Das ist noch nicht das Ende

cover_can-duendar_lebenslang-fuer-die-wahrheitVoll von unglaublicher Besonnenheit und ansteckendem Optimismus strotzen die Tagebuchaufzeichnungen von Can Dündar. Umso unfassbarer ist das, wenn man bedenkt, wo diese entstanden sind: im Gefängnis.

von ESRA CANPALAT Weiterlesen

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Das Ungeziefer in dir: Lebst du noch oder krabbelst du schon?

Die Verwandlung am Theater Oberhausen, Moritz Peschke als Gregor Samsa   Foto: Klaus FröhlichDas Publikum ist dem ukrainischen Regisseur Andriy Zholdak laut eigener Aussage ziemlich egal. Das deutsche Publikum sei ohnehin eines, das ein Stück, das es nicht versteht, gleichermaßen unverständlich wie schlecht findet. Ist das Oberhausener Premierenpublikum von Zholdaks Kafka-Inszenierung der Verwandlung also ein vermeintlich „typisch deutsches“, weil es die Inszenierung weniger mit stehenden Ovationen als mit vereinzelten Buh-Rufen und sichtlicher Irritation und Erregung goutiert: „Unverschämtheit“, „Ich hatte es mir ja schon schlimm vorgestellt, aber das?!“ oder „Ich fand es dermaßen unmöglich.“ Erklärungsversuche.

von KATJA PAPIOREK und NADINE HEMGESBERG

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Implodierende Texte, explodierende Kritiker

In der Diskussion: Daniela Strigl, Juri Steiner und Arno DusiniZweiter Lesetag beim Bachmann-Preis in Klagenfurt: ein Tag mit deutlich mehr Kunstwillen und Jury-Spektakel. Ein ruhelos-hauptstädtischer Gedankenstrom erzählt mit extra verstiegenen Bildern von Sucht und Ich-Sagen. Zwei Flüchtlinge entwickeln in einem platonischen Dialog auf Facebook schreibend ihre Biografien. Und ein Sehbehinderter aus der Spoken-Word-Szene erzählt ein nationalistisches Drohszenario aus dem dunklen Wald der paranoiden Schweizer Seele.

Von LINA BRÜNIG und FABIAN MAY

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Der Dichter des „So sagt man“

Franz_Kafka_from_National_Library_IsraelVor 90 Jahren erlag Franz Kafka in Kierling bei Wien seiner Tuberkulose. Dem Klischee nach ein passender Abgang für ein Leben zwischen Unangepasstheit und Ängsten. Doch Kafka ist mehr als das Schreckgespenst für Oberstufenschüler. Und vor allem wichtiger. Eine Ehrenrettung.

von FABIAN MAY Weiterlesen

Der talentierte Herr Gwisdek

Robert Gwisdek: Der unsichtbare Apfel (Quelle: Kiepenheuer und Witsch)Robert Gwisdek kannte man als Schauspieler, bevor er sich in den letzten zwei Jahren als Kopf der HipHop-Band Käptn Peng & die Tentakel von Delphi mit philosophisch absurden Texten eine beachtliche Fangemeinde erspielte. Jetzt veröffentlichte er den Roman Der unsichtbare Apfel, den er am 12. April in der ausverkauften Zeche Carl in Essen vorstellte.

von LINA BRÜNIG

 

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Die Empfehlung eines kartoffeldicken Männchens und der Comic

Mahler_Lachmaschine   Cover ReproduktIhm begegnet Thomas Bernhard im Traum, er muss seine bekannteste Graphic Novel Alte Meister auf einer Buchmesse vor tattrigen Greisen verteidigen und lässt einen auf einem Teppich fliegenden Comic-Guru verlauten: „Bringt Dreck in die Tempel! Blödsinn in die Literaturhäuser! Intertextualität in die Comic-Shops.“ Nicolas Mahlers autobiografischer Comic Franz Kafkas nonstop Lachmaschine ist eine Sammlung humoristischer Erzählungen aus dem Alltag eines Comiczeichners und dessen Dasein im Comic-Betrieb.

von CHRISTOPH BÜRGENER

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Die Herrlichkeit der späten Liebe

Vieles ist der Literaturwelt über Franz Kafkas Privatleben heutzutage bekannt – so etwa die konfliktreiche Beziehung zu seinem Vater und die Liaison zu Felice Bauer, mit der er kurzzeitig verlobt war, und zu Milena Jesenská. Die vielleicht wichtigste Frau in Kafkas Leben wurde jedoch von der literarischen Hemisphäre lange Zeit außer Acht gelassen – Dora Diamant. Michael Kumpfmüller widmet sich nun in seinem Roman „Die Herrlichkeit des Lebens“  dieser letzten und vielleicht einzig großen Liebe Franz Kafkas.

von VANESSA PUDLO

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