Verschobene Dichtkunst, die herausragt

Adam Zagajewski: Asymmetrie. Gedichte. Cover: Carl Hanser

Adam Zagajewski unternimmt in seinem Gedichtband Asymmetrie den Versuch einer inkongruenten Ästhetik. Thematisch variieren seine Gedichte zwischen zumeist biografisch angelegten Charakterisierungen von Größen aus Kunst und Wissenschaft, hochpersönlichen Erzählungen sowie nicht zuletzt metaphorisch aufgeladenen Lobeshymnen auf seine literarischen Vorbilder. Zagajewskis pointenreiche Sprache geleitet durch ein exzellentes Zeugnis engagierter Literatur.

von THOMAS STÖCK Weiterlesen

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„Über den Schatten einer Wolke, über das Lied eines Gedankens“

Vladimir Nabokov – Briefe an Véra Cover: Rowohlt

Liest man die Briefe eines Menschen, so erfährt man Grundlegendes über seine Persönlichkeit. Nabokovs Briefe an seine Frau sind Liebesbekundung, Reisebericht, und Zeitporträt in einem. Was sich als Konstante durch sein Leben zieht, ist die Liebe zu seiner Frau Véra. Ihr Verhältnis wird in den nun erstmals in deutscher Sprache veröffentlichten Briefen an Véra dokumentiert. Im unverkennbar brillanten Nabokov-Duktus eröffnen sie die Tür zu der vertrauten Atmosphäre einer über 50 Jahre währenden Beziehung.

von ALINA WOLSKI Weiterlesen

Seegurken, Grottenolme und Cyborgs

Heinrich Detering - Wundertiere   Cover: WallsteinMit dem Band Wundertiere legt der Germanist Heinrich Detering eine Sammlung von Gedichten vor, die überwiegend eine große Ruhe verströmen. Das ist nicht sehr aufregend, aber gut zum Innehalten.

von STEPHANIE HEIMGARTNER Weiterlesen

Das Gonzo-Prinzip oder „Wenn einer ein Arschloch ist, dann ist das eben so“

Spies, Miriam (Hg.) - Fledermausland   Cover: gONZo-VerlagWenn Sie nicht gerne Texte über Drogen und Ficken, über alltägliche Paranoia, ausgelöst durch das Versprechen von mehr Sicherheit statt Freiheit, über Privates und Politisches und über die Zusammenhänge dazwischen lesen, dann lassen Sie gefälligst die Finger davon. Alle anderen könnten in der Anthologie Fledermausland fündig werden.

von KAI FISCHER Weiterlesen

Entschlossen maritim: Mathias Jeschkes melancholisch-ironische Gedichte

Mathias Jeschke: Der Fisch ist mein Messer Quelle: edition AZURDer Fisch ist mein Messer heißt rätselhafterweise dieser Band, und der Titel ist Programm, nicht nur, weil er es schafft, gleichzeitig auf den biblischen Hebräerbrief (4,12) und Hans Benders berühmt gewordene Poetik-Anthologie Mein Gedicht ist mein Messer von 1961 anzuspielen, sondern auch, weil diese Gedichte das mehrmalige Um-die-Ecke-Denken bei Leser und Leserin unbedingt einfordern.

von STEPHANIE HEIMGARTNER

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Und wenn ich mich endgültig hinlege, werde ich nützlich

Sylvia Plath: Über das Wasser/Crossing the Water   Cover: Luxbooks2013 war das Jahr der Todestage und ihrer Jubiläen, unter anderem auch der 50. Todestag von Sylvia Plath, die sich am 11.02.1963 das Leben nahm. Es ist also längst Zeit, der amerikanischen Dichterin auch auf literaturundfeuilleton zu huldigen. Das von ihr hinterlassene lyrische Werk zeugt von ihren Ängsten und Wahnvorstellungen, ist düster und augenzwinkernd zugleich. Über 40 Jahre nach der englischen Erstveröffentlichung bringt der Luxbooks Verlag den Lyrikband Crossing the Water / Übers Wasser zum ersten Mal in deutscher Übersetzung heraus.

von ESRA CANPALAT

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Visuelle Poesie und ein kleines, dickes Männchen

Nicolas Mahler - Gedichte   Cover: SuhrkampMit der Geburt beginnt es. Mit der Hölle endet es. Der österreichische Zeichner und Humorist Nicolas Mahler erzählt durch visuelle Gedichte von Schicksal, Abenteuer und einem kleinen, dicken Männchen. Es sind grafische Gedichte der Nachdenklichkeit, teils mit Humor. Im September 2013 erschienen Mahlers Gedichte mit einem Nachwort von Raimund Fellinger in der Insel-Bücherei.

von CHRISTOPH BÜRGENER

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Lyrischer Voyeurismus aus Südkorea

Der Gedichtband Autobiographie aus Eis des südkoreanischen Lyrikers Choi Seung-Ho ist anders, als ich es erwartet hatte. Der Autor spielt in seinen Gedichten mit scharfen Kontrasten und dem Ekel seiner Leser, indem er auf Themen und Worte zurückgreift, die sich immer am Rande, häufig sogar deutlich jenseits der Grenze des guten Geschmacks bewegen. In jedem Fall berührt er den Leser, die Frage ist nur, welcher Art diese Berührung ist. In meinem Fall äußert sie sich in deutlicher Abneigung und grenzenlosem Unverständnis.

von KATHARINA WINTER

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„Ach, erlauben Sie mir die nun folgende Entgleisung“

Franz Schuh verspricht uns in seinem Buch Der Krückenkaktus Reflexionen über große Geister, kleine Beobachtungen und ewige Themen. Ein ehrgeiziges Projekt, mit dem er grandios scheitert.

von TOBIAS THANISCH

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Von Dichtern und Heringen

Island, 1912: Wiesen, Schafe Holzhütten und betrunkene Dichter. Die Übersetzung von Thórbergur Thórdarsons Roman Islands Adel (S. Fischer) öffnet ein Fenster in ein längst vergangenes Leben. Ein Ausschnitt aus dem Leben eines Protagonisten, der zufällig den Namen des Autors trägt und schreibt: Ich.

von MARCEL WIDJAJA

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