The Greatest Showman

Nein, die Rede ist nicht von Michael Graceys Filmmusical aus dem Jahr 2017, sondern von Colonel Parker – einem Schausteller, der in den 50er Jahren einen jungen Mann entdeckte und diesen zu seinem Projekt machte – der größten Geldmaschinerie der Musikgeschichte: Elvis Presley. In seinem neuen Film Elvis inszeniert Baz Luhrmann die Lebensgeschichte des „King of Rock“ in einem fulminanten Biopic-Spektakel aus der Perspektive des geldgierigen Managers und selbsternannten Colonels, den einige für den Tod des Superstars verantwortlich machten. 

von ALINA BRAUCKS 

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Warum ein guter Erzähler noch keine gute Erzählung macht

Poljak Wlassowetz: Litiotopia; Cover: Kopf & Kragen Literaturverlag

In Bolivien wird das weiße Gold unserer Tage geschürft: Lithium. Nutznießer in Poljak Wlassowetz’ Roman Litiotopia ist die deutsche Familie Federmann, die bereits mit den ersten Konquistadoren das Land in Beschlag genommen hat. Der Kampf des jüngsten Familienzöglings Ferdinand Federmann verkommt jedoch zur Farce, weil Wlassowetz sich nicht entscheiden kann, ob er nun eine Dystopie schreiben will, einen Roman im Stile des magischen Realismus lateinamerikanischer Prägung – oder nicht doch lieber ein Hollywood-reifes Drehbuch.

von THOMAS STÖCK

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Jetzt singt er auch noch

Bill Murray und Jan Vogler mit "New Worlds" bei den Ruhrfestspielen Foto: Peter Rigaud

Bill Murray und Jan Vogler mit „New Worlds“ bei den Ruhrfestspielen Foto: Peter Rigaud

Hollywood-Superstar Bill Murray hat zusammen mit dem deutschen Cellisten Jan Vogler ein Musik- und Literatur-Crossover-Album aufgenommen, mit dem sie aktuell um die Welt touren. Ein Zwischenstopp sind die Ruhrfestspiele in Recklinghausen, wo sie das Publikum auf ihrer Seite haben, auch wenn nicht immer ganz klar ist, warum. New Worlds ist ein spannender Theater-/Konzert-Abend, der jedoch ein wenig Nachbereitung bedürfte, damit er sich einem ganz erschließen kann. 

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Viel Hollywood und ein wenig zu wenig Bernstein

Daniel Hope sorgte an der Philharmonie Essen für ein fast ausverkauftes Konzert.

Daniel Hope sorgte an der Philharmonie Essen für ein fast ausverkauftes Konzert.

Die Essener Philharmoniker feiern noch immer den 100. Geburtstag der Komponisten-Legende Leonard Bernstein. Und wieder bitten sie mit Daniel Hope einen Star-Geiger zu sich. Nachdem Hilary Hahn vor ein paar Monaten nur bedingt überzeugen konnte, punktet Hope mit Charme, Gefühl und vor allem viel Talent. Doch es lässt sich sicher darüber streiten, inwieweit der Abend Bernstein in den Mittelpunkt stellt.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Musik der Geschichte / Geschichte der Musik

"The Rest is Noise" in Dortmund im Rahmen der Ruhrtriennale Foto: Christoph Sebastian

„The Rest is Noise“ in Dortmund im Rahmen der Ruhrtriennale Foto: Christoph Sebastian

Auch wenn die eigentliche Spielzeit der aktuellen Ruhrtriennale schon vergangen ist, lockt ihr Programm weiterhin ins Theater: Im Rahmen des Kunstfestivals kooperieren erstmalig sechs Theaterhäuser des Ruhrgebiets, um Alex Rossʼ The Rest is Noise zum Besten zu geben. Nach Stationen in Essen und Moers im letzten Jahr fand der dritte Teil der Lesereihe nun im Schauspiel Dortmund statt und überzeugte mit hervorragenden Musikern und einem gut aufgelegten Ensemble.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Keine schrecklich nette Familie

"Eine Familie (August: Osage County)" am Schauspiel Dortmund Foto: Birgit Hupfeld

„Eine Familie (August: Osage County)“ am Schauspiel Dortmund Foto: Birgit Hupfeld

Intrigen, Verlust und Abhängigkeiten in der Sommerhitze der Pampa Oklahomas – in Tracy Lettsʼ Eine Familie (August Osage County) kommen alte Wunden und Streitigkeiten wieder zum Vorschein, als sich Familie Weston zusammenfindet, um erst das Verschwinden, dann den Tod des Vaters zu verarbeiten. Sascha Hawemann inszeniert einen fast vierstündigen Abend, der zwar selten langweilt, aber das Dortmunder Ensemble nicht von seiner besten Seite zeigt.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Kleine Romane, stark bis kitschig

Molly Antopol - Die Unamerikanischen   Cover: HanserIn Die Unamerikanischen ließ sich Molly Antopol von den Geschichten ihrer Familie inspirieren. Ihre Erzählungen, die drei Generationen umfassen, sind dabei so dicht erzählt, dass man als Rezipient den Eindruck gewinnt, man lese einzelne kleine Romane.

von ESRA CANPALAT

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Kreatives Schreiben in Frankfurt

COVER_Terézi Mora_Nicht Sterben_LuchterhandIn ihren Poetikvorlesungen Nicht sterben legt Terézia Mora minutiös Rechenschaft ab über die eigene Biografie als Autorin und gibt zahlreiche Hinweise für junge Kollegen.

von STEPHANIE HEIMGARTNER Weiterlesen

Was kann das Kino noch außer Biopics und Comic-Sequels?

Eddie Redmayne im Stephen Hawking Biopic Die Entdeckung der UnendlichkeitWenn man sich die diesjährigen Nominierungen der Academy of Motion Picture Arts and Sciences für die nunmehr 87. Oscar-Verleihung in der Kategorie „Bester Film“ ansieht, wird man nur mit Mühe die nicht biografischen oder autobiografisch inspirierten Filme ausmachen können. Kann Hollywood nur noch Biopics und Comic-Sequels?

von NADINE HEMGESBERG

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Meta-Birdman

Birdman oder Die unverhoffte Macht der AhnungslosigkeitRoad to the Oscars, 9 Nominierungen: Michael Keaton spielt in Alejandro González Iñárritus Birdman oder Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit den gealterten Schauspieler Riggan Thomson, der vormals als Comicactionheld Birdman Star eines Millionenpublikums und das Zugpferd für Milliardeneinspielergebnisse war. Ein letztes kreatives Aufbäumen am Broadwaytheater soll ihn nach seinem Superheldendasein auch als geachteter Theaterschauspieler und Regisseur Ruhm und Ehre verschaffen. Eine teilweise bissige Hollywood-Satire, die einmal mehr den Tod des Autors feiert: voll meta also.

von NADINE HEMGESBERG und SYLVIA KOKOT

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