Die Langsamkeit der 1970er

Jonathan Franzen: Crossroads; Cover: Rowohlt Verlag

In Crossroads, dem Auftakt zur Trilogie Ein Schlüssel zu allen Mythologien, beginnt Jonathan Franzen sein Opus Magnum in Form eines Familienromans in epischer Breite. Herz des Werks ist die Familie Hildebrandt in einem Vorort von Chicago im Jahr 1971. Nach dem Lesen der über 800 Seiten ist man ein Teil der Familie und ihrer Moral- und Glaubenskrise geworden – und will mehr. Franzen hat, wie gewohnt, ein Meisterwerk der psychologischen Betrachtung des Topos Familie geliefert.

von LISA THEISSEN

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Karikatur einer Kindsmörderin

Tamar Tandaschwili: Als Medea Rache übte und die Liebe fand; Cover: Residenz Verlag

Als Medea Rache übte und die Liebe fand der georgischen Autorin Tamar Tandaschwili macht betroffen: Verstörend sind die andauernde physische und psychische Gewalt, der die LGBTQ-Community in der kaukasischen Republik schutzlos ausgeliefert ist. Tandaschwilis Gesellschaftsroman könnte in seiner epischen Plotbreite sicherlich mit Tolstois großen Romanen konkurrieren – würde die Autorin nicht achtlos eine Figur nach der anderen beiseiteschieben und alle Hüllen um den mythischen Medea-Stoff fallen lassen.

von THOMAS STÖCK

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Gnadenloser Blick auf das Sozialverhalten moderner Großstädter

Liebe und andere Parasiten von James MeekLiebe und andere Parasiten (engl. The Heart Broke In), so lautet der Titel des neuen Romans des britischen Schrift­stel­lers James Meek. Hinter dem Titel, der eher eine mittelmäßige ame­ri­ka­ni­sche Komödie vermuten lässt, steckt in Wahrheit ein ana­ly­ti­scher Ge­sell­schafts­ro­man, der die Frage nach ethischem Handeln neu stellt, in einer mo­dernen und hoch­tech­ni­sier­ten Welt, in der vieles möglich und fast alles erlaubt scheint.

von LINA NIERMANN

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Rotkäppchen ist eine Hure

Clemens Meyer - Im Stein   Cover: S. FischerClemens Meyer ist mit Im Stein ein fulminanter Gesellschaftsroman gelungen, der sich zu Recht auf der diesjährigen Shortlist des Deutschen Buchpreises wiederfindet. Im Stein ist ein wahres Spiegelkabinett der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und historischen Ereignisse und Entwicklungen seit der Wende. Diese vielstimmige Montage aus Rotlicht-Biographien, manchmal surreal, manchmal zutiefst spießig, manchmal höchst aufgeräumt, aber nie klischeehaft, entwickelt einen wahren Erzählsog, dem sich der Leser nicht zu entziehen vermag.

von NADINE HEMGESBERG

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Ade Kehlmann und Glavinic

Logo Deutscher Buchpreis 2013, PressefotoDie siebenköpfige Jury des Deutschen Buchpreises 2013 hinter Jurysprecher Helmut Böttiger hat entschieden. Die sechs FinalistInnen der Shortlist wurden heute Morgen in Frankfurt bekanntgegeben. Nicht unter ihnen: die vom Feuilleton hoch gehandelten Schriftsteller Daniel Kehlmann (F, Rowohlt) und Thomas Glavinic (Das größere Wunder, Hanser).

von NADINE HEMGESBERG

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