„Ich ernähre mich von deinem Hass.“

Foto: Oliver Paolo Thomas

Hand aufs Herz: Wer von uns hat nicht schon einmal einen eher unüberlegten Kommentar unter einem Video hinterlassen, sich vor der Buchung eines Hotels die Google-Rezensionen durchgelesen oder in einem Ärzteforum versucht herauszufinden, was die roten Flecken auf dem Oberarm bedeuten könnten? Im Internet lässt sich so ziemlich alles kommentieren – und das meist auch noch anonym. Im Regelfall bleiben diese Kommentare stumm. Was aber, wenn man sie auf eine Bühne bringt und einfach mal laut vorliest? In JUST HERE FOR THE COMMENTS – Eine Revue der schönsten Netzkonflikte im Rottstr 5 Theater in Bochum wird genau das ausprobiert. Ein lohnender, kurzweiliger Abend, doch eines braucht es: starke Lungen.

von REEMDA HAHN

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Und es hat Zoom gemacht: Goethe in Zeiten des multimedialen Lockdowns

Werther.Live; Foto: Lotta Schweikert

Dortmund, 20. Mai 2021:  Werther.Live geht in die zweite Runde. Werther liebt Lotte. Lotte weiß nicht so recht. Die Handlung von Goethes Die Leiden des jungen Werther (1774) kennt wohl fast jeder aus der Schule. Werther verliebt sich in Lotte, in der er alle Ideale einer für ihn perfekten Frau sieht. Dass diese bereits verlobt ist, hält ihn nicht davon ab, sich in diese Liebe und seine Gefühle reinzusteigern. Er verliert sich in sich selbst, was ihn letztendlich in den Selbstmord treibt.  Soweit, so Goethe.

Von FLORENTINE MARTIN

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„Ich kann Bedürfnisse viel besser online ausdrücken“

Marius Goldhorn: Park, Cover: suhrkamp

Mit Park liefert Marius Goldhorn ein popliterarisches Debüt, das seinesgleichen sucht. Selten war der als Genrebezeichnung eigentlich eher schwammige Begriff der ‚Gegenwartsliteratur‘ präziser anwendbar als auf diesen Roman, der die Leser:innen nicht nur mit auf eine Reise nach Paris und Athen nimmt, sondern auch einen erschreckend genauen Blick auf unsere westliche Welt ermöglicht, in der alle jederzeit online vernetzt sind. Willkommen im Hier und Jetzt.

von NICK PULINA

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Hacker oder Beherrschte?

Pola Oloixarac - Kryptozän Cover: Verlag Klaus Wagenbach

Pola Oloixarac – Kryptozän Cover: Verlag Klaus Wagenbach

Es scheint, als ob trotz wiederholter Hackerangriffe, Wikileaks-Skandale und Geheimdienstenthüllungen noch immer kein umfassendes Bewusstsein über die Überwachung, die unser alltägliches Leben durchdringt, besteht. Mag es daran liegen, dass schlicht die wenigsten verstehen, was hinter den zahlreichen Bildschirmen passiert, die uns umgeben? Wissen wir überhaupt, wie es so weit gekommen ist? Oder ist das Problem noch einfacher: Sind Hacker und ihre Geschichten einfach nicht sexy genug? Mit Kryptozän legt Pola Oloixarac eine Geschichte des Netzes und seiner Akteure vor, die Sicherheit(en) umfassend infrage zu stellen vermag.

von SOLVEJG NITZKE Weiterlesen

Auf eine literarische Blätterteigschnecke KW 45

Unendlichkeit in Form der Blätterteigschnecke Fot: flickr User JaBB CC BY-NC-ND 2.0Gestatten: Hemgesberg. Ich lade Sie hier und heute auf die literarische Blätterteigschnecke der vergangenen Woche ein – das vielschichtige Häppchen aus dem Literaturbetrieb. Setzen Sie sich, es ist genug geschehen in dieser Welt der WissensverwalterInnen und beleidigten Ehefrauen, damit wir ein wenig plaudern können: Albert Camus zum 100., Streitpunkt Bibliothek und Miss Bezos meckert.

von NADINE HEMGESBERG

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