Podcast Literatur und Feuilleton – Folge 001: Mythos Medea

Alfons Mucha: Medea. Lithografie aus dem Jahr 1898.

Königstochter, Liebende, Flüchtling, gehörnte Gattin, Zauberin, Kindsmörderin. Diese vielfältigen Eigenschaften vereint Medea auf sich. Ihr farbenprächtiger Charakter hat Dichterinnen und Dichter schon seit jeher dazu angeregt, ihre Geschichte immer und immer wieder neu zu erzählen. Medea – Opfer und Täterin zugleich? Auf ihr Leben blicken wir heute gemeinsam mit Texten von Seneca, Franz Grillparzer und Christa Wolf.

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Troja, ein Spielplatz der Götter

Stephen Fry: Troy. Our Greatest Story Retold; Cover: Penguin Random House UK

Menschen und ihre Geschichten sind nicht einfach. Wenn Götter ihre Hände mit im Spiel haben, wird es chaotisch. Wie sehr, dass zeigt Stephen Fry, indem er die Geschichte Trojas einmal mehr aufrollt und ihr mit Troy einen neuzeitlichen Anstrich verleiht.

von MEIKE WINKLER

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Türchen 18: Eine Fabel zum Fest

Es ist die Zeit der Besinnlichkeit und Emotionen. Das Weihnachtsfest, das man mit seinen Liebsten und mit ruhigen Tagen verbringen möchte. Eine Zeit, in der man vielleicht auch zum Nachdenken kommt. Das Huhn, das vom Fliegen träumte von Sun-Mi Hwang ist ein Büchlein, das genau in diese Zeit passt. Es ist eine tiefgründige Fabel, die den Leser innehalten lässt und möglicherweise an den eigenen innersten Träumen rührt. Ein kleines Werk für den Nachmittag an den Feiertagen zum Vorlesen mit ganz viel Moral und Tiefgang im Gepäck.

von LISA THEISSEN

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Eine kitschige Roadstory

 

Martin Vopěnka: Meine Reise ins Ungewisse. Unterwegs mit Benjamin; Cover: Drava

In Meine Reise ins Ungewisse. Unterwegs mit Benjamin versucht Martin Vopěnka, die vielschichtige Gefühlswelt von Vater und Sohn zu beschreiben, die ihre Ehefrau beziehungsweise Mutter verloren haben und sich auf einer Reise ohne Ziel immer näher kommen. Doch der Roman schildert die Emotionen zu direkt, er ist überladen und lässt dem Leser keinerlei Interpretationsspielraum.

von ALINA WOLSKI Weiterlesen

Marlene Streeruwitz³

Marlene Streeruwitz - Die Reise einer jungen Anarchistin in Griechenland   Cover: S. FischerIn Die Reise einer jungen Anarchistin in Griechenland erzählt Cornelia Holzinger als Nelia Fehn ihre persönliche Geschichte: scheinbar authentisch, einfach, unmittelbar. Cornelia bzw. Nelia wiederum – und hier beginnt die unterhaltsame Spielerei des Romans schon a priori – ist eine Erfindung der wirklichen Marlene Streeruwitz. Die Autorin schrieb mit Nachkommen (2014) einen Literaturbetriebsroman, in dem die Protagonistin Cornelia für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde – und zwar mit eben dem nun erschienenen Buch.

von KERSTIN MERTENSKÖTTER Weiterlesen

Wo ‚Paradies‘ draufsteht, ist nicht unbedingt ‚Paradies‘ drin

Sofka Zinovieff: Athen, Paradiesstraße   Cover: dtvMarcel Proust sagte einst: „Das einzige Paradies ist das verlorene Paradies“. Das trifft auch auf das House on Paradise Street in Sofka Zinovieffs Roman zu. Seit der deutschen Besetzung Griechenlands im 2. Weltkrieg, dem Bürgerkrieg und der Oberisten Diktatur ist das Leben in Griechenland nicht mehr dasselbe. Ein tiefer Riss spaltet das Land und in der Paradies Straße sogar eine ganze Familie.

Von VERENA SCHÄTZLER

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Der Frosch, der Wolf, der Bär und die griechische Krise

Edit Engelmann - Schulden am Olymp. Tagebuch eines Frosches   Cover: GrößenwahnWie lebt es sich als Frosch? Wenn man ausbaden muss, was Wolf und Bär einem eingebrockt und der Affe verschwiegen hat? Edit Engelmann weiß es. In Krise! Krise! Schulden am Olymp. Das Tagebuch eines Frosches gibt sie dem griechischen Frosch eine Stimme. Die Rollen sind klar verteilt: der Wolf in der Politik auf der einen Seite, der Bär im Finanzwesen auf der anderen und dazwischen der kleine Frosch von der Straße. Was klingt wie eine äsopsche Fabel, ist Engelmanns Versuch mit dem Bild Griechenlands und dessen Krise in den (deutschen) Medien aufzuräumen.

Dieses Buch entstand, weil sie dem Leser zeigen wollte „was nicht in den Zeitungen steht, was an Informationen unterschlagen wird.“ Und auch, weil sie findet, dass „auch der deutsche Frosch wissen sollte, was der griechische Frosch denkt.“ So von Frosch zu Frosch eben.

von VERENA SCHÄTZLER

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Es ist Zahltag in Athen. Und wer nicht zahlt, wird umgebracht!

Petros Markaris - ZahltagAm 6. Dezember 2012 erklärte Griechenlands Premier Antonis Samaras im Interview mit einer deutschen Boulevardzeitung, “Steuerflucht ist eines unserer größten Struktur-Probleme.“ Dies hatte der Krimi-Autor Petros Markaris schon im Jahr zuvor erkannt. In Περαἰωση (dt. Zahltag), dem zweiten Roman der Trilogie über die Bankenkrise und dem insgesamt achten Krimi des Ermittlers Kostas Charitos, erfährt der Leser, wie man säumige Steuerzahler am besten zur Kasse bittet. Hätte Samaras diese Anleitung gelesen, dann hätte er gewusst, was zu tun ist. Oder er hat sich auch nur an den Klappentext gehalten: «Το μυθιστόρημα δεν συνιστάται για απομιμήσεις!» (Nicht zur Nachahmung empfohlen!)

Von VERENA SCHÄTZLER

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