Sexualisierter Kunstdiskurs

Pfisterer: Kunst-Geburten / Quelle: Wagenbach„Ich habe mich im Belvedere derart in einen außergewöhnlich schönen Jüngling namens Apollo verliebt, daß ich gar nicht anders kann, als normalerweise zweimal am Tag seine himmlischen Schönheiten zu kontemplieren“ – so beschreibt der Mantuaner Adlige Francesco Maffei in einem Brief 1517 sein Liebesverhältnis zum berühmten Apoll vom Belvedere. Mit seinem Verlangen steht er nicht allein. Vielmehr werden in der Frühen Neuzeit in breitem Umfang das Wesen der Kunst und der Umgang mit ihr in den Liebeskategorien von Begehren und erotischer Erfüllung erfasst – so das Ergebnis von Ulrich Pfisterers Studie Kunst-Geburten.

von NORBERT SCHNABEL

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„Hamlet“ Tag und Nacht

Hamlet„Wir machen jetzt politisches Theater“, skandieren Wum und Wendelin am Ende eines ebenso kurzweiligen wie bedrückenden Theaterabends: Massenüberwachung, Mord, Reality-TV, Krieg gegen den Terror, Selbstoptimierung und Cyborgism. Der Mensch, das überforderte Tier, und die durch die Medienkanäle sausende Datenflut – Fluch und Segen. Regisseur und Intendant des Schauspiels Dortmund Kay Voges mit einer für ihn gewohnt videolastigen Inszenierung des Shakespearestoffs.

von NADINE HEMGESBERG Weiterlesen