Showdown in Nordkorea

Jean Echenoz – Unsere Frau in Pjöngjang Cover: Hanser Berlin

In Zeiten neuer Spannungen zwischen den USA und Nordkorea, in denen selbst vor nuklearen Drohungen per Tweet nicht mehr zurückgeschreckt wird, kommt Jean Echenoz’ gewitzter neuer Roman Unsere Frau in Pjöngjang wie gerufen. Der französische Geheimdienst schickt eine attraktive Frau in die abgeschirmte „Volksrepublik“, um die dortigen Machthaber auszuhorchen. Am Ende läuft alles aus dem Ruder, und selbst der Erzähler verliert die Übersicht – Spionage könnte kaum unterhaltsamer sein.

 

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

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Traumwelten der Gegenwartskunst: Wie Jean-Max Colard die Grenze zwischen Traum und Kunstkritik auflöst

Jean-Max Colard – Die Ausstellung meiner Träume Cover: Wolff Verlag

2016 erschienen Jean-Max Colards poetische Traumnotate unter dem Titel Die Ausstellung meiner Träume im Berliner Wolff Verlag. Die von Christian Steinau herausgegebene Übersetzung zeigt auf, wie ein Kunstkritiker, Literaturwissenschaftler und Kurator in Personalunion seine Eindrücke aus dem Kunstbetrieb als Schriftsteller in Kunstliteratur verwandelt.  

von KATHARINA KRÄHENBÜHL Weiterlesen

Bad Boy Bergerac

"Cyrano de Bergerac" am Schauspiel Köln Foto: Tommy Hetzel

„Cyrano de Bergerac“ am Schauspiel Köln Foto: Tommy Hetzel

Simon Solbergs Inszenierung von Kabale und Liebe war ein regelrechter Dauerbrenner am Schauspiel Köln. Nun präsentiert er der Domstadt seine Version von Rostands „großer romantischer Komödie“ Cyrano de Bergerac. Hohe Gesangs-, Kampf- und Akrobatikkunst, die leider dennoch nicht restlos zu begeistern vermag.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

„Alle starben, auf einen Schlag“

Kamel Daoud: Der Fall Meursault. // Quelle: Kiepenheuer und Witsch

Mit Der Fall Meursault: Eine Gegendarstellung hat Kamel Daoud einen wichtigen Hypertext zu Albert Camus geschaffen, der durchaus eine Gegendarstellung ist, wenn auch vielleicht anders als es zunächst den Anschein hat.

von LARS BANHOLD

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Gänzlich tartüffisiert

"Tartuffe" an den Wuppertaler Bühnen Foto: Klaus Lefebvre

„Tartuffe“ an den Wuppertaler Bühnen Foto: Klaus Lefebvre

Maik Priebe inszeniert erstmalig am Schauspiel Wuppertal. Ausgerechnet Molière – oder zum Glück? Seine zweistündige Tartuffe-Version bleibt erstaunlich dicht am Original, bietet aber durch virtuose Schauspielkunst in bunter Barockpracht einen keineswegs konventionellen, sondern Funken sprühend lebendigen Abend.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Mon vieux! Rodolphe Töpffers Werke in neuem Gewand

COVER_Toepffer_Die_Liebesabenteuer_AvantRodolphe Töpffer gilt als „Großvater der Comics“. Die Neuausgabe von zumindest drei seiner Geschichten macht bis auf ein Detail alles richtig.

von CHRISTIAN A. BACHMANN Weiterlesen

Auch Helden haben mal Angst…

Gabriel Chevallier - Heldenangst   Cover: Nagel & KimcheEin fast schon vergessener Erlebnisbericht über den Ersten Weltkrieg feiert in Frankreich sein großes Comeback. Gabriel Chevalliers Heldenangst wurde Ende der 1930er Jahre aufgrund seiner schonungslosen Direktheit und des bevorstehenden Krieges zurückgezogen. Nun ist der beeindruckende Text erstmals in deutscher Übersetzung erhältlich.

von LISA GLÖCKNER

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Vier Perspektiven und ein Todesfall

Linda Lê - FLUTwelle   Cover: DörlemannLinda Lês FLUTwelle ist eine vielstimmige Reflexion über Trauer, Schuld und die Möglichkeit eines erfüllten Lebens. Vier Figuren erzählen aus ihrer jeweiligen Sicht, wie es dazu kommen konnte, dass Lou ihren Mann Van überfuhr. Rache? Eifersucht? Mord? Ein tragischer Unfall? Die formale Strenge des Textes steht hier in reizvollem Kontrast zum emotionalen Inhalt. Der Roman war in Frankreich 2010 für den Prix Goncourt nominiert und erscheint nun auf Deutsch.

von LINA BRÜNIG

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Über das Tier im Menschen, das zeigt, wozu wir fähig sind…

Eine Mischung aus Kriegsgeschichte und Familiensaga, die aus der Enkelperspektive auf beeindruckende Weise erzählt, was es heißt, hinzufallen und nicht mehr aufstehen zu können.

Von CHRISTINA FROMMERT

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„Wer bin ich?“

Umberto Ecos Der Friedhof in Prag führt den Leser in das späte 19. Jahrhundert in Frankreich. Es ist eine Zeit des politischen Umbruchs, in welcher der Protagonist lebt. Der Hauptmann Simonini begibt sich auf die Suche nach seiner Identität, derer er sich nicht mehr sicher ist. Die Frage, ob seine Persönlichkeit gespalten ist, soll sich über die Rekonstruktion der vergangenen Jahre in einem Tagebuch klären, da Simonini zu allem Überfluss auch sein Gedächtnis verloren hat.

von SARAH PLATH

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