„Das hier ist die neue Welt“

Fiston Mwanza Mujila - Tram 83 Cover: Zsolnay

Fiston Mwanza Mujila – Tram 83 Cover: Zsolnay

In seinem für den Man Booker Prize nominierten Debütroman Tram 83 entwirft der in Graz lebende kongolesische Autor Fiston Mwanza Mujila ein sprachgewaltiges, modernes Sodom. Nun wurde der bereits 2014 erschienene Roman vom Französischen ins Deutsche übertragen.

von LEONARD MERKES Weiterlesen

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Hauptsache, es knallt

Mozarts "Titus" am Essener Aalto-Theater Foto: Thilo Beu

Mozarts „Titus“ am Essener Aalto-Theater Foto: Thilo Beu

Ausgerechnet am fünften Doch-Nicht-Geburtstag des Berliner Pannen-Flughafens lädt das Essener Aalto-Theater zur letzten Premiere seiner diesjährigen Spielzeit. Regisseur Frédéric Buhr siedelt die antike Geschichte um den milden Kaiser Titus (zufällig?) an einem stylishen Flughafen in unserer Gegenwart an und präsentiert eine bemüht aktuelle Mozart-Interpretation, die seine Holzhammermethode nicht nötig gehabt hätte, um Aktualität widerzuspiegeln.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Fünf Freunde und ein Todesfall

Frank Schliedermann - Die Trauerfeier Cover: asphalt & anders Verlag

Frank Schliedermann – Die Trauerfeier Cover: asphalt & anders Verlag

Sie treffen sich, weil „einer von ihnen“ tot ist, doch gibt es dieses „sie“ eigentlich noch? Frank Schliedermann seziert in seinem Romandebüt Die Trauerfeier eine alte Freundschaft und philosophiert in luftiger Manie über das Leben und die Wege, die man geht.

von ANNA KREWERTH Weiterlesen

Zigaretten, Alkohol und jede Menge Pathos

"West Side Story" an den Wuppertaler Bühnen Foto: Uwe Stratmann

„West Side Story“ an den Wuppertaler Bühnen Foto: Uwe Stratmann

Nach vorübergehender Musicalabstinenz unter dem nun scheidenden Opernintendanten Toshiyuki Kamioka steht mit West Side Story endlich wieder ein idealtypischer Vertreter des Musicalgenres auf der Bühne des Wuppertaler Opernhauses. Berühmt für die komplexe narrative Verflechtung von Tanz, Gesang und Schauspiel, fungiert das Stück seit fast 60 Jahren weltweit als Publikumsmagnet. Fast 60 Jahre? Zeit für eine Aktualisierung! – dachte sich wohl das Kreativteam der Wuppertaler Inszenierung rund um Regisseurin Katja Wolff, das zu einer Übertragung der Geschichte in die Gegenwart ansetzt.

von CHRISTOFER SCHMIDT Weiterlesen

Das Rhabdomyosarkom

"Heute bin ich blond" am Theater Duisburg Foto: Sascha Kreklau

„Heute bin ich blond“ am Theater Duisburg Foto: Sascha Kreklau

Der Spieltrieb, offizieller Jugendclub des Theaters Duisburg, bringt mit Heute bin ich blond eine Theaterfassung des bekannten gleichnamigen Films nach Sophie van der Stap auf die Bühne. Bei aller Kurzweiligkeit kann von Tiefgang leider kaum die Rede sein.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

50 Shades of White

Yasmina Rezas "Kunst" am Schauspiel Essen Foto: Diana Küster

Yasmina Rezas „Kunst“ am Schauspiel Essen Foto: Diana Küster

Ein vibrierendes Kunstwerk, Scheiße oder irgendwas dazwischen? Drei Männer streiten sich über ein Bild, dabei geht es doch um so viel mehr. Regisseurin Anne Spaeter bringt Yasmina Rezas Kunst auf die Bühne des Grillo-Theaters Essen und zeigt eine fein abgestimmte Komödie, bei der zur Erheiterung des Zuschauers fast jedes Wort pointiert auf die Goldwaage gelegt wird.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

„Astronauten“ oder Ein Scheitern in drei Zitaten

Sandra Gugic - Astronauten   Cover: C.H. BeckEs gibt Romane, die kommen gefühlt zehn Jahre zu spät. Sandra Gugics Debüt Astronauten ist einer dieser Romane. Ihre Figuren: In einem Perspektivenroman umhertreidelnde Astronauten in der bösen Überwachungsmatrix namens Leben und mit dem inszenierten Ich in mannigfaltigen (medialen) Ausprägungen Hadernde. Gähn.

von NADINE HEMGESBERG

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Die Büchse der (un)begrenzten Möglichkeiten

Pandora 88   Foto: Aurora NovaIn dieser Woche präsentieren zwei renommierte Tänzer der Off-Szene und Mitbegründer der fabrik in Potsdam, Wolfgang Hoffmann und Sven Till, das Physical Theatre Stück Pandora 88 bei den Ruhrfestspielen. Seit nunmehr zwölf Jahren – Uraufführung war im Jahr 2003 – begeistern sie mit ihrer außergewöhnlichen Performance auf engstem Raum, die im Zuge des Fringe Festivals bei den Ruhrfestspielen gezeigt wird.

von SILVANA MAMMONE

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Mindestens drei Gründe, Irmina zu lesen

Barbara_Yelin: Irmina_Verlag: ReproduktMit Gift schaffte Barbara Yelin den Durchbruch als Comiczeichnerin. Nun erscheint die erste Graphic Novel, bei der auch das Szenario von ihr stammt: Irmina ist die typisch-untypische Geschichte einer deutschen Frau – beginnend in den 1930er Jahren. Yelin gelingt ein differenziertes Porträt ihrer Protagonistin, das zum Nachdenken anregt.

von MONIKA SCHMITZ-EMANS Weiterlesen

Zweisam einsam: „Wenn alle Hoffnungen verdorr’n“

Einsame Menschen im Schauspielhaus Bochum   Foto: Arno DeclairVor der Premiere von Einsame Menschen am Deutschen Theater in Berlin im Jahr 1891 schrieb Gerhart Hauptmann: „Die kommende Premiere war schon Wochen vorher die allgemeine Sensation. Die Billethändler nahmen hundert bis doppelt so viele Mark für eine Karte.“ Nun inszenierte Roger Vontobel am Schauspielhaus Bochum seine Einsamen Menschen und auch hier war der Zuspruch zwar nicht Wochen, so doch viele Tage vorher, enorm – das Bochumer Publikum sah sich nicht nur begeistert die Premiere, sondern auch zwei öffentliche Proben an.

von NADINE HEMGESBERG Weiterlesen