Die Realität eines Bildungsversprechens

Deniz Ohde, Streulicht; Cover: Suhrkamp

Deniz Ohde schaffte es mit ihrem Debütroman Streulicht direkt auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2020. Und das zurecht: Ruppig und doch feinsinnig schreibt sie über erlebte Ungleichheiten im Bildungssystem, über Zuschreibungen als Arbeiterkind oder Kind einer Migrantin und den Drang, sich davon zu befreien. Unausweichlich hinterlässt der Roman die Frage: Was bedeutet der Bildungsgedanke heute?

von ALINA BRAUCKS

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Wann hat man es eigentlich „geschafft“?

Zadie Smith - London NW Cover Kiepenheuer & WitschAus Caldwell, London, scheint es nur zwei Wege zu geben: nach oben und nach ganz unten. Die Fleißigen, die bereit sind sich abzurackern und im Zweifel selbst zu verleugnen, haben eine Chance, die Sozialsiedlungshölle zu verlassen. Den Faulen bleibt nur der Absturz – uneheliche Kinder en masse, Drogen, Kriminalität – bis zum unteren Ende der Fahnenstange ist es nicht weit. Doch Zadie Smiths hervorragenden Roman London NW zeichnet aus, dass er es sich nicht so einfach macht. Selten fordert ein Roman so deutlich, endlich einzusehen, dass das Leben – zumal in der Großstadt – nicht nur in eine Richtung führen kann.

von SOLVEJG NITZKE

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