Ein Kampf gegen die Ahnungslosigkeit

Nadja Niemeyer: Gegenangriff. Ein Pamphlet; Cover: Diogenes

Wenn Tiere sich zusammenschließen, um die Menschheit auszulöschen, wären sie laut Nadja Niemeyers Roman Gegenangriff erfolgreich damit, denn dafür bräuchten sie nur einen Virus, der ihre Intelligenz steigert. In ihrem Roman versucht sie, eine neue Welt zu schaffen – ohne den Menschen. Niemeyer zeigt die Doppelmoral und den Egoismus des Homo sapiens und wie dieser sich selbst zerstört.

von CELINA FARKEN

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Literatur und Feuilleton Podcast – Folge 003: Zukunftsromane um 1900

Zurück in die Zukunft? Genau diesen Schritt wagen wir in unserer heutigen Podcastfolge. Foto 1934 von Stellar Publishing.

Fiktionale Literatur beschäftigt sich grundsätzlich mit möglichen Welten. Zu diesen möglichen Welten zählen Vorstellungen davon, was uns in Zukunft erwarten könnte. Wie leben wir in 100 Jahren? Welche Technologien existieren dann? Hat sich die Welt zum Guten gewandelt oder droht gar der gesamten Menschheit der Untergang? So häufig, wie man in der Literatur den Blick zurück richtet, so oft schauen Literatinnen und Literaten auch nach vorn. In unserer heutigen Folge möchten wir über einen kleinen Ausschnitt der Literaturgeschichte sprechen, in dem Autorinnen und Autoren genau das getan haben: den Blick auf die Zukunft gerichtet.

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Nobelpreisträger und Spät-Demokrat

Thomas Mann mit seiner Tochter Erika, seiner Frau Katia sowie seinem Sohn Klaus 1929. In diesem Jahr erhielt er auch den Nobelpreis für Literatur. Foto von Eduard Wasow.

Thomas Mann, der dieses Jahr seinen 147. Geburtstag gefeiert hätte, ist vor allem als Meister der Ironie und für seine gesellschaftskritischen Werke bekannt. Sein größtes Prosawerk die Buddenbrooks gilt als einer der ersten deutschen Gesellschaftsromane. Für selbigen erhielt Mann den Nobelpreis für Literatur.

von CELINA FARKEN

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Frühaufsteher oder Langschläfer?

Erich Kästner: Der Gang vor die Hunde; Cover: Atrium Verlag

Erich Kästners Der Gang vor die Hunde ist ein Paradebeispiel der Gesellschaftskritik verpackt in Ironie. Zuerst erschienen unter dem Titel Fabian. Die Geschichte eines Moralisten wirft der Roman einen kritischen Blick auf die Gesellschaft der 1930er-Jahre und auf Themen, die auch heute noch aktuell sind. Dieses Jahr kam die Verfilmung des Romans in die Kinos, daher lohnt es sich noch einmal mehr, einen Blick auf die Vorlage zu werfen.

von CELINA FARKEN

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„I’m every woman“

Nam-Joo Cho: Kim Jiyoung, geboren 1982; Cover: Kiepenheuer & Witsch

In Südkorea hat Cho Nam-Joos Roman Kim Jiyoung geboren 1982 bereits im Jahr 2016 große gesellschaftspolitische Wellen geschlagen. Seit diesem Jahr können sich auch deutschsprachige Leser:innen an Cho Nam-Joos internationalen Bestseller erfreuen, der mittlerweile ein zentraler Text der feministischen Bewegung in Südkorea geworden ist und zahlreiche Frauen auf die Straße geholt hat.

von ALINA BRAUCKS

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Vom Wahnsinn der Diskriminierung

Nam-Joo Cho: Kim Jiyoung, geboren 1982; Cover: Kiepenheuer & Witsch

Nam-Joo Cho erzählt in ihrem Roman Kim Jiyoung, geboren 1982 von der gleichnamigen Protagonistin und Momenten aus ihrem Leben, in denen sie sich mit Diskriminierung und Benachteiligung aufgrund ihres Geschlechts auseinandersetzen muss. Der Roman berichtet in einem sachlichen Erzählstil von einer Realität, mit der sich viele Frauen tagtäglich konfrontiert sehen und deckt auf, wie tief Diskriminierung im Alltag verankert ist.

Von CELINA FARKEN

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Ein Spiel, das Rekorde brach

Grand Theft Auto V; Cover: Rockstar Games

Mit seinen 140 Millionen Einheiten ist Grand Theft Auto V eines der am meisten verkauften Videospiele. Der Spieler taucht in das Leben dreier Krimineller aus Los Santos ein. In der überzeichneten und gesellschaftskritischen Version von Los Angeles sind Konflikte mit Straßengangs, der Polizei oder weiteren Regierungsorganisationen allgegenwärtig. Sowohl die verwobene Story der drei Ganoven als auch die bahnbrechende Open World machen das Werk von Rockstar Games zu einem der besten Videospiele jemals – und das ist nicht streitbar.

von JAN-NIKLAS DALLEY

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Menschsein auf Koreanisch

Ahn In-Kyoung (Hrsg.): Gefährliche Lektüre – 11 Kurzgeschichten aus Korea; Cover: Iudicium Verlag

Reisen bildet. Lesen auch. Wer seine Welt bereichern und wachsen will, der muss lernen, dass es mehr als einen Blickwinkel gibt. Mit Gefährliche Lektüre bekommen Leser:innen Betrachtungsweisen aus der Feder ausgezeichneter koreanischer Autor:innen präsentiert, die so vielfältig sind, wie die Genres, derer sie sich bedienen. Doch wer erwartet, das Andere im Land zu finden, hat weit gefehlt.

von MEIKE WINKLER

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Rettichgeruch als Auslöser des Klassenkampfes

Naive Reiche, ausgebuffte Arme und erstaunlich viel Blut: Parasite, der neue Film des in seinem Heimatland gefeierten südkoreanischen Regisseurs Bong Joon-ho, trumpft mit einer Mischung aus Familiendrama, Komödie und Sozialkritik auf und schafft es, die Schere zwischen Arm und Reich ohne viel Rumgefuchtel des moralischen Zeigefingers anzuprangern. Ein absolut gelungener Film!  

von CARO KAISER Weiterlesen

Ein Fest der Wollust

"Die Philosophie im Boudoir" am Schauspielhaus Bochum Foto: Birgit Hupfeld

„Die Philosophie im Boudoir“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Birgit Hupfeld

Herbert Fritsch feiert mit seiner Bochumer Neuinszenierung der Philosophie im Boudoir den Marquis de Sade. Ein Bühnen- und Kostümbild für die Götter, stimmige Live-Klaviermusik und Darsteller, die nicht bloß sprachlich, sondern vor allem körperlich alles in die Waagschale werfen – mutige, erfrischende und in ihrer Kohärenz schwer zu übertreffende Abende wie dieser sind das Lebenselixier des Stadttheaters.  

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen