Am Ende waren alle zufrieden

Leonard Bernstein Foto: Jack Mitchell

Leonard Bernstein Foto: Jack Mitchell

Mit Thomas Hampson konnte die Essener Philharmonie nicht nur einen gefragten Sänger, sondern auch einen Weggefährten Leonard Bernsteins für ein Konzert gewinnen. Der Liederabend To Lenny with Love kann immer dann überzeugen, wenn der charmante Amerikaner persönliche Anekdoten vom Komponisten erzählt, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Während die erste Hälfte des Konzertes mit Mahler-Liedern eine fast unangenehme Atmosphäre hat, sind die Besucher nach der Pause ganz auf der Seite Hampsons. 

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

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La Le Lu – Nur die Frau im Mond schaut zu

"Frau Luna" an der Oper Dortmund Foto: Björn Hickmann

„Frau Luna“ an der Oper Dortmund Foto: Björn Hickmann

In der vergangenen Spielzeit entführte die Oper Dortmund ihre Zuschauer mit Paul Abrahams Operette Die Blume von Hawaii auf eine paillettenbesetzte Glitzerversion des beliebten Reiseziels und überzeugte damit Kritik und Besucher gleichermaßen. Die Erwartungen an die diesjährige Operetten-Premiere waren also hoch und die Vorzeichen standen gut. Paul Linckes Revue-Operette Frau Luna sollte das Publikum auf einen schillernden Ball auf dem Mond entführen. Doch der Erdtrabant zeigt sich in Erik Petersens Inszenierung leider nicht von seiner Schokoladenseite.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Alltag statt Rollschuhe – ein fast normales Musical in Dortmund

"Next to Normal" am Opernhaus Dortmund Foto: Björn Hickmann

„Next to Normal“ am Opernhaus Dortmund Foto: Björn Hickmann

Das Dortmunder Opernhaus traut sich etwas! Mit Next to Normal – Fast normal steht nun ein mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnetes Musical auf dem Spielplan, das aufgrund seines Themas schnell am Publikum vorbei singen könnte. Wie macht man der durchschnittlichen Musicalzielgruppe schon ein Stück über eine dysfunktionale Allerweltsfamilie mit depressiver Mutter schmackhaft, das eher rockig daher kommt und nicht zum munteren Mitsingen einlädt? Next to Normal könnte von fröhlichen My fair Lady-Erwartungen kaum weiter entfernt sein, ist aber dennoch (oder gerade deswegen) unbedingt sehenswert.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Zigaretten, Alkohol und jede Menge Pathos

"West Side Story" an den Wuppertaler Bühnen Foto: Uwe Stratmann

„West Side Story“ an den Wuppertaler Bühnen Foto: Uwe Stratmann

Nach vorübergehender Musicalabstinenz unter dem nun scheidenden Opernintendanten Toshiyuki Kamioka steht mit West Side Story endlich wieder ein idealtypischer Vertreter des Musicalgenres auf der Bühne des Wuppertaler Opernhauses. Berühmt für die komplexe narrative Verflechtung von Tanz, Gesang und Schauspiel, fungiert das Stück seit fast 60 Jahren weltweit als Publikumsmagnet. Fast 60 Jahre? Zeit für eine Aktualisierung! – dachte sich wohl das Kreativteam der Wuppertaler Inszenierung rund um Regisseurin Katja Wolff, das zu einer Übertragung der Geschichte in die Gegenwart ansetzt.

von CHRISTOFER SCHMIDT Weiterlesen

Das Leben ist schön! Ist das Leben schön?

Was ist falsch an einem unterhaltsamen Theaterabend? Muss eine Inszenierung heute immer unbequem sein? Bei Marketplace 76 von Jan Lauwers und Needcompany, uraufgeführt bei der diesjährigen Ruhrtriennale, bekommt man zumindest einen Sitzplatz und eine zusammenhängende Geschichte mit ästhetischen Bildern, die im Gedächtnis bleiben. Das besondere Zusammenspiel von Tanz, Gesang, Performance und bildender Kunst sowie ihre Mehrsprachigkeit zeichnen die international besetzte und fast 30 Jahren bestehende Needcompany aus und lassen auch diesen Theaterabend, trotz seiner Länge von zweieinhalb Stunden, zu einem kurzweiligen werden.

von GERDA LEVERS

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