Im Labyrinth des flüchtigen Seins

"Moments of Being" von kaleidoskop beim west off-Festival Foto: Annika Meyer

„Moments of Being“ von kaleidoskop beim west off-Festival Foto: Annika Meyer

Das Theaterfestival west off beschäftigt sich in diesem Jahr unter anderem mit der (De-)Konstruktion unserer Wahrnehmung und dem Begriff der Wirklichkeit. In diesem Rahmen zeigt das Kollektiv kaleidoskop seine „theatrale Rauminstallation“ Moments of Being und präsentiert dem Publikum eine sehr persönliche Annäherung an Virginia Woolfs Schreiben und (künstlerisches) Erleben.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

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Ehrliche Antworten aus dem Literaturbetrieb

Erwin Krottenthaler (Hg): Literaturnachen II // Quelle:  Voland & Quist

Viele Autoren vereinen die Einsamkeit am Schreibtisch und die Auseinandersetzung mit sich selbst. Das kann man zumindest aus den Beiträgen der Sammlung Literaturmachen II herauslesen. Wie zehn Schriftsteller jedoch die Fragen im Rahmen der zweiten Gesprächsreihe Literatur und ihre Vermittler beantworten, zeugt vom Abwechslungsreichtum, Humor und den Möglichkeiten, die der Literaturbetrieb zu bieten hat.

von ALINE PRIGGE

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Verteidigung des Schönen

Byung-Chul Han - Die Errettung des Schönen Cover: S. Fischer

Byung-Chul Han – Die Errettung des Schönen Cover: S. Fischer

Seit seinem Buch Müdigkeitsgesellschaft (2010) tritt Byung-Chul Han in seinen Essays als kritischer Zeitdiagnostiker hervor und gilt mittlerweile als ein zwar nicht allgegenwärtiger, doch entschiedener Widersacher des Neoliberalismus. In seinem neuesten, bei S. Fischer erschienenen Werk Die Errettung des Schönen thematisiert der deutsch-koreanische Philosoph nun die Ästhetik und malt in einer prägnanten, punktuellen Sprache ein düsteres Bild des Schönen in der Gegenwart.

von JONAS PODLECKI

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Wohlmeinendes, für die Wohlmeinenden geschrieben

Nuccio Ordine - Von der Nützlichkeit des Unnützen   Cover: Graf VerlagGeisteswissenschaftler – „Und was wird man damit später?“ Der italienische Literaturprofessor Nuccio Ordine hat die Nase voll vom Ungeist seiner Zeit mit ihrem allgegenwärtigen Diktat der Zweckrationalität und versucht in einem Manifest, sich und seinesgleichen Von der Nützlichkeit des Unnützen zu überzeugen. Wer vorher schon zu zweckfreiem Verhalten neigte, ist überzeugt. Vielleicht aber auch verärgert.

von FABIAN MIRKO MAY Weiterlesen

„Eine unheimliche Wand, durch welche die Sprache nicht recht dringt“

Anne Weber - Ahnen. Ein Zeitreisetagebuch   Cover: S. FischerEin „Zeitreisetagebuch“ verspricht der Untertitel von Anne Webers essayistisch-erzählerischem Prosatext Ahnen, in dem die Autorin sich auf die Suche nach den Spuren des Lebens ihres 1924 verstorbenen Urgroßvaters begibt. Doch anders als in H. G. Wells’ The Time-Machine und anderen Klassikern des Zeitreise-Genres wird der Leser hier nicht in die Vergangenheit katapultiert; vielmehr gelingt das Spürbarwerden des Vergangenen nur sehr tastend und unter Wahrung einer unaufhebbaren Distanz.

von BERNHARD STRICKER Weiterlesen

Re-Lektüre der Sehnsucht

Andrzej Stasiuk - Der Stich im Herzen   Cover: SuhrkampReisen heißt leben“, schrieb Andrzej Stasiuk in Fado. „Jedenfalls doppelt, dreifach, mehrfach leben.“ Dieses Leben verbindet er stets mit dem Schreiben. „Wir wandern durch die Welt, um von ihr zu erzählen. Und keineswegs, um sie zu erobern, zu verändern, zu erkennen und zu verstehen, sondern lediglich, um ihre Schönheit zu beschreiben“, heißt es in seinem neuen Werk Der Stich im Herzen. Und so durchmisst Stasiuk wieder die Welt, diesmal den Osten Eurasiens, und aktualisiert damit, in einer leuchtend klaren Sprache, seine Reiseliteratur.

von JONAS PODLECKI

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Nichts grundsätzlich Falsches, aber Überflüssiges zum Roman

Händler Versuch über den Roman Quelle: S. FischerFalls Sie sich jemals Gedanken über die individuelle oder gesellschaftliche Funktion des Romans gemacht und noch nie den Namen Luhmann gehört geschweige denn etwas von ihm gelesen haben, dann greifen Sie ruhig zu Ernst-Wilhelm Händlers Versuch über den Roman als Erkenntnisinstrument. Doch Vorsicht, die Lektüre kann spontan auftretende Schlummersucht bewirken!

von KAI FISCHER

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Sehnsucht nach Wirklichkeit

Lethen_Der Schatten des Fotografen Quelle: Rowolt Verlag BerlinDer vor wenigen Tagen in der Kategorie Sachbuch/Essayistik mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnete Kulturwissenschaftler Helmut Lethen lehrt uns in Der Schatten des Fotografen das Sehen und das Lesen von Bildern. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist dabei die Suche nach der Wirklichkeit in und hinter den Bildern – eine Suche, die überraschende, aber dennoch großartige (Um)Wege beschreitet.

von KATJA PAPIOREK

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Auf einen literarischen Corndog, KW 11

Five Corn Dog Pronto Pups   wikimedia   User: JonathunderPst … Kommen Sie näher … Sehr witzig, nein, ich möchte Ihnen kein U verkaufen. Möchten Sie den Grund dafür wissen, warum wir doch einen Inlandsflug nehmen und nicht, wie angekündigt, einen Roadtrip zu John D’Agata nach Iowa machen? Natürlich hätte eine Busreise länger gedauert, das kann man nicht bestreiten, faktisch vollkommen richtig. Aber das ist nicht mal die halbe Wahrheit. Wollen Sie die Wahrheit wissen? Sind Sie sicher, dass Sie die Wahrheit vertragen können? Dann lesen Sie weiter.

von KAI FISCHER

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Auf ein literarisches Philly Cheesesteak, KW 10

John Jeremiah Sullivan bei den National Book Critics Circle Awards   Foto: Wikimedia User David ShankboneNew York … unendliche Weiten … Halt! Was? Das geht in die vollkommen falsche Richtung. Hier geht es nicht um literaturkritische Raumfahrt, sondern um Literaturtourismus der gehobenen Art durch die amerikanische Essayistik. Noch mal von vorn: Die erste Etappe unserer Reise führt uns heute nach New York, den einzigen großen Apfel, den der iGod nicht patentieren konnte, wo Mark Greif von n+1 auf uns wartet. Danach fahren wir die Ostküste runter, wo uns John Jeremiah Sullivan in seinem Haus empfängt. Dass dort Peyton Sawyer, eine Figur aus der Serie One Tree Hill, gewohnt hat, ist nur eines der Themen, denen sich Sullivan in seinem Buch Pulphead widmet.

von KAI FISCHER

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