Das Spiel des Lesens

wareEin bekanntes Gesellschaftsspiel inszeniert das Leben als Aneinanderreihung glücklicher Zufälle. Es geht um den möglichst besten Bildungsweg, um das dickste Jahresgehalt, um Statussymbole wie Yachten und Privatjets. Wer am Ende das meiste Geld hat, ist zufrieden und gewinnt das Spiel des Lebens. Chris Ware, der Meister der gezeichneten Depression, zeigt uns in Building Stories die andere Seite, ohne auf das Spielerische zu verzichten.

Von HANNAH KONOPKA

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Familienepos im Querformat

Chris Ware - Jimmy Corrigan   Cover: Reprodukt„Test. – Legen Sie das Buch vor sich hin. Lesen Sie jede Frage genau und beantworten Sie sie dann, so gut Sie können. Auf ‚Los’ geht’s los! Los. 1. Sie sind a) männlich. b) weiblich. Trifft b) zu, dürfen Sie hier aufhören.“ Thea Dorn hat offenbar tatsächlich an dieser Stelle aufgehört, Chris Wares Jimmy Corrigan zu lesen. „Bestätigt das meinen Verdacht, dass Comics doch eher was für verschreckte Nerds mit einem komplexen Vaterverhältnis sind?“ fragt sie in der SWR-Sendung Literatur im Foyer ihren Gast Denis Scheck. Er bleibt bewundernswert höflich, als Dorn den „bildungsbürgerlichen Eltern“ auch noch empfiehlt, den Comic in die vorher gewaschenen Kinderhände zu geben. „Kinder, Kinder. Das ist ein Missverständnis. Das ist kein Comic, das sich an Kinder wendet!“ Warum Denis Scheck Recht hat und Thea Dorn bei ihren Asterix-Heften bleiben sollte.

Von HANNAH KONOPKA

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