Die Suche nach der verlorenen Freiheit

Aka Morchiladze: Reise nach Karabach, Cover: Weidle

„Gut“ oder „schlecht“ sind keine Kategorien, in die man den Roman Reise nach Karabach des Georgiers Aka Morchiladze einordnen kann. Vielmehr handelt es sich um ein derbes, nüchternes Werk mit Höhen und Tiefen, das von seiner Geschlossenheit lebt und besonders im Nachklang brilliert.                                    

von ALINA WOLSKI Weiterlesen

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Freiheit zwischen den Fronten

Milan Dekleva – Die Weltbürgerin. Ein Roman über Alma M. Karlin Cover: Drava

Milan Deklevas Die Weltbürgerin. Roman über Alma Karlin ist Mittler zwischen Kulturen. Dekleva und sein Übersetzer Klaus Detlef Olof vollführen eine sprachliche Annäherung an die Andersheit und den Nonkonformismus der Globetrotterin Alma Karlin. Ihr persönliches, tragisch endendes Schicksal wird zum Ausgangspunkt einer Aussöhnung – zwischen der deutschen und slowenischen Sprache sowie zwischen Karlins Werk und dessen Rezeption. Das Buch selbst wird zum Denkmal an eine Vergessene. 

von THOMAS STÖCK  Weiterlesen

„Und ein wunderliches Gefühl der Unvergänglichkeit“

Nescio - Werke   Cover: Suhrkamp

Nescio – Werke Cover: Suhrkamp

In seinen Erzählungen huldigte der holländische Schriftsteller Nescio auf berührende Weise den Bohemiens, Außenseitern und Möchtegern-Poeten, die am spießbürgerlichen und engstirnigen Holland des frühen 20. Jahrhunderts scheitern. Dieser schmerzliche Dualismus mag dem wenig bekannten Autor selbst nicht fremd gewesen sein. Jan Frederik Grönloh, der sich hinter dem Pseudonym Nescio (lat. Ich weiß nicht) verbarg, schrieb zeitlebens in seiner Freizeit, während er als Angestellter Teil des braven Bürgertums blieb. Seine lyrisch anmutende Prosa, die zwischen feiner Ironie und Melancholie changiert, ist ein Ereignis.

Der längst überfälligen Wiederentdeckung der wenigen Erzählungen Nescios hat sich nun der Suhrkamp-Verlag in einer Neuübersetzung angenommen.

von LEONARD MERKES Weiterlesen

Die Einzigartigkeit einer Nicht-Metropole

Jörg Albrecht ist jung, vielbeschäftigt mit unzähligen und weitreichenden Ideen, auch über Text- und Genregrenzen hinweg. So bedeutete die Veröffentlichung seines neuen Romans Anarchie in Ruhrstadt beispielsweise nicht, dass es sich um ein abgeschlossenes Kapitel handelt. Vielmehr wurde das Konzept erweitert und Albrecht organisierte im September zusammen mit mehreren Performancegruppen zwischen Mühlheim und Oberhausen die Ur- und gleichzeitig Letztaufführung der dynamischen Theatertour 54. Stadt.

literaturundfeuilleton traf den Romanautor während einer Probenpause in Oberhausen, im Roman das Zentrum des als Ruhrstadt zusammengeschlossenen Ruhrgebiets. Wir sprachen u.a. über seine Projekte, den Kulturbetrieb und den Strukturwandel im Ruhrgebiet.

von PIA ALEITHE und NADINE HEMGESBERG Weiterlesen

Was man (nicht) sehen kann

COVER_Anthony Doerr_Alles Licht das wir nicht sehenEin verschwundener Schatz und eine Verbindung zwischen zwei auf unterschiedliche Weise im Dunkeln gefangenen Jugendlichen, die auf verschiedenen Seiten eines Krieges stehen, für den sie nichts können… Was klingt wie eine gefährlich zum Kitsch tendierende Mischung, verbindet sich in Alles Licht, das wir nicht sehen zu einer ebenso spannenden wie reflektierten Erzählung vom Aufwachsen in der Zeit des Zweiten Weltkrieges und von den alle Ideologien unterlaufenden Gemeinsamkeiten der Menschen. Anthony Doerr findet eine klare Sprache für die Dunkelheit einer Zeit, die von irrem Reinheitswahn beherrscht wurde und dennoch nicht vermochte, alle Hoffnungen auf Zukunft zu ersticken.

von SOLVEJG NITZKE Weiterlesen

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Gedenktafel Else Lasker-Schülers in Berlin Quelle: User OTFW WikimediaMit einer schauerlichen Geschichte, vorgetragen an einem Weihnachtsabend, beginnt die 1932 im Rowohlt Verlag erschienene Erzählung Arthur Aronymus von Else Lasker-Schüler. Hierin erzählt sie nicht nur von der Verfolgung und Diskriminierung der Juden, sondern auch von der Möglichkeit der Versöhnung.

von ESRA CANPALAT

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Joseph Roths Hiob – Ein Roman zwischen Krise und Wunder

Flickr.de; Quelle kellerabteil

Flickr.de; Quelle kellerabteil

Zusammen mit seinem Radetzkymarsch bildet der 1930 erschienene Roman Hiob. Roman eines einfachen Mannes das Hauptwerk Joseph Roths. Moses Joseph Roth (1894-1939) stammt aus einer ostgalizischen Kleinstadt, doch verkehrt schon früh in den Metropolen Europas. Bereits in seinen Erfolgsjahren zeichnet sich sein späterer sozialer Abstieg ab. Roths Werk ist gleichermaßen geprägt vom aktuellen Krisenbewusstsein und der Hoffnung auf ein Wunder.

von LARA THEOBALT

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