Ein schwarzer Vogel namens Glück

"Love You, Dragonfly" am Theater Bonn Foto: Thilo Beu

„Love You, Dragonfly“ am Theater Bonn Foto: Thilo Beu

Fritz Katers neues Stück Love You, Dragonfly wird von Alice Buddeberg für das Theater Bonn inszeniert und entfaltet in sechs Parallelgeschichten eine bildstarke, poetische Sprache, bleibt jedoch in überkommenen Erzählmustern verhaftet.

von NINA BLÄSIUS Weiterlesen

Muttertier Medea

"Medea.Matrix" bei der Ruhrtriennale Foto: Ju/Ruhrtriennale

„Medea.Matrix“ bei der Ruhrtriennale Foto: Ju/Ruhrtriennale

Im Rahmen der Ruhrtriennale bringen die Regisseurin Susanne Kennedy und der Installationskünstler Markus Selg den Medea-Mythos auf die Bühne der Gebläsehalle des Landschaftsparks Duisburg-Nord. Wie schon Christoph Schlingensief in seiner Kirche der Angst vor dem Fremden in mir nutzen Kennedy und Selg den Raum als Industriekathedrale und hinterfragen in Medea.Matrix die Rolle der Frau als Gebärende und Mutter.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Hitzige Bastardkomödie

"Don Giovanni. Letzte Party" wird bei den Ruhrfestspielen im Festspielhaus gezeigt. Foto: Torsten Janfeld

„Don Giovanni. Letzte Party“ wird bei den Ruhrfestspielen im Festspielhaus gezeigt. Foto: Torsten Janfeld

Bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen hatte eine umjubelte Produktion des Thalia Theaters Hamburg ihre „Pott“-Premiere: Don Giovanni. Letzte Party. Exzessive Spielfreude, bunte Kostüme und eine Menge (dilettantischer) Musikeinlagen rissen das – ungewöhnlich stark involvierte – Publikum wie zu Mozarts Zeiten buchstäblich von den Sitzen. Ob der Abend sonst noch irgendetwas erreichen wollte, steht in den Sternen.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

„Das ist (keine) Reklame für mein Haus“

Goldonis "Diener zweier Herren" bei den Ruhrfestspielen Foto: Reinhard Werner

Goldonis „Diener zweier Herren“ bei den Ruhrfestspielen Foto: Reinhard Werner

Mit Goldonis Diener zweier Herren startet die 70. Spielzeit der Ruhrfestspiele in Recklinghausen. Das Motto dieser Theatersaison rund um Migration und Flüchtlingskrise, Mittelmeer – Mare Nostrum?, bleibt zwar weitestgehend unberücksichtigt, das Ensemble des Wiener Burgtheaters in der Regie von Christian Stückl glänzt aber mit derber Spielfreude und gelegentlichen Seitenhieben auf das politische Zeitgeschehen.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Welcome to your dark and dirty fantasies

"Lulu" am Theater Oberhausen Foto: Birgit Hupfeld

„Lulu“ am Theater Oberhausen Foto: Birgit Hupfeld

Das Theater Oberhausen eröffnet das Jahr 2016 mit einer Menge Blut, Nacktheit und makaber-komödiantischer Musik: Lulu – Eine Mörderballade nach Wedekinds gleichnamiger Tragödie steht mit vielen Songs der Tiger Lillies auf dem Spielplan. Die 90-minütige Inszenierung des belgischen Regisseurs Stef Lernous entblößt trotz aller Bildgewalt einige Schwächen.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Sex, Lügen und Revolution oder love, peace and understanding?

Laurie Penny: Unsagbare Dinge // Quelle: Nautilus

Patriarchat ist Schnee von gestern? Oder das Problem der Anderen? Feminismus bei uns bloß noch eine Frage von Quoten und Elternzeiten? Laurie Penny räumt in Unsagbare Dinge. Sex, Lügen und Revolution mit verbreiteten Irrtümern auf und erinnert daran, dass Feminismus und solide Kapitalismuskritik einander brauchen.

von ALEXANDER THINIUS

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My Fabulous Lady

"My Fair Lady" am Schauspiel Essen Foto: Martin Kaufhold

„My Fair Lady“ am Schauspiel Essen Foto: Martin Kaufhold

Das Essener Schauspiel landet mal wieder einen Clou: Robert Gerloff beweist mit seiner Inszenierung von My Fair Lady, dass der Pygmalion-Stoff auch knapp 100 Jahre nach seiner bekanntesten Bearbeitung durch George Bernard Shaw nichts an Witz und Schlagfertigkeit verloren hat. Das Publikum erwarten 165 unterhaltsame Minuten, in denen der eine oder andere schiefe Ton gerne verziehen wird.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Roger Vontobel macht sich den Shakespeare widewide Wie es Euch gefällt

"Wie es Euch gefällt" am Schauspiel Köln   Foto: David BaltzerGeorge Bernard Shaw vertrat die Meinung, Shakespeare überließe schon im Titel allein dem Publikum die Bewertung seiner Komödie: As YOU like it. Roger Vontobel fühlte sich als Regisseur ebenfalls angesprochen, Wie es Euch gefällt so zu inszenieren, wie es ihm gefiel, und brachte seine Version der Shakespeareʼschen Komödie auf die Bühne, die auch dem Publikum am Schauspiel Köln sichtlich gefiel.

von VERENA SCHÄTZLER Weiterlesen

SEX SEX SEX

Sibylle Berg - Der Tag, als meine Frau einen Mann fand   Cover: Hanser VerlagSie ist, wenn man es mit einer dieser vom Feuilleton so heißgeliebten Vossianischen Antonomasien sagen möchte, das Trüffelschwein unter den Romanciers am schmuddeligen emotionalen Abgrund der heterosexuellen Paarbeziehung (und nicht nur da). Sibylle Bergs neuen Roman Der Tag, als meine Frau einen Mann fand muss man erst einmal aushalten können. Er liest sich mit all seinen fast aphoristischen Sätzen wie das kleine Poesiealbum des monogamen Scheiterns und des koitalen Irrsinns. Kurz: ein Genuss.

von NADINE HEMGESBERG

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Paula schreibt: Interpretationshilfe zum modernen Mann

Paula Lambert - Keine Angst, der will nur spielen   Cover PiperEin pinkfarbener Einband, auf dem Cover der Scherenschnitt einer „starken“ Frau im kurzen Kleid, die selbstsicher die Hände in die Hüften stemmt und ein Titel, der alles und nichts bedeuten kann: die Covergestaltung von Paula Lamberts Buch Keine Angst, der will nur spielen. Der Männer Report erfüllt äußerlich und auch inhaltlich die allgemeinen Erwartungen an Bücher, die im Buchhandel die Abteilung „Freche Bücher für freche Frauen“ füllen. Glücklicherweise bleibt es aber nicht nur dabei.

von PIA ALEITHE

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