Ein Roman wie eine furchtbar lange Kurzgeschichte

Cover_Olga Grjasnowa_Unschärfen einer Ehe_ HanserDie juristische Unschärfe einer Ehe führt den Leser tief ins Hinterland des Kaukasus und wohl möglich genauso tief in die „russische Seele“ – was auch immer das sein mag. Olga Grjasnowas zweiter Roman changiert zwischen Stereotypen, Vorurteilen, privaten Missverständnissen und Völkerunverständigung.

von ANNA-LENA THIEL Weiterlesen

Nie ganz Kunst und nie ganz Leben

Eine strahlende Zukunft von Richard Yates Quelle: DVAEhegeschichten gibt es viele. Die meisten handeln davon, wie es schief geht. Da ist Eine strahlende Zukunft keine Ausnahme, aber die Art, wie sie schief geht, ist spannend. Irgendwo zwischen Mad Men, American Beauty und Carnage entwickelt Richard Yates hier zwei Lebensgeschichten, die eine Weile gemeinsam verlaufen und das in einer äußerst aufregenden Zeit: Direkt nach dem Krieg scheint jeder Weg in eine strahlende Zukunft zu führen, trotzdem verharren Michael und Lucy lediglich als Zuschauer ihres eigenen. Ein hervorragender Roman – 30 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung nun endlich auch in deutscher Übersetzung.

von SOLVEJG NITZKE

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Die kurze Geschichte eines Wunders

Glattauer – Die Wunderübung Quelle: Hanser VerlagDaniel Glattauer beglückt uns mit seiner neuen Komödie Die Wunderübung und führt uns zugleich tief durch den Dschungel zwischenmenschlicher Beziehungen und Gefühle: Ein Wunder, dass Menschen überhaupt miteinander auskommen.

von SARAH HERHAUSEN

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„Langeweile ist das Unglück der Glücklichen“

Yasmina Reza – Glücklich die Glücklichen Quelle: Hanser VerlagYasmina Rezas Erzählung zeigt die Momentaufnahme eines Mikrokosmos der Besserverdiener, Sorglosen und Wohlstandgeschädigten. Hinter gut situierten Fassaden verbergen sich Einsamkeit, Bindungslosigkeit und Langeweile – wie Glücklich die Glücklichen tatsächlich sind, ist äußerst relativ.

von KARIN BÜRGENER

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Endlich Vollwaise

Und endlich ist auch noch die Mutter tot. Patrick Melrose hat aber auch wirklich lange genug gewartet. Während Vater David schon vor Jahren die Güte hatte, aus dem Leben abzutreten, blieb Eleanor hartnäckig lange unter den Lebenden.

Der Roman Zu guter Letzt von Edward St Aubyns schließt die Melrose-Saga ab.

von KATHRIN SCHÜßLER

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Vom Suchen und Finden. Oder doch nicht?

„Ich wartete darauf, gefragt zu werden, ob mich irgendjemand brauchte. Und wenn das nicht geschah, setzte ich mich auf die Schaukel und schaukelte.“

Doch wo war der Zeitpunkt, an dem Mark Theunissen hätte aufhören und den Absprung schaffen sollen, um seinem Leben die „richtige Wende“ zu geben? Gibt es diesen Moment überhaupt? Und ist der Gedanke an diesen wichtig, bedenkt man, dass sich dieselbe Frage immer wiederholen würde, hätte man eben diesen Augenblick genutzt?

von KATHRIN LESNIEWSKI

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Gegen die Welt

Jan Brandt liefert mit seinem Debütroman Gegen die Welt sprachlich und optisch großes Kino in einer beschaulichen ostfriesischen Dorfkulisse, das den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt und zu Recht oft als das deutsche Debüt 2011 gefeiert wird.

von LINA LOUISA KRÄMER

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