Der Cockring der Geschichte

Eiríkur Örn Norðdahl - Böse Cover: Tropen bei Klett-CottaDer Holocaust ist immer wieder Thema literarischer Bearbeitungen. Dass er auch die Enkelgeneration nicht kalt lässt und wie ein Sextoy und Island hiermit zusammenhängen, zeigt Böse von Eiríkur Örn Norðdahl.

von GREGOR J. REHMER Weiterlesen

Das große Frösteln

Die Finanzkrise ist in der Belletristik angekommen. Eine ihrer vielen literarischen Stimmen ist der isländische Schriftsteller Guðmundur Óskarsson, Jahrgang 1978, dessen dritter Roman Bankster Islands großes Bankensterben im Herbst 2008 aus einer sehr persönlichen Perspektive betrachtet und dafür mit dem Isländischen Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Er erzählt die Geschichte des jung-dynamischen Paares Markús und Harpa, die über Nacht ihre lukrativen Jobs als Bankangestellte verlieren und sich mit der neuen Situation arrangieren müssen. Während Harpa schnell eine Anstellung als Aushilfslehrerin findet, kommt Markús kaum noch von der Couch herunter und lässt sich hängen. Auf den Rat eines Freundes hin beginnt er, Tagebuch zu führen. Bankster ist dieses Tagebuch.

Von PETER VIGNOLD

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„Ich lebe alleine in einer Garage, zusammen mit einem Laptop und einer alten Handgranate. Wir haben es wahnsinnig gemütlich.“

„Ich lebe alleine in einer Garage, zusammen mit einem Laptop und einer alten Handgranate. Wir haben es wahnsinnig gemütlich.“ So beginnt Hallgrímur Helgasons Roman Eine Frau bei 1000°.

von REBECCA LOY

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In Island tun sich „Abgründe“ auf

Ein Banker stürzt von einer Steilklippe in den Tod, ein Obdachloser rächt sich auf brutale Art und Weise an seinem Vergewaltiger, eine junge Frau wird halbtot in ihrer Wohnung aufgefunden. Mittendrin ein isländischer Kommissar, dessen Leben völlig trostlos daherkommt. Arnaldur Indriðason liefert in seinem neuen Roman viele seichte Handlungsstränge, ziemlich nah am Abgrund.

von CHRISTINA FROMMERT

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Von Dichtern und Heringen

Island, 1912: Wiesen, Schafe Holzhütten und betrunkene Dichter. Die Übersetzung von Thórbergur Thórdarsons Roman Islands Adel (S. Fischer) öffnet ein Fenster in ein längst vergangenes Leben. Ein Ausschnitt aus dem Leben eines Protagonisten, der zufällig den Namen des Autors trägt und schreibt: Ich.

von MARCEL WIDJAJA

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Ein Isländer in L.A.

Eine frühe Textsammlung des Nobelpreisträgers Halldór Laxness führt in die Abgründe eines Versuchs, die eigenen Landsleute über den Atlantik hinweg zu kultivieren – vor allem politisch.

von THOMAS KRUCZINSKI

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Gewalt ist (k)eine Lösung

Tilman Spreckelsen begibt sich mit seinen insgesamt fünf Nacherzählungen berühmter Sagas auf eine fantastische Reise in die altnordische Vergangenheit. Dabei sind Figuren und Themen breit gefächert. Von blutrünstigen Familienfehden, über rachsüchtige Ehefrauen und weise Männer… ohne Bart.

von SILVANA MAMMONE

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