Von kleinen und großen Geschäften

"Familiengeschäfte" am Schauspielhaus Bochum Foto: Thomas Aurin

„Familiengeschäfte“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Thomas Aurin

Mit der Inszenierung von Alan Ayckbourns Familiengeschäfte verwandelt Regisseur Marius von Mayenburg das Schauspielhaus Bochum in eine Hochburg von Verrat, Intrigen und – Gelächter. Von Mayenburg präsentiert eine erfrischende Komödie, die mit einer gelungenen Prise Schauer à la David Lynch und Splatter à la Tarantino das Publikum bestens unterhält.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Ein Augenblick gelebt im Paradiese

"Don Karlos" am Schauspielhaus Bochum Foto: Diana Küster

„Don Karlos“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Diana Küster

Jan Neumann inszenierte schon so manches am Bochumer Schauspielhaus, u. a. Bunbury oder Wassa Schelesnowa. Mit seiner Deutung des Don Karlos gelingt ihm nun der große Tragödienwurf: Hochkarätige Darsteller, sprachliche Sternstunden und ein opulentes Bühnenbild bereichern den Spielplan wie schon lange keine Produktion mehr. Wer seine geballte Aufmerksamkeit für ein paar Stunden opfert, wird reich belohnt.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Die Sterne lügen nicht oder: Schiller lebt ja doch noch

Wallenstein am Schauspiel Düsseldorf   Foto: Matthias Horn

Wallenstein am Schauspiel Düsseldorf Foto: Matthias Horn

Das Nationaltheater Weimar präsentiert in seinem einwöchigen Gastspiel am Düsseldorfer Schauspielhaus Schillers Wallenstein-Trilogie in der Regie von Intendant Hasko Weber. Beeindruckend an dieser fünfstündigen Inszenierung ist bei Weitem nicht nur Dominique Horwitz in der Titelrolle – selten war alles so dicht, geladen, glaubwürdig.

von HELGE KREISKÖTHER

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Zahnlos und blutleer

Hedda Gabler am Schauspiel Köln   Foto: Thomas AurinWas tun, wenn die Welt allzu langweilig ist und einem der Sinn so ganz und gar flöten geht? Hedda spielt mit Menschen und Pistolen. Karin Neuhäuser inszeniert am Schauspiel Köln mit Henrik Ibsens Hedda Gabler ein flaches und spannungsloses Bühnenstück. Das Ensemble müht sich redlich, kann aber nicht recht überzeugen, obwohl Ibsens Stoff taugt, um daraus ein ganz und gar gegenwärtiges und differenziertes Drama zu spinnen.

von NADINE HEMGESBERG Weiterlesen

Emma Bovary geht unter die Spione

Ian McEwan - Honig  Cover DiogenesEine hübsche Agentin und ein Schriftsteller – braucht es noch mehr für einen ambitionierten Spionageroman? Es ist 1972 und irgendwo zwischen Kaltem Krieg und IRA-Terror ist den Geheimdiensten die Unschuld verloren gegangen. Protagonistin Serena versinkt zwischen belanglosen Akten anstatt zu spionieren und muss feststellen, dass das Geheimdienstleben, zumal für eine Frau, wenig Glamour bereithält. Bis sie, die „Leseratte“, den Auftrag erhält, Tom Haley zu rekrutieren. Serenas Glück scheint perfekt, doch ein Schriftsteller ist keine so leichte Beute, wie sie glaubt. Honig entwickelt ein apartes Verwirrspiel voller Doppelagenten, die ganz ohne Feinde auskommen.

von SOLVEJG NITZKE

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