Ein Protofeminist?

Henrik Ibsen (1828–1906)

Heute vor 116 Jahren ist der norwegische Dichter Henrik Ibsen in Oslo (damals noch Christiania) gestorben. Zu Lebzeiten sowohl bewundert als auch verachtet, gilt Ibsen heutzutage als einer der wichtigsten Dramatiker der europäischen Literatur. Gerade seine späteren, gesellschaftskritischen Dramen des Realismus und Naturalismus sorgten mit gewissenhafter Regelmäßigkeit für hitzige Diskussion in der dänisch-norwegischen Gesellschaftselite und im restlichen Europa. Enemy Number One für Ibsen: die bürgerliche Ehe.

von CARO KAISER

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Türchen 5: Ehekrise unterm Weihnachtsbaum

Sie haben einen einsamen, tristen Winternachmittag vor sich und wissen nicht, was Sie lesen sollen? Sie sind anspruchsvoll und wollen etwas, das gesellschaftskritisch, aber auch weihnachtlich ist? Schätzen Sie sich glücklich, denn das heutige Törchen unseres Adventskalenders führt sie in das traute, weihnachtlich geschmückte Haus eines norwegischen Ehepaares kurz vorm Krisenmodus. Vorhang auf für Henrik Ibsens Nora oder Ein Puppenheim!   

von CARO KAISER

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Zwischen Wahrheit und Übermacht

Ibsens "Ein Volksfeind" am Schauspiel Köln Foto: Thomas Aurin

Ibsens „Ein Volksfeind“ am Schauspiel Köln Foto: Thomas Aurin

Der Schweizer Roger Vontobel ist Hausregisseur in Bochum. Nun widmet er sich nach Hedda Gabler am dortigen Schauspielhaus abermals Ibsen und bringt den vernachlässigten Volksfeind auf die Bühne des Schauspiels Köln. Trotz zeitlosem Plot und glanzvollen Schauspielern verharrt der Abend leider viel zu oft in bezuglosen Brechungen und lässt dramatisches Dynamit verpuffen.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

„Sie können jetzt klatschen“

Andreas Grothgar und Pia Händler im "Baumeister Solness"   Foto: Sebastian Hoppe

Andreas Grothgar und Pia Händler im „Baumeister Solness“ Foto: Sebastian Hoppe

Andreas Grothgar schreit, poltert und rauft sich das nicht vorhandene Haar. Er gibt den autodidaktischen Star-Baumeister Solness in der Inszenierung von Henrik Ibsens Stück unter Regie von Stephan Müller am Schauspielhaus Düsseldorf. Wird die Hybris dem Baumeister am Ende zum Verhängnis?

von NADINE HEMGESBERG

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Zahnlos und blutleer

Hedda Gabler am Schauspiel Köln   Foto: Thomas AurinWas tun, wenn die Welt allzu langweilig ist und einem der Sinn so ganz und gar flöten geht? Hedda spielt mit Menschen und Pistolen. Karin Neuhäuser inszeniert am Schauspiel Köln mit Henrik Ibsens Hedda Gabler ein flaches und spannungsloses Bühnenstück. Das Ensemble müht sich redlich, kann aber nicht recht überzeugen, obwohl Ibsens Stoff taugt, um daraus ein ganz und gar gegenwärtiges und differenziertes Drama zu spinnen.

von NADINE HEMGESBERG Weiterlesen