Zwischen Spartakus und Bonaparte

Sudhir Hazareesingh: Black Spartacus; Cover: C. H. Beck

Sudhir Hazareesinghs Biografie Black Spartacus porträtiert den Mann, der in der französischen Kolonie Saint-Domingue die schwarze und kreolische Bevölkerung aus der Sklaverei in die Freiheit führte und der damit den Weg ebnete für die Unabhängigkeit des heutigen Haiti: Toussaint Louverture. Hazareesingh zeigt auf, dass es Toussaint als fähigem General gelang, nacheinander Franzosen, Briten und Spanier bittere Niederlagen zuzufügen. Auch politisch konnte „der schwarze Spartakus“ häufig seinen Willen durch geschicktes und weitsichtiges Handeln durchsetzen, wobei er jedoch seine republikanischen Ideale für die eigene Machtposition verriet. Eine durch ihren Detailreichtum beeindruckende Biografie, die zugleich die Stärken und Schwächen dieses geschichtswissenschaftlichen Genres aufzeigt.

von THOMAS STÖCK

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„Am Anfang war das Feuer. Und am Ende bin ich wieder schuld.“

Das Spiel beginnt in Tonis Haus. Rufus hat schon mal den Koffer für seinen nächsten Fluchtversuch gepackt.
– Screenshot: Daedalic Entertainment.

Eine Welt, die nur aus Schrott besteht – heute gar nicht mehr so unvorstellbar und spätestens seit dem Erfolg des oscarprämierten Animationsfilms WALL·E im Jahr 2009 auch kein völlig neuer Topos in Literatur und Medien. Deponia aus dem Hause Daedalic Entertainment führt uns vor Augen, wie es sich als Mensch auf einem Müllhaldenplaneten leben lässt. Gar nicht, würde Protagonist Rufus sagen, der nur ein Ziel hat: Abhauen! In dem bunten und liebevoll handgezeichneten Point-and-Click-Adventure begleiten wir den kreativen, aber wenig ehrlichen und tugendhaften Helden auf seiner Reise.

von REEMDA HAHN

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Epische Liebeserklärung ans Heldentum

Anne Weber: Annette, ein Heldinnenepos; Cover: Matthes & Seitz Berlin

Annette, ein Heldinnenepos ist eine in Versen verfasste Biografie der Freiheitskämpferin Anne Beaumanoir. Anne Weber zeigt offen ihre Bewunderung für die Protagonistin, deren real existierendes Vorbild sie als lebendige Heldin verehrt, ohne ihre menschlichen Schwächen auszublenden. Das hat ihr jüngst den Deutschen Buchpreis eingehandelt.

von STEFAN JAKOB

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Liebe Kinder, wer nicht faul ist, kann nichts schaffen!

"Die Abenteuer des starken Wanja" im Ringlokschuppen Ruhr Foto: Stephan Glagla

„Die Abenteuer des starken Wanja“ im Ringlokschuppen Ruhr Foto: Stephan Glagla

Die neueste Inszenierung von vorschlag:hammer in Kooperation mit dem Ringlokschuppen Ruhr widmet sich, wenn auch nicht ausschließlich, den Kleinsten unter uns. Mit Witz, Fantasie und am Ende gar einem Fünkchen Bürokratie ist Otfried Preußlers Die Abenteuer des starken Wanja nicht nur ein gelungenes Familienstück, sondern auch eine Kampfansage an den Arbeitszwang und Leistungsdruck unserer Zeit.

von SILVANA MAMMONE Weiterlesen

Mein lieber Schwan!

Wagners "Lohengrin" am Essener Aalto-Theater Foto: Forster

Wagners „Lohengrin“ am Essener Aalto-Theater Foto: Forster

„Nie sollst du mich befragen, noch Wissens Sorge tragen, woher ich kam der Fahrt, noch wie mein Nam‘ und Art.“ Nein, das Essener Aalto-Theater hat in dieser Spielzeit keine Vertonung der Grimmʼschen Rumpelstilzchen-Geschichte im Programm. Jedenfalls nicht direkt. Dieses zentrale Zitat stammt aus Richard Wagners Oper Lohengrin, die seit Anfang Dezember das Essener Publikum spaltet.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Das Nibelungen-Einmaleins

"Die Nibelungen" am Düsseldorfer Schauspielhaus Foto: Sebastian Hoppe

„Die Nibelungen“ am Düsseldorfer Schauspielhaus Foto: Sebastian Hoppe

Nach Ferdinand von Schirachs Publikumsliebling Terror inszeniert Kurt Josef Schildknecht am Düsseldorfer Schauspielhaus nun Hebbels Nibelungen-Adaption. Eine kraftvolle, leider aber allzu gewöhnliche Darbietung vermag die Frage nach der Sinnhaftigkeit des „germanischen Heldenstoffs“ nur unzureichend zu beantworten.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Auch Helden haben mal Angst…

Gabriel Chevallier - Heldenangst   Cover: Nagel & KimcheEin fast schon vergessener Erlebnisbericht über den Ersten Weltkrieg feiert in Frankreich sein großes Comeback. Gabriel Chevalliers Heldenangst wurde Ende der 1930er Jahre aufgrund seiner schonungslosen Direktheit und des bevorstehenden Krieges zurückgezogen. Nun ist der beeindruckende Text erstmals in deutscher Übersetzung erhältlich.

von LISA GLÖCKNER

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