Schauspielhaus Bochum Foto: Birgit Hupfeld

Aischylos‘ „Orestie“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Birgit Hupfeld

Aischylosʼ wohl berühmtestes Drama um den Atridenfluch, Blutrache und Muttermord gehört seit Langem zu den Theaterklassikern. Es dauerte jedoch knapp 100 Jahre, bis die Orestie auch auf der Bochumer Bühne Einzug hielt. Lisa Nielebock inszeniert die Trilogie nun in den Kammerspielen – statt karg-analytischen 110 Minuten hätte man sich aber mehr Dramatik und mehr Zeit für Spiel und kontextuelles Regiekonzept gewünscht.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

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Wenn die Paranoia um sich greift

Arthur Millers "Hexenjagd" am Schauspiel Düsseldorf Foto: Sebastian Hoppe

Arthur Millers „Hexenjagd“ am Schauspiel Düsseldorf Foto: Sebastian Hoppe

Das Düsseldorfer Schauspielhaus bringt Arthur Millers Hexenjagd auf die Bühne. In der Regie des Russen Evgeny Titov entwickelt das Stück mitunter einen düsteren Sog, verblasst aber insgesamt wegen seiner etwas ideenlosen Imitation konventioneller cineastischer Effekte. 14 leidenschaftliche Schauspieler berühren das Publikum ungeachtet ihrer schablonenhaften Rollentypen.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Der Preis des guten Lebens

"Carol" Foto: The Weinstein Company

„Carol“ Foto: The Weinstein Company

Todd Haynes verfilmt mit Carol einen frühen Patricia Highsmith-Roman über eine unmögliche Liebe zwischen einer Warenhaus-Angestellten und einer wohlhabenden Ehefrau in den 50er Jahren als verführerisch-melancholische Romanze. Ein Meisterstück der kleinen Gesten und heimlichen Blicke.

von PHILIPP HANKE Weiterlesen

Lost in white misery

"Gift" am Schauspielhaus Bochum   Foto: Diana KüsterWas ist Leid? Ist Leid universell? Wie leidet ein Individuum im Angesicht eines unbegreiflichen Ereignisses? Ist Leid vergleichbar? Wie weit darf das persönliche Leiden gehen? Ist geteiltes Leid wirklich halbes Leid oder nicht eher doppeltes? In den Kammerspielen des Schauspielhauses Bochum wirft Lot Vekemansʼ Zwei-Personen-Drama Gift. Eine Ehegeschichte in der Inszenierung von Heike M. Götze mit Bettina Engelhardt und Dietmar Bär Fragen nach Leid und Leiden auf. Ein Abend, der an die Nieren geht.

von SYLVIA KOKOT Weiterlesen

Demütigung und Selbstaufgabe sind Menschenrechte – ein kurioses Plädoyer

Das Bekenntnis eines Masochisten am Theater Dortmund   Foto: Edi SzekelyMasochismus. In Das Bekenntnis eines Masochisten ist es nicht bloß eine sexuelle Vorliebe, sondern das Lebenskonzept von Herrn M. Auf seiner Suche nach ekstatischen Grenzerfahrungen treibt es ihn in immer tiefere Abgründe, bis er am Ende doch an der Spitze landet. Eine Tragödie des 21. Jahrhunderts. Man gratuliere dem Theater Dortmund für die Auswahl dieses brillanten Stückes von Roman Sikora, das großartig von Carlos Manuel inszeniert wurde und am letzten Samstag Premiere hatte.

von SILVANA MAMMONE Weiterlesen

Zum Geburtstag viel Dogma

Das Fest am Theater Dortmund   Foto: Birgit HupfeldLachsalven, laute Zwischenrufe, nicht enden wollender Applaus, Pfiffe und Schreie, Standing Ovations, Überwältigung und Herzrasen bei den Zuschauern. Was ist da los? Haben die vom Theater umsonst Alkohol ausgeschenkt? – Nein, die Reaktionen seien eigentlich immer so positiv, wird später erzählt. Das Fest feierte seine Premiere im Schauspiel Dortmund bereits im Februar 2013, doch auch in dieser Spielzeit begeistert Kay Voges‘ Inszenierung nach wie vor.

von GERALDINE GAU Weiterlesen

Auf der Suche nach dem verlorenen Sinn

Onkel Wanja am Bochumer Schauspielhaus   Foto: Arno DeclairNun hat also auch im Bochumer Schauspielhaus die Theatersaison wieder begonnen – wie schon im vergangenen Jahr (mit Gorkis Wassa Schelesnowa) startet man die Spielzeit mit einem der großen russischen Dramatiker. Doch dieses Mal geht der Schuss nach hinten los. Regisseur Stephan Kimmig nimmt das Konzept der Langeweile in Tschechows Onkel Wanja leider viel zu wörtlich.

von ANNIKA MEYER

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Treffen junger Autoren – Erster Tag

Lara Theobalt   Foto: privat„Es wird viel über Fische geschrieben“, wirft einer der Teilnehmer des diesjährigen Treffens junger Autoren in den Raum. Wir stimmen stumm nickend zu – vielleicht passt die Metapher. Warum auch nicht? In den 2360 Texten, die zum nunmehr 28. TJA ihren Weg nach Berlin nahmen, wird die ein oder andere Unterwasserspezies ihre literarische Nische gefunden haben.

von LARA THEOBALT

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„Hier sind alle viel zu nett zueinander!“

Martin Walser - Die Inszenierung   Cover: RowohltWalser inszeniert ein Drama um ein Drama: Ein altväterlicher Antiheld plant in Die Inszenierung mit Tschechows Möwe den letzten großen Auftritt. Vorhang auf für einen prätentiösen Klischeereigen.

von KARIN BÜRGENER

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