Menschenopfer für die Freiheit

"Prometheus/Egmont" bei den Ruhrfestspielen Foto: Krusebild

„Prometheus/Egmont“ bei den Ruhrfestspielen Foto: Krusebild

Die Ruhrfestspiele setzen den Feinden der Demokratie in einer Lesung mit Sebastian Koch die Freiheits-Märtyrer Prometheus/Egmont entgegen. Die Aussicht, die das ergibt, ist wenig erträglich. Doch es sind eben ernste Zeiten, sagt der Regisseur.

von FABIAN MAY Weiterlesen

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Liebe Kinder, wer nicht faul ist, kann nichts schaffen!

"Die Abenteuer des starken Wanja" im Ringlokschuppen Ruhr Foto: Stephan Glagla

„Die Abenteuer des starken Wanja“ im Ringlokschuppen Ruhr Foto: Stephan Glagla

Die neueste Inszenierung von vorschlag:hammer in Kooperation mit dem Ringlokschuppen Ruhr widmet sich, wenn auch nicht ausschließlich, den Kleinsten unter uns. Mit Witz, Fantasie und am Ende gar einem Fünkchen Bürokratie ist Otfried Preußlers Die Abenteuer des starken Wanja nicht nur ein gelungenes Familienstück, sondern auch eine Kampfansage an den Arbeitszwang und Leistungsdruck unserer Zeit.

von SILVANA MAMMONE Weiterlesen

Das Spiel mit den vier Teufeln

"Faust I" am Düsseldorfer Schauspielhaus Foto: Sebastian Hoppe

„Faust I“ am Düsseldorfer Schauspielhaus Foto: Sebastian Hoppe

Kurz vor Weihnachten bringt Georg Schmiedleitner in Düsseldorf Goethes Faust I auf die Bühne. Seine knapp zweistündige Inszenierung bliebe enttäuschend konventionell – wären da nicht ein großartiges Bühnenbild sowie manch innovativer Regieeinfall.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Ein Krug kommt selten allein

Kleist "Der zerbrochne Krug" am Schauspielhaus Bochum Foto: Hans Jürgen Landes

Kleist „Der zerbrochne Krug“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Hans Jürgen Landes

Anselm Weber, Noch-Intendant des Bochumer Schauspielhauses, widmet sich nach etlichen Bühnenklassikern nun Heinrich von Kleists Lustspiel Der zerbrochne Krug. Zwar gerät der Abend zum kurzweilig-komischen (Sprach-)Vergnügen, auf innovative Regieeinfälle wartet man jedoch abermals vergeblich.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Die komische Poesie des Dysfunktionalen

vorschlag:hammer - "Die Leiden der jungen Wörter" im Ringlokschuppen   Foto: Paula Reissig

vorschlag:hammer – „Die Leiden der jungen Wörter“ im Ringlokschuppen Foto: Paula Reissig

Der Ringlokschuppen zeigte am vergangenen Wochenende die wundersame Inszenierung von Die Leiden der jungen Wörter vom Kollektiv vorschlag:hammer. Sie begeisterte durch Feinfühligkeit, Witz und eine herausragende schauspielerische Leistung. Hindurch zieht sich die Frage, wie wir unsere Erfahrungen und intensivsten Gefühle auszudrücken vermögen. Über Licht und Schatten, Musik und Poesie schwebt vor allem die Unzulänglichkeit von Sprache. Was mit Theater geschieht, wenn die Unmöglichkeit wahrhaftiger Kommunikation verinnerlicht und schließlich erfasst wird, zeigt das Kollektiv mit ihrer Interpretation von Johann Wolfgang von Goethes berühmtem Briefroman Die Leiden des jungen Werther.

von SILVANA MAMMONE Weiterlesen

Des FAUSTS Kern, Oder: Die Sinnkrise des Egozentrikers

Faust I am Theater Bonn   Foto: Thilo BeuGoethes Faust I. Ein Stoff, der im Gegensatz zu manch anderen zu Recht nicht aus der Mode gerät. Unter der Regie von Alice Buddeberg feierte das Stück am Theater Bonn Premiere. Die Regisseurin hat sich bereits an diversen Klassikern positiv aufgerieben, und auch dieses Mal verwandelt sie die alten literarischen Staubteilchen in eine nahbare Inszenierung. Eine Inszenierung, die Faust I nicht nur in die heutige Zeit, sondern auch auf den Boden, den ein jeder begeht, transportiert.

von SILVANA MAMMONE Weiterlesen

Das letzte Buch

Urs Widmer - Reise an den Rand des Universums   Cover: Diogenes„Kein Schriftsteller, der bei Trost ist, schreibt eine Autobiographie. Denn eine Autobiographie ist das letzte Buch. Hinter der Autobiographie ist nichts. Alles Material verbraucht. Kein Erinnerungsrätsel mehr.“ Urs Widmer tut es dennoch und beweist in Reise an den Rand des Universums, dass die Geschichte des eigenen Lebens zu erzählen weit mehr ist, als die letzten noch unverbrauchten „Tatsachen“ zusammenzutragen und sie dem Voyeurismus der Leserinnen und Leser preiszugeben.

von SOLVEJG NITZKE

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Seemannsgarn für Experten

Von Experten erwarten wir gemeinhin keine Lügengeschichten, sondern fundiertes Fachwissen. In Dieter Kühns kürzlich bei Fischer erschienenem Kurzgeschichtenband bildet Erfundenes und Fundiertes keinen Gegensatz, sondern mischt sich zu einem bunten Potpourri, aus dem man schwerlich herausfiltern kann, was frei erfunden ist und was nicht.

von SARAH ZIMMERMANN

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